VAR schaut weg, HSV verliert: Bittere 1:2-Pleite in Freiburg
Es war ein bitterer, ein schmerzhafter Start ins Jahr 2026 – und einer, der beim HSV ein Gefühl zurücklässt, das weit über eine „normale“ Auswärtsniederlage hinausgeht. Dieses…

Es war ein bitterer, ein schmerzhafter Start ins Jahr 2026 – und einer, der beim HSV ein Gefühl zurücklässt, das weit über eine „normale“ Auswärtsniederlage hinausgeht. Dieses 1:2 beim SC Freiburg*fühlt sich nicht einfach verloren an. Es fühlt sich genommen an.
Dabei begann dieser Samstag in Freiburg schon unter schwierigen Vorzeichen. Schnee, Chaos auf den Bahnstrecken, gestrandete Fans in Hannover – und trotzdem war der Gästeblock gut gefüllt. Weil dieser Verein, diese Mannschaft, diese Fans auch dann da sind, wenn es ungemütlich wird. Und genau das passte zum Spielverlauf.
Der HSV brauchte lange, um in diese Partie zu finden. Freiburg war dominant, aggressiv, körperlich präsent. Früh klatschte ein Kübler-Abschluss an die Latte, Daniel Heuer Fernandes musste mehrfach retten – und biss trotz sichtbarer Schulterprobleme bis zum Schluss auf die Zähne. Hamburg hatte Mühe, sich zu befreien, die Abstimmung auf der linken Seite wackelte, lange Bälle verpufften, Damion Downs hing vorne zunächst in der Luft. Zur Wahrheit gehört: In den ersten 40 Minuten war Freiburg näher an der Führung als der HSV.
Und trotzdem arbeitete sich die Mannschaft von Merlin Polzin hinein. Kurz vor der Pause gab es die ersten eigenen Nadelstiche, ein Freistoß von Vieira, ein Abschluss von Capaldo, ein Moment, in dem man spürte: Hier geht noch was.
Und dann kam diese zweite Halbzeit. 48. Minute: Ecke Muheim - Kopfball Luka Vuskovic – Tor! Die erste Auswärtsführung dieser Saison. Der Ball hinter der Linie, die Torlinientechnik eindeutig - und der Gästeblock explodiert im Schneetreiben. Endlich. Endlich einmal vorne. Endlich einmal belohnt.
Was danach folgte, ist der Kern dieses Spiels – und der Grund für den blanken Frust.
Nur wenige Minuten später der Elfmeterpfiff gegen den HSV. Ja, Daniel Elfadli trifft Lucas Höler minimal an der Hacke. Ja, man kann Elfmeter geben, wenn man den Entscheidungen der letzten Monate und Jahre treu bleibt. Inzwischen reicht ja der bloße Kontakt schon – unabhängig davon, ob dieser den Gegner beeinflusst oder nicht. . Aber Gelb-Rot? Nach einer frühen, diskussionswürdigen Verwarnung? In dieser Spielphase? In diesem Spiel? Es war der sechste Platzverweis der Saison – zu viele, keine Frage. Und trotzdem blieb das Gefühl: Hier wurde maximal hart gegen den HSV entschieden.
Grifo verwandelt sicher. 1:1. Und plötzlich verteidigt der HSV über 35 Minuten in Unterzahl mit allem, was er hat. Leidenschaft, Laufbereitschaft, Leidensfähigkeit. Die Mannschaft stemmt sich gegen die Niederlage, wirft sich in jeden Ball, hält lange stand.
Bis zur 83. Minute. Hereingabe, Abschluss, Tor durch Igor Matanovic. Der Freiburger Jubel - und dann diese Szene im Vorfeld: Manzambi geht mit dem Ellenbogen in den Zweikampf, trifft Torunarigha ganz deutlich erkennbar im Gesicht. Ein klares Foul. Ein klarer Treffer. Eine Szene, die man sehen muss. Und der VAR? Tut: nichts. Unfassbar! Bei einem Foul, das ihr hier auf diesem Bild auch noch einmal deutlich sehen könnt. Trotzdem: Kein Eingriff des VAR. Kein Review. Kein Korrigieren.
