Spielbericht

Verdiente Heimniederlage gegen Bayer: HSV findet kein Mittel gegen Leverkusen

der HSV hat auch sein zweites Heimspiel in Serie verloren. In einem chancenarmen Spiel verlieren die Rothosen am Ende wieder einmal verdient ein Spiel, weil man nach vorne erst…

Verdiente Heimniederlage gegen Bayer: HSV findet kein Mittel gegen Leverkusen

Moin zusammen,

der HSV hat auch sein zweites Heimspiel in Serie verloren. In einem chancenarmen Spiel verlieren die Rothosen am Ende wieder einmal verdient ein Spiel, weil man nach vorne erst wieder in der Nachspielzeit gefährlich wird. Man schaffte es zu selten, zu guten Chancen zu kommen, und verliert am Ende ein weiteres Mal verdient ein Spiel. Leverkusen zeigte bei weitem nicht die beste Leistung, war aber über das komplette Spiel die klar bessere Mannschaft.

Leverkusen bestimmt das Spielgeschehen

Die erste Halbzeit begann mit einer Torchance für Bayer Leverkusen. Die Werkself kam über die rechte Seite, der Kopfball nach der Flanke flog aber am Tor vorbei. Leverkusen machte weiter und kam zur ersten dicken Chance in der 12. Minute. Eine Flanke, dieses Mal über rechts, fand in der Mitte Terrier, der den Ball an die Latte setzte. In der 14. Minute gab es dann einen Pfiff und die Entscheidung auf Elfmeter für Leverkusen. Allerdings wurde das Foul außerhalb begangen, deshalb gab es Freistoß aus 16 Metern. Grimaldo schoss den Ball aber in die Mauer. Den ersten Abschluss des HSV hatte Königsdörffer in der 19. Minute aus der Distanz. Er hätte in einer Umschaltsituation sowohl links als auch rechts eine Anspielstation gehabt, zog aber selber ab. Der Ball wurde geblockt. Der HSV hatte noch ein paar Umschaltmomente, spielte diese aber nicht konsequent aus.

Leverkusen presste den HSV immer wieder hoch, so dass dieser den Ball lang schlug. Man fand vorne aber keinen Abnehmer und gab den Ball so immer wieder aus der Hand. Mit dem Ball waren die Leverkusener besser, sie machten am Ende aber zu wenig draus.

Leverkusens Dominanz endet in verdienter Niederlage

In der 2. Halbzeit hätte es nach 50 Minuten bereits einen Elfmeter geben können. In einem Kopfballduell stempelte Vuskovic Kofane, Schiri Storks entschied sich dagegen. In der 54. Minute kam dann Tapsoba gefährlich vor das Tor. Er lauerte am zweiten Pfosten und köpfte den Ball aus kurzer Distanz, doch Heuer Fernandes hielt. Der HSV kam in der 55. Minute zu einer guten Chance. Nach einem Einwurf war es am Ende Remberg, der aus der Drehung abzog. Allerdings hielt Blaswich den Ball fest.

Dann war das Spiel lange ruhig, Leverkusen dominierte den Ball. In der 73. Minute gelang der Werkself dann der Führungstreffer. Leverkusen kombinierte sich durch das Mittelfeld. Der HSV war nicht griffig genug und die Kombination endete in einem Chip-Ball von Maza auf Kofane. Vuskovic war zu weit weg und Kofane netzte ein.

Leverkusen dominierte weiter ohne große Mühen. Der HSV konnte sich gegen das Anlaufverhalten der Leverkusener nicht effektiv lösen. Erst zu absoluter Crunch-Time war der HSV vorne präsent. Otto Stange brachte etwas Wind auf den Platz und in der 90. Minute kam der HSV mal vor das Tor. Richtig gefährlich wurde es in der allerletzten Minute, als Vuskovic nach einer Flanke und einem Kopfball von Stange plötzlich ca. 5 Meter vor dem Tor stand. Er zog ab. Blaswich hielt aber aus kurzer Distanz. Den Abpraller köpfte Vuskovic an die Latte. Danach war Schluss.

