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Vier Jahre Sperre? So geht es bei Vuskovic weiter

Beim HSV schwankt man zwischen der Erleichterung über die Finanzierung der Stadionsanierung und dem Schock, dass Mario Vuskovic für eine vermutlich sehr lange Zeit gesperrt…

Vier Jahre Sperre? So geht es bei Vuskovic weiter

Beim HSV schwankt man zwischen der Erleichterung über die Finanzierung der Stadionsanierung und dem Schock, dass Mario Vuskovic für eine vermutlich sehr lange Zeit gesperrt wird. Im Falle des Kroaten schwinden positive Erwartungen. Viereinhalb Wochen nach der offiziellen Bekanntgabe, der kroatische Fußball-Profi vom Zweitligisten HSV sei bei einer Dopingkontrolle im September positiv auf Erythropoetin (Epo) getestet worden, liegt das Ergebnis der B-Probe vor: Wie erwartet ist auch diese positiv. Leider. 

Vuskovic steht damit vor einer mehrjährigen Sperre mit weitreichenden Folgen. Im Regelfall beträgt eine Sperre sogar vier Jahre. „Aufgrund des jetzt vorliegenden Analyseergebnisses der B-Probe wird davon ausgegangen, dass ein Verstoß gegen anwendbare Anti-Doping-Vorschriften vorliegt“, schreibt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und nennt das folgende Prozedere: „Das weitere Verfahren über mögliche Sanktionen wird nun von der Sportgerichtsbarkeit des DFB geführt.“

Diese hat nun zwei Möglichkeiten: Sieht es die Beweislast als erdrückend und unerschütterlich an, kann es einen Strafbescheid ausstellen und somit auf schriftlichem Weg das Urteil verhängen. Die andere Variante: Es kommt zu einer Verhandlung vor dem DFB-Sportgericht in Frankfurt/Main, in der Vuskovic und seine Anwälte entlastende Argumente vorbringen können. Bei Epo-Doping gibt es laut Experten kaum Schlupflöcher, die Werte auf eine medizinische Behandlung oder körperliche Anomalien zurückzuführen. Mögliche Einwände, es könnte mit der Unversehrtheit der Urinprobe nicht alles vorschriftsmäßig gelaufen sein, sind vermutlich schwer zu beweisen. Die Beweisführung liegt beim Sportler. Mit einem Urteil wird im Januar gerechnet.

Wie auch immer: Eine Strafe wird sich wohl nicht mehr verhindern lassen. Für Vuskovic ist es eine Tragödie, für den HSV ein empfindlicher Schlag. Die Karriere des 21 Jahre alten Innenverteidigers war bislang erfolgreich und vielversprechend. Der U21-Auswahlspieler war auf dem Sprung in die kroatische Nationalmannschaft, die in Katar im WM-Halbfinale stand. In 15 Monaten seit seiner Verpflichtung Ende August vergangenen Jahres hat er beachtliche (und zumeist sehr gute) 47 Pflichtspiele für den HSV bestritten. Er war Stammspieler, eine feste Größe im Plan des Trainers. Sollte er gar vier Jahre gesperrt werden, könnte es das Ende seiner Leistungssportkarriere bedeuten.

Und bei aller Sympathie für einen großartigen Fußballer mit einer tollen Perspektive: Mitleid ist an dieser Stelle falsch. Denn EPO-Doping ist ein mehrteiliger Akt, den ein Spieler bewusst mitmacht. Wobei ich das bei jeder Art von Doping sagen würde, dass der Spieler ausreichend lang bestraft gehört. Denn Doping ist letztlich nichts anderes als vorsätzlich und Betrug. In diesem Fall sowohl am Gegner als auch am eigenen Verein. Denn der HSV, der das Top-Talent jüngst in diesem Sommer vorzeitig für rund drei Millionen Euro vom kroatischen Spitzenclub Hajduk Split verpflichtete, hatte mit Vuskovic nicht nur einen sportlichen Vorteil im Blick, sondern auch einen wirtschaftlichen. Aufgrund seiner Jugend und seiner fußballerischen Qualitäten sollte der 1,89 Meter große Abwehrspieler ein Verkaufsschlager sein und die chronisch leere Vereinskasse füllen. Stattdessen kostet Vuskovic den HSV so nur sehr viel Geld…

Nun ist der Verein auf der Suche nach einer schnellen Alternative. Denn mit lediglich drei Innenverteidigern - dem erfahrenen Kapitän Sebastian Schonlau (23 Bundesliga-, 117 Zweitliga-Spiele), dem weniger erfahrenen Jonas David (38 Zweitliga-Spiele) und dem 20 Jahre alten Nachwuchsspieler Valon Zumberi (1 Zweitliga Spiel) - lässt sich vermutlich die gesamte Rückrunde nicht überstehen. Zwar ist Moritz Heyer ein Abwehr-Allrounder, wird aber auf der rechten Seite gebraucht.

Aber dazu mehr im Communitytalk, in dem Ihr mir erwartungsgemäß viele Fragen zum Thema Vuskovic gestellt habt. Ebenso zum möglichen Budget, das der Aufsichtsrat dem Vorstand noch nicht abgesegnet hat. Fakt ist aber, dass der Trainer Tim Walter keinen reinen Leihspieler holen will. Walter bevorzugt einen Kauf oder zumindest eine Leihe mit Kaufoption – was ich sehr begrüße!

In diesem Sinne, Euch allen ein schönes Wochenende. Ich melde mich dann am Montag wieder bei Euch, sofern in der Zwischenzeit nichts berichtenswertes passiert. 

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