Und genau hier liegt der Punkt, an dem dieses Spiel kippt - nicht allein sportlich, sondern emotional. Der HSV verliert dieses Spiel nicht nur, weil er erneut in Unterzahl gerät. Nicht nur, weil er auswärts weiter auf den ersten Sieg wartet. Sondern auch, weil an dieser entscheidenden Stelle die gleiche Konsequenz fehlt, die zuvor gegen den HSV angewendet wurde.
Wenn beim Elfmeter Millimeter reichen, dann muss ein Ellenbogen im Gesicht reichen, um zumindest hinzuschauen.

Dass es ausgerechnet Matanovic ist, ein gebürtiger Hamburger, macht es nicht leichter. Dass der HSV trotz aller Widrigkeiten bis zum Schluss alles versucht, macht diese Niederlage nicht weniger schmerzhaft. Und dass die Mannschaft nach Abpfiff mit leeren Händen, aber erhobenem Kopf vom Platz geht, sagt viel über diesen Auftritt.
Ja, der HSV muss über Disziplin reden. Über Platzverweise. Über Auswärtsauftritte. Aber genauso deutlich muss man sagen: Dieses Spiel wurde nicht allein auf dem Rasen entschieden.
Für die mitgereisten Fans, die trotz Sturm, Schnee und Bahnchaos da waren, bleibt ein bitterer Samstag. Für den HSV bleibt das Gefühl, dass man sich viel erarbeitet hat – und am Ende trotzdem leer ausgeht.
In drei Tagen wartet Bayer Leverkusen im Volkspark. Zuhause. Dort, wo der HSV zuletzt gezeigt hat, wer er sein kann. Und wo man Antworten geben will - sportlich. Und emotional. Ohne Daniel Elfadli, der gesperrt ist und mit Vuskovic, der seine vierte Gelbe Karte gesehen hat und bei der nächsten Verwarnung ein Spiel aussetzen muss.
Aber okay. Denken wir an andere, schönere und/oder wichtigere Dinge. Kevin Keegan hat von dieser Stelle schon die allerherzlichsten Genesungswünsche geschickt bekommen – was ich aber nur zu gern noch einmal wiederhole! Und auch Euch Das habe ich am Ende des Videos auch noch einmal gemacht und Euch noch ein paar Worte gesprochen, die von Herzen kommen.
In diesem Sinne: Bleibt gesund, bleibt hoffnungsfroh – und wir sehen uns spätestens nach dem Bayer-Spiel am Dienstag an dieser Stelle wieder.
Scholle
DIE EINZELBEWERTUNGEN:
Daniel Heuer Fernandes: Auch am Elfer von Grifo war er dran. Hoffentlich ist das mit der Schulter nicht zu schlimm. Ihn braucht dieser HSV. Note: 3
Miro Muheim: Zusammen mit Dompé defensiv grausam in der ersten Halbzeit. Hätte der SCF mehr diese Seite bespielt, sie hätten sich Chancen können. Offensiv hat er Qualitäten (die heute nicht zum Tragen kamen), defensiv ist er zu schwach. Note: 4,5
Nicolas Capaldo: Er ackert und rackert, ist aber zu oft einfach noch zu wild und ohne die nötige Übersicht. Dass er in den letzten Minuten immer noch derjenige ist, der Dampf macht, zeichnet ihn aus. Note: 3,5
Luka Vuskovic: Brauchte ein wenig, um zu seiner Stärke zu finden. Dann traf er sogar. Note: 3
Daniel Elfadli: Er hatte schon in der ersten Halbzeit ein paar knifflige Situationen, die offenbarten, dass es für ihn gefährlich wird nach der ersten Gelben Karte. Der Elfer war dumm, extrem hart – und sein Ende. Note: 5
Jordan Torunarigha (ab 57.) : Bim 1:2-Gegentreffer hätte er konsequenter zum Ball gehen können – aber eben auch ein Foul gegen sich gepfiffen bekommen können. Note: 4
Bakery Jatta (bis 80.): Er versucht, die einfachen Dinge zu machen, um Fehler zu vermeiden. Und das ist okay so. Läuferisch heute besser als zuletzt – aber seine Flanken und Schüsse waren, sind und bleiben eine Katastrophe. Note: 4
Giorgi Gocholeishvilli (ab 80.): War keine Verstärkung.