Fazit- Mal wieder zu wenig Zugriff

Der HSV verliert ein weiteres Mal ein Spiel, weil er keinen Zugriff zum Geschehen hat. Leverkusen brauchte heute keine Top-Leistung, um das Spiel dominant und ruhig zu gestalten. Sie besetzten offensiv die richtigen Räume und liefen den HSV defensiv so clever an, dass dieser überfordert war, den Ballbesitz zu halten. Der HSV selbst fand wieder einmal keine Lösung gegen das Pressing des Gegners. Für die langen Bälle fand bzw. hatte man keinen Abnehmer und über Kombinationen entstanden eher Umschaltmomente für Leverkusen als gefährliche Situationen für den HSV.

Der HSV rutscht damit weiter unten rein. Das angepriesene „Nachholspiel“ war am Ende nichts weiter als ein Dämpfer. Nun ist der HSV in der Pflicht, gegen Wolfsburg zu punkten. Schafft man das nicht, wird es 10 Spiele vor Schluss nochmal richtig eng. Fest steht, dass es eine erhebliche Leistungssteigerung braucht, wenn man in Wolfsburg punkten will. Die Spiele gegen Leipzig und Leverkusen sind keine Spiele, in denen du gewinnen musst, so eines folgt aber nun in Wolfsburg. Mit einer Leistung wie gegen Leverkusen und Leipzig wird das aber auch sehr schwer. Der HSV hat jetzt nur 2 Tage Zeit, um sich auf das so wichtige Spiel in Wolfsburg vorzubereiten. Es bleibt zu hoffen, dass sie aus den beiden Heimspielen gelernt haben.

DIE EINZELBEWERTUNGEN:

Daniel Heuer Fernandes: Dank des Handspiels von Tapsoba weitestgehend fehlerfrei, das Gegentor war nicht sein Ding. Er rettete einmal sehr gut gegen Grimaldo und einmal gegen Tapsoba, am Ende eine durchschnittliche Leistung.

Note: 3–

Bakery Jatta (bis 29.):

Er machte seine Meter, die gefährlichen Chancen Leverkusens liefen aber alle über seine Seite. In der Offensive hat er sein Tempo, heute aber keine großen Momente.

Note 4-

Warmed Omari (bis 65.): Wirkt verunsichert, das ist einfach nicht gut, da war fast keine durchschnittliche Aktion dabei. Zumindest gab es keinen Fehler, der ein Tor zur Folge hatte.

Note: 5–

Luka Vuskovic:

Leverkusen hat sich auf ihn eingestellt, er hielt teilweise zu lange den Ball, wirkte heute einfach nicht auf der Höhe.   Beim Gegentreffer muss er näher an Kofane dran sein. Den Ball in der 90. Werfe ich ihm nicht vor, das ist Pech. Aber der Kopfball kann gerne mal reingehen.

Note: 4

Daniel Elfadli: Er machte keine groben Fehler, war aber manchmal zu ungestüm und zu aggressiv. Er stach allerdings nicht wirklich hervor.

Note: 4

Giorgi Gocholeishvili: „Er gibt immer alles, wirft sich in jeden Ball rein, aber er ist zu wild.“ Zu wild im Spiel nach vorne und zu aggressiv im Defensivverhalten. Ihm fehlt teilweise das Verständnis, wann er energisch draufgeht und wann nicht. Wenn er nach vorne läuft, trifft er dann häufig die falschen Entscheidungen.

Note 4

Fabio Vieira: Durch den hohen Ballbesitzanteil von Leverkusen hatte er wenige Chancen, das Spiel zu leiten. Er fiel nicht wirklich auf, konnte kaum Akzente setzen.

Note: 4–

Nicolai Remberg: Er war mit Abstand der beste HSVer auf dem Platz. Er wurde vor allem kämpferisch seiner Rolle als Kapitän gerecht. Im Umschaltspiel fehlt ihm manchmal das Gefühl für den richtigen Pass, aber er ist nach wie vor einer der wichtigsten beim HSV.

