Vierte HSV-Pleite in Folge: Testspiele sind kein Maßstab – aber auch kein Zufall ***Update: Verkaufsgerücht um Königsdörffer***
Die Sommer-Vorbereitung läuft auf Hochtouren, doch die jüngsten Testspiele haben beim HSV mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet. Natürlich gilt: Solche Partien sind nie ein…

Die Sommer-Vorbereitung läuft auf Hochtouren, doch die jüngsten Testspiele haben beim HSV mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet. Natürlich gilt: Solche Partien sind nie ein exakter Gradmesser für das, was in der Bundesliga auf die Teams zukommt. Dennoch zeigen sie Tendenzen – und beim HSV lassen diese aktuell aufhorchen. Denn eines wird immer deutlicher: Will der Aufsteiger in der kommenden Saison erstligatauglich sein, muss personell dringend nachgebessert werden. Und zwar schnell.
Defensive Großbaustelle: Wer kommt noch?
Besonders die Abwehr bleibt eine offene Flanke. Der Verein sucht gleich doppelt Verstärkung: Ein Innenverteidiger sowie ein Rechtsverteidiger sollen noch vor dem nächsten Trainingslager auf Mallorca verpflichtet werden. Einer der Kandidaten ist Stefan Posch vom FC Bologna, ein vielseitiger Defensivspieler, den der HSV aber primär für die Zentrale eingeplant hat. In italienischen Medien wurde bereits über eine angebliche Einigung berichtet, doch solche Meldungen sind mit Vorsicht zu genießen. Klar ist: Die Bosse wollen beide Plätze im Kader möglichst zeitnah besetzen, damit sich die Neuzugänge auf Mallorca ins Team integrieren können.
Ein weiterer Name, der zuletzt ins Spiel gebracht wurde: Warmed Omari von Stade Rennes. Auch der 25-jährige Franzose ist ein spannender Spieler für die Innenverteidigung, doch er soll ebenfalls das Interesse anderer Klubs wie Udinese Calcio und Stade Brest geweckt haben – der HSV muss sich also strecken, wenn er hier erfolgreich sein will.
Dompé-Verletzung verschärft die Lage
Die ohnehin schon dünn besetzte Offensive wird nun zusätzlich von einer Verletzung belastet: Jean-Luc Dompé, einer der stärksten Spieler der bisherigen Vorbereitung und auf Linksaußen fest eingeplant, fällt mit einer Sprunggelenksverletzung für mehrere Wochen aus. Ein Einsatz zum Bundesliga-Auftakt gegen Borussia Mönchengladbach (24. August) ist fraglich – das Derby gegen St. Pauli am 29. August scheint realistischer zu sein.
Und dieser Ausfall trifft hart. Dompé war bislang neben den Torhütern der einzige Spieler, der konstant erstligareife Leistungen zeigte. Die Alternativen? Noch blutjung oder gesundheitlich angeschlagen. In Freiburg musste ein 18-jähriger Røssing-Lelesiit einspringen, später kam sogar der 17-jährige Mehmet Yildirim zum Zug. Auch Otto Stange (18) und der dauerverletzte bzw. dauerkranke Fabio Baldé (20) konnten nur sporadisch aushelfen. Dass so früh in der Vorbereitung gleich mehrere Notlösungen notwendig sind, zeigt den aktuellen Kaderstatus schonungslos auf.
Trainerteam gestärkt – der Plan bleibt langfristig
Inmitten dieser sportlich angespannten Situation sendet der HSV jedoch auch ein wichtiges Signal der Stabilität: Die Verträge mit Aufstiegstrainer Merlin Polzin und seinem Team wurden verlängert. Sportvorstand Stefan Kuntz betonte bei der Bekanntgabe: „Wir wollen damit Sicherheit und Rückendeckung für die kommenden Aufgaben geben.“ Polzin hatte den HSV in der Rückrunde der Vorsaison übernommen und mit Akribie, Klarheit und einem mutigen Stilspiel in die Bundesliga zurückgeführt.
Polzin selbst betont seine enge Bindung zum Verein und zur Stadt: „Seit meiner Ankunft beim HSV erfüllt es mich mit großem Stolz, die Raute auf der Brust tragen zu dürfen.“ Gemeinsam mit Loïc Favé und Richard Krohn will er den HSV nun nicht nur in der Bundesliga halten, sondern dort auch wieder fest etablieren. Allein der Weg dahin ist viel mehr als ein gutes Zeichen wie dieses – es bedarf einfach noch einer Menge anderer Veränderungen, bevor sich dieser Deal ausgezahlt hat!