Albert-Sambi Lokonga: Wenig falsch gemacht – aber auch wenig bewirkt. Das war einfach nicht sein Spiel. Note: 4,5
Nicolai Remberg: Schnelle, wenige Mittelfeldspieler bereiten ihm Probleme – aber er fightet sich immer wieder ins Spiel. Note: 4
Jean-Luc Dompé: So sehr ich seine Offensivkünste schätze, so untragbar ist auf Erstliganiveau sein Defensivverhalten, das heute in der 9. Minute fast den Rückstand gekostet hätte, weil er den Weg nach hinten schlicht verweigerte. Es gibt nur sehr wenige Trainer, die so ein mannschaftsundienliches Verhalten dulden. Polzin ist einer davon. Heute auch aus Mangel an Alternativen. Aber: Wenn er offensiv so wenig bringt wie heute, dann ist das nichts. Note: 5,5
Damion Downs (bis 78.): Erstes Spiel – und gleich Startelf. Aber: noch ohne richtige Bindung. Die wird kommen, da bin ich mir sicher. Aber heute war das zu wenig. Note:
Alexander Rössing-Lelesit (ab 78.): Ihn in Unterzahl zu bringen war mutig.
Fabio Vieira (bis 78.): das Trainerteam will ihn auf dem Platz sehen, was auch richtig ist. Auf der Seite ist der Feinfuß verschenkt. Aber Note:
Guilherme Ramos (ab 78.):
Merlin Polzin: Was für ein Fehler!! Schon wieder! Elfadli auf dem Platz zu lassen, war lange vorhersehbar falsch. Und es wurde bestraft Ich habe schon vor der Halbzeit gesagt, dass das zu gefährlich ist. Ein entscheidender Fehler! Note: 5
Schiedsrichter Timo Gerach (Landau): Sowas nennt man „Heim-Schiri“. Dieser Elfer ist extrem hart. Gelbrot dann vielleicht logisch erklärbar – aber es verschärft die diskutable Entscheidung. Seine Wertungsspanne für Gelbe Karten war aber dramatisch schlecht - und zu Lasten des HSV. Das 2:1 gelten zu lassen, war falsch! Im Mittelfeld wird so ein Arm-Einsatz sogar bei weniger gepfiffen. Verstehe ich langsam alles nicht mehr. Matanovis Handspiel in der Nachspielzeit ließ er laufen – auch hier wurde die Entscheidung wieder zu Gunsten des SC Freiburg ausgelegt. Am Ende muss man festhalten, dass er und der VAR im Verbund ihren Job einfach nicht gemacht haben. Gemeinsame Note: 6
DIE STATISTIK ZUM SPIEL:
SC Freiburg: Atubolu – Kübler, Ginter, Lienhart (46. Jung), Günter – M. Eggestein, Manzambi (90.+4 Höfler), Treu (79. Beste), Y. Suzuki, Grifo (65. Osterhage) - Höler (65. Matanovic)
HSV: Heuer Fernandes – Capaldo, Vuskovic, Elfadli – Jatta (80. Gocholeishvili), Sambi Lokonga (90.+2 Königsdörffer), Remberg, Muheim – Vieira (79. Ramos), Downs (78. Rössing-Lelesiit), Dompe (57. Torunarigha)
Tore: 0:1 Vuskovic (48.), 1:1 Grifo (53./FE), 2:1 Matanovic (83.)
Zuschauer: 34.700 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Timo Gerach (Landau-Queichheim)
Gelbe Karten: Treu, Lienhart, Osterhage / Elfadli, Vuskovic, Heuer Fernandes, Polzin, Rössing-Lelesiit
Gelb-Rote Karten: - / Elfadli
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