 Note: 3

Rayan Philippe (bis 65. ):

Er warf sich mehr rein als sonst, aber in den entscheidenden Momenten nicht genug Dampf. Ich bin mittlerweile nicht mehr sicher, ob da wirklich noch mehr drinsteckt. Das muss am Ende Scholle bewerten, er hatte ihn ja gefordert.

Note: 4–

Ransford Königsdörffer (bis 81.):

Er wirkte heute platt. Zudem traf er im Umschaltspiel die falschen Entscheidungen. Sein Impact wird sich in den folgenden Spielen mehr zeigen als heute. Heute war das nichts.

Note: 4–

Damion Downs (bis 65.): Er hat sich wieder ein Stück verbessert. Traf heute auch gute Entscheidungen bei den Verlagerungen. Jedoch fehlte er nach Ballgewinn häufig im Zentrum und am Ende sprang offensiv nichts dabei raus. Es hätte heute einen Kopfballstarken Stürme gebraucht, um die Bälle abzunehmen.

 Note 4-

Albert Sambi Lokonga (ab 81):

Er hatte wieder wenig Zeit. Er wird am Samstag sicherlich länger spielen. In dieser Zeit versuchte er deutlich zu viele Tricks, die am Ende sowohl Zeit als auch Ballverluste kosteten.

Note: 5

Jean-Luc Dompe (ab 65.):

Er arbeitete endlich mal ein wenig mit nach hinten, hatte nach vorne aber keinen Impact. Das lag einerseits daran, dass er gedoppelt wurde, andererseits stand auch im Zentrum bis zur 90. Minute kein guter Abnehmer für seine Flanken.

Note: 4

William Mickelbrencis (ab 28.):

Er arbeitet nach vorne viel, aber das ist dann auch häufig zu viel Tam-Tam. Er muss nach vorne strikter spielen und defensiv besser werden. Mickelbrencis lässt zu viele Flanken zu und: Er muss sein Kopfballspiel verbessern.

Note: 4–

Jordan Torunarigha (ab 65.):

Er war besser als gegen Leipzig, aber hatte keinen großen Einfluss. Manchmal wartet er zu lange und zieht nicht an. Nach vorne konnte er aufgrund des Spiels wenig Einfluss nehmen.

Note: 4

Otto Stange (ab 65.):

Er brachte frischen Wind rein und veränderte ein wenig die Statik des Spiels. Das ist immer noch ziemlich wild, aber Potenzial ist definitiv da. Er sorgte für die erste gefährliche Aktion in der zweiten Halbzeit und leitete die Großchance von Vuskovic ein. Er hat noch viel Luft nach oben, aber für den Moment war das okay.

Note: 3–

Noch ein Wort zum Schiedsrichter. Ich fand die Linie, die er heute hatte, sehr gut. Er hat sich nicht auf die losen Kontakte eingelassen und das Spiel einfach laufen lassen. Viele 50/50 Duelle, die sonst wegen irgendeinem Mist abgepfiffen wurden, ließ er laufen, weil es eben ein Kontaktsport ist. Das ist mittlerweile selten, aber ich persönlich finde es gut, dass nicht jeder Kontakt gepfiffen wird. 

DIE STATISTIK ZUM SPIEL:

HSV:

Heuer Fernandes – Gocholeishvili – Elfadli – Vuskovic – Omari (Torunarigha 65.) – Jatta (Mickelbrencis 28.) – Remberg – Vieira – Philippe (Dompe 65.) – Downs (Stange 65.) – Königsdörffer (Lokonga 81.)

Leverkusen:

Blaswich – Tapsoba – Andrich – Quansah – Garcia – Palacios – Terrier (Tilman 69.) – Grimaldo – Maza (89. Fernandes) – Culbreath (Poku 80.) – Kofane

Zuschauer: 57000

Schiedsrichter: Sören Storks

Gelber Karten: Garcia (40.), Palacios (90.)

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