1:5-Testspielpleite gegen Freiburg: Ein Spiegel der Probleme
Wie weit dieser Weg noch ist, zeigte das jüngste Testspiel gegen den SC Freiburg. Zwar ließ der HSV bis zur 69. Minute keinen Torschuss zu – dann aber brach das Team komplett auseinander. Die 1:5-Niederlage war nach dem 0:4 gegen Lyon die nächste schmerzhafte Klatsche. Ja, Testspiele sind kein Maßstab – aber sie zeigen: Ohne Verstärkung wird es sehr schwer.
Trainer Polzin fand nach dem Spiel die richtigen Worte: „Wir haben gesehen, wie gnadenlos Fehler auf diesem Niveau bestraft werden. Dafür hatten wir gute Umschaltmomente – das nehmen wir mit.“ Doch Umschaltmomente allein werden in der Bundesliga nicht reichen.
Fazit
Der HSV geht mit einem engagierten Trainerteam, einer klaren Philosophie und einer gesunden Portion Demut in die neue Saison. Doch Demut ersetzt keine Qualität. Die Bundesliga verzeiht keine Lücken, weder in der Abwehr noch im Sturm. Um konkurrenzfähig zu sein, muss der HSV seine Baustellen dringend schließen – und das möglichst noch vor dem Mallorca-Trainingslager.
Der Wille ist da, die Gespräche laufen – doch bis aus Namen wie Posch oder Omari tatsächlich neue Spieler in der Startelf werden, zählt nur eines: Handeln. Denn die Testspiele mögen kein Maßstab sein – sie sind aber auch kein Zufall. Dementsprechend wenig Grund hat der HSV, sich in irgendeinem Bereich zurückzulehnen und(/oder zu glauben, man sei auf einem guten Weg
In diesem Sinne, ich mache mir tatsächlich aktuell wie schon letzte Saison in der gnadenlos schlechten Vorbereitung unter Steffen Baumgart Sorgen, dass man hier die Situation noch unterschätzt oder vielleicht korrekt einschätzt, aber einfach keine Lösungen findet. Dass diese noch gefunden werden müssen, und das gleich auf mehreren Positionen, haben. Tom und ich hier jetzt zweifellos ausreichend betont. Daher nicht noch einmal...
Euch allen ein schönes Wochenende!
Scholle
UPDATE: Königsdörffer für 6 Millionen nach Nizza?
Beim Testspiel gegen den SC Freiburg (1:5) musste der HSV auf Ransford Königsdörffer verzichten. Offiziell hieß es, er werde aus Gründen der Belastungssteuerung geschont – ein gängiger Begriff in der Saisonvorbereitung. Doch möglicherweise steckt mehr dahinter. Denn laut dem gut vernetzten französischen Journalisten Fabrice Hawkins, der unter anderem für den Radiosender RMC arbeitet und auf X über 197.000 Follower zählt, steht Königsdörffer offenbar kurz vor einem Wechsel in die Ligue 1. Ausgerechnet der Spieler, der als einer der wenigen im Kader genau das Umschaltspiel beherrscht, das der HSV in der neuen Saison wahrscheinlich am besten gebrauchen kann...?
Konkret soll sich der Flügelstürmer bereits mit dem französischen Erstligisten OGC Nizza einig sein. Auch zwischen den Klubs laufen laut Hawkins bereits die finalen Gespräche, wobei eine Ablösesumme von rund sechs Millionen Euro im Raum steht.
Ob sich das Gerücht bewahrheitet, bleibt allerdings erst noch abzuwarten – aber rein wirtschaftlich betrachtet wäre ein Transfer zu diesem Preis durchaus attraktiv. Schließlich kommt der 23-Jährige aus seiner bislang besten Saison mit 14 Treffern in der 2. Bundesliga und hat laut transfermarkt.de aktuell seinen bisherigen Höchstmarktwert erreicht. Sein Vertrag beim HSV läuft noch bis 2026, und zuletzt war die Rede davon, dass der Klub mit ihm langfristig verlängern möchte - aber bislang noch nicht verlängert hat.
Ein Verkauf für sechs Millionen Euro könnte sich also rein wirtschaftlich durchaus lohnen – allerdings nur unter einer entscheidenden Voraussetzung: dass das Geld nicht nur in einen gleichwertigen Ersatz fließt, sondern darüber hinaus auch sinnvoll investiert wird, um die Mannschaft insgesamt zu stärken. Genau das hatte nach dem Abgang von Ludovit Reis gefehlt: Der Spieler war weg, – aber die Qualität im Kader hatte sich seither noch nicht erkennbar verbessert. So darf es diesmal nicht laufen. Wenn man Königsdörffer wirklich ziehen lässt, dann muss sein Abgang sportlich aufgefangen und idealerweise sogar übertroffen werden. Nur dann wäre sein Verkauf mehr als nur ein kurzfristiger wirtschaftlicher Erfolg.
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