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Viele Bemühungen, kein Ertrag - der HSV verpflichtet keinen weiteren Spieler

Ich hatte es geschrieben: Der HSV-Kader ist aus meiner Sicht qualitativ stark genug, um seine Ziele in der Rückrunde zu erreichen. Voraussetzung dafür ist, dass sich niemand…

Viele Bemühungen, kein Ertrag - der HSV verpflichtet keinen weiteren Spieler

Ich hatte es geschrieben: Der HSV-Kader ist aus meiner Sicht qualitativ stark genug, um seine Ziele in der Rückrunde zu erreichen. Voraussetzung dafür ist, dass sich niemand mehr schwerer verletzt. Das wiederum ist nicht wirklich vorhersehbar, daher ginge man quantitativ zwar ein gewisses Risiko ein – aber ich sehe mit Bent Andresen, Elijah Krahn beim HSV noch ein paar weitere Talente, denen ich den Weg ins Profiteam zutraue. Ebenso habe ich Robin Meißner zugetraut, eine Soforthilfe zu sein – aber das wird er in der Rückrunde nur für Hansa Rostock sein können. Denn dahin ist er inzwischen verliehen worden.

Schon deshalb hatte ich fest damit gerechnet, dass der HSV einen Offensivspieler in der Hinterhand - und vor allem: schon sicher hat. Aber: Nichts da. Kurz nach 18 Uhr heute wurde bestätigt, dass der HSV nichts mehr auf dem Transfermarkt unternommen habe und der Kader so bleiben würde, wie er ist. Richtig? Nein! Denn so richtig der Weg bei der Auswahl der Spieler, die man holen wollte, aus meiner Sicht diesmal auch war, so mangelhaft ist die Umsetzung. Es wird immer wieder deutlich, dass es aktuell für den HSV mehr Hindernisse als Chancen gibt. So realistisch muss man es auch sehen. Und das ist keine Rechtfertigung dafür, dass der HSV bei der Suche nach weiteren Außenstürmern ohne Erfolg geblieben ist. Es ist nur ein Punkt, den die Verantwortlichen offenbar noch immer ein Stück weit unterschätzen.

Spannende Namen im Visier - aber keiner kommt

Dabei hatte man de facto sehr spannende Namen auf dem Zettel. Sportvorstand Jonas Boldt sowie sein Direktor Michael Mutzel und das Scouting-Team haben keineswegs in untere Schubladen geschaut. Sie sind eher nach dem Motto verfahren: Entweder ganz – oder gar nicht. Und es wurde am Ende das „Oder“, da außer dem bereits verpflichteten Georgier Girgio Chakvetadse kein weiterer Spieler kam. Im Gegenteil: der HSV hat mit Robin Meißner sogar einen Spieler abgegeben. 

Den lange Zeit anvisierten Crysencio Summerville von Leeds United haben die HSV-Verantwortlichen zwar überzeigen können, seinen Klub aber nicht ausreichend. Zuletzt hieß es, dass die Engländer den niederländischen Außenstürmer nicht freigeben würde – auch nicht auf Leihbasis, auf der der HSV angefragt hatte -, weil man selbst keinen personellen Ersatz für den Außenstürmer gefunden habe. Bitter für den HSV, der sich aber nach eigenen Angaben Alternativen zu dem jungen Niederländer bereitgestellt hatte. Zum Beispiel Bayern Münchens Sturmtalent Nemanja Motika.

https://soundcloud.com/user-36211795/di010222-kein-neuer-tote-hose-am-deadline-day-hsv-muss-improvisieren-wird-das-derby-verlegt?si=6844380b69084719be28510d7c2b0377&utm_source=clipboard&utm_medium=text&utm_campaign=social_sharing

Den 18 Jahre jungen Linksaußen hatten wir zuletzt im Communitytalk thematisiert. Ich wurde dort nach ihm gefragt und fand die Idee spontan richtig gut, da ich zufällig von einem guten Bekannten von dem Angreifer gehört hatte. Nein: Es wurde mir von ihm vorgeschwärmt. Der 18-Jährge, der in der zweiten Mannschaft des FC Bayern gerade alles aufmischt, hat bereits  15 Treffer und acht Vorlagen in 24 Spielen auf der Haben-Seite. Der serbische U19-Nationalspieler gilt entsprechend auch als Riesentalent und zuletzt sollen sich neben dem HSV, der bereits seit Dezember an dem Bayern-Talent dran war, auch der FC Augsburg, Werder Bremen und Roter Stern Belgrad um dessen Dienste bemüht haben. Alle erfolglos.

Bayern- und PSG-Talent sollten kommen - Adamyan auch

Aber auch der Misserfolg anderer darf kein Maßstab für die HSV-Bemühungen sein. „Wir machen nur dann etwas, wenn wir ein gutes Gefühl haben und wirklich alles passt“, hatten die HSV-Verantwortlichen immer wieder gesagt und damit gleich eine Erklärung vorweggeschickt für den Fall, der jetzt eingetreten ist. Aber, und das sage ich, obwohl ich den Kader für nicht zu schwach halte, wenn man sich letztlich derart bemüht, dann muss dabei auch etwas rumkommen. Ist es aber nicht. Und das dürfte beim HSV niemandem gefallen.

https://open.spotify.com/episode/54XP93wkYaDg6VhNeLHFkM?si=e6cd474d52324843

Mit Hoffenheims armenischen Nationalspieler Sargis Adamyan (26, ein Treffer bei 13 Liga-Einsätzen), bei dem der HSV den Angaben zufolge eine Kaufverpflichtung hätte eingehen müssen, sowie mit dem Jungprofi Djeidi Gassame (18) von Paris Saint Germain sollen sich die HSV-Verantwortlichen um weitere interessante Spieler bemüht haben. Ebenfalls erfolglos, wie jetzt klar wurde. Aber ich muss bei allen bekannt gewordenen Namen sagen – Adamyan mal ausgenommen -, dass es jeweils Spieler mit Anforderungsprofilen sind, bei deren Verpflichtung ich jedes Mal gesagt hätte: Klingt sehr gut. Daher bleibt zumindest ein wenig Resthoffnung, dass der HSV vielleicht im Sommer dafür umsetzen kann, was jetzt nicht gelungen ist und der eine und/oder andere dieser Talente den Weg doch noch zum HSV findet.

Chakvetadse ist da, Meißner weg - das war's

Bis dahin heißt es nun erst einmal, das Beste aus dem zu machen, was man hat. Viele Spieler gibt es nicht, die zu integrieren sind. Von daher dürfte die Umgewöhnung intern gen Null tendieren, wenn es am Dienstagnachmittag in die Vorbereitung auf das Spitzenspiel am Sonntag bei Darmstadt 98 geht. Einzig den eventuellen Ersatz für den gesperrten Sonny Kittel, Zugang Chakvetadse, muss der Trainer schnellstmöglich spielerisch in die Spur bekommen. Ansonsten gibt es nichts Neues, worauf sich Team und Trainer einstellen müssen.

Fazit: Diese Transferphase war für den HSV bislang kein Erfolg. Da man Spieler holen wollte, die man nicht bekommen hat, war sie sogar ein Misserfolg. Das werden die Verantwortlichen zweifelsfrei anders sehen und beschreiben – aber so ist es. Und was jetzt folgt, ist auch schon klar: Gewinnt der HSV, wird der HSV für die Konstanz gelobt, die man beibehalten hat. Dann wird von einer sehr überlegten Transferphase gesprochen werden. Verletzen sich Spieler längerfristig und bringen den HSV personell in Nöte, wird es das Gegenteil zu hören geben. Ebenso, wenn der HSV in den nächsten Wochen nicht die gewünschten Ergebnisse verfehlt. Angefangen schon am Sonntag.

In diesem Sinne, bis morgen. Dann wieder mit dem MorningCall und dem Blog am Abend. Vielleicht dann ja auch schon mit den ersten Statements der verantwortlichen zur abgelaufenen Transferphase. Bis dahin!

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