Unaufgeregter, souveräner Heimsieg als Einstimmung für das DFB-Pokalhalbfinale
Der KSC hatte sich sehr viel vorgenommen. Das hatten mir die netten Kollegen aus Karlsruhe vor dem Spiel schon sehr ausführlich erläutert und angekündigt. Allein zu sehen war…

Der KSC hatte sich sehr viel vorgenommen. Das hatten mir die netten Kollegen aus Karlsruhe vor dem Spiel schon sehr ausführlich erläutert und angekündigt. Allein zu sehen war davon heute bei dem nie gefährdeten 3:0-Heimsieg des HSV nichts. Was allerdings nicht allein am schwachen KSC lag, sondern auch am HSV, der heute im Gegensatz zum Spiel bei Holstein Kiel das Tempo von der ersten Minute an hochhielt und nicht zu kompliziert spielte. Überraschend ohne Sonny Kittel, der zunächst nur auf der Bank saß. Aber dafür mit viel Schwung über beide Außenbahnen. Und dieser Schwung leitete dann auch das 1:0 ein. Den Startschuss für ein am Ende in allen Belangen überlegen und souverän geführtes Spiel des HSV vor 24.892 Zuschauern, die sich zehn Minuten vor Schluss schon intensiv auf das DFB-Pokalhalbfinale am Dienstag einstimmten.
Dass dem HSV dort ein gänzlich anderes Spiel bevorsteht, ist allen klar. Der SC Freiburg spielt leider einen sch…starken Ball momentan. Ich habe mir heute den souveränen 3:0-Sieg der Freiburger über 90 Minuten angeschaut und war begeistert. Sympathisch war mir der SC eh schon immer – aber jetzt kann ich behaupten, dass ich auch den Fußball auch attraktiv finde und mich umso mehr darauf freue, am Dienstag in das erstmals wieder ausverkaufte Volksparkstadion zu gehen. Mit einem wichtigen Dreier in der Liga im Rücken dürfte der HSV zumindest durchaus selbstbewusst in das Spiel gehen.
„Wir sind von Anfang an sehr selbstbewusst aufgetreten, machen relativ früh das 1:0 und das gibt natürlich Rückenwind, gerade zu Hause vor unseren Fans, die uns immer wieder angepeitscht haben“, sagte Mannschaftskapitän Sebastian Schonlau im Anschluss und frohlockte vor seinem ersten Auftritt als HSV-Profi vor ausverkauften Rängen im Volksparkstadion: „Es hat Spaß gemacht heute. Ich glaube, der Plan ist richtig gut aufgegangen. Jetzt freue ich mich tierisch darauf, am Dienstag erstmals vor ausverkauftem Stadion im Pokal anzutreten. Dieses Spiel ist für uns alle ein echtes Highlight, das vieleso noch nie erlebt haben und vielleicht auch so schnell nicht wieder erleben werden. Mal sehen, was mit unseren Fans im Rücken da noch alles möglich ist.“
Die Noten zum Spiel:
Daniel Heuer Fernandes: Wurde nicht gefordert, spielte wie gewohnt mit. Alles okay so. Note: 3
Moritz Heyer: Heute sehr schwankend zwischen cleverer Defensivarbeit und unsauberem Passspiel. Aber nach vorn wieder etwas aktiver und mutiger. Und er wurde in der zweiten Halbzeit besser. Note: 3
Sebastian Schonlau: In der 30. Minute kam er völlig (unverhofft) frei zum Kopfball – da war mehr drin. Ansonsten sehr umsichtig und im Paket mit seinen Nebenleuten heute unüberwindbar. Note: 3
Mario Vuskovic: Sein Glück – oder das des HSV – war, dass Kittel zunächst nur auf der Bank saß und er die Freistöße schießen durfte. Und dass er es kann wussten wir. Der erste war noch ein Warnschuss, der zweite ein richtig geiles Ding (32.) zum 2:0. Räumte defensiv alles weg, traf vorne: So macht sich immer schwerer haltbar für den HSV. Aber das alles nur im positiven Sinne. Note: 2

Josha Vagnoman (bis 75.): Mit seinem Kumpel Alidou auf links heute von der ersten Sekunde an wach – und deutlich gefährlicher als zuletzt in Kiel. Mutig in der Offensive mit gefährlichen Abschlüssen und einem sehenswerten Treffer, während er in der Defensive ganz stark spielte und absolut gar nichts zuließ. Miro Muheim wird warten müssen, bis Vagnoman sich verletzt der gesperrt ausfällt. Anders kommt der Schweizer aktuell ganz sicher nicht an Vagnoman vorbei in die Startelf. Seine Auswechslung jedenfalls darf Vagnoman als bester Mann auf dem Platz heute als Belohnung verstehen. Da er alle Aufgaben erledigt und sich zudem noch mit einem Tor belohnt hat, wird er auch hier als bester Mann auf auf dem Platz belohnt: Note: 1
Miro Muheim (ab 76.): War sofort drin im Spiel und versuchte, sich zu zeigen. Note: 3
Jonas Meffert (bis 75.): Organisator, Stratege und immer Herr der Lage. Er ist und bleibt der Fixpunkt im HSV-Spiel. Für seinen Trainer ebenso wie für seine Kameraden auf dem Platz. Wurde mit seiner Auswechslung schon für Dienstag geschont. Note: 2
Jonas David (ab 76.): War sofort da und hatte trotz der kurzen Zeit gute Aktionen. Note: 3
Anssi Suhonen: Brauchte ein paar Minuten, um sich an das Tempo zu gewöhnen und wurde dann mutiger – mit guten Szenen und schlauen Pässen. Er gibt keine Situation verloren, scheut keinen Zweikampf und traut sich auch den tödlichen Pass zu. Er deutet weiterhin an, wohin es mit ihm noch gehen kann – und das ist und bleibt spannend. Dass der Trainer nach dem Spiel (auf Nachfrage) ein Sonderlob in Richtung des Finnen schickte, zeigt, dass das heute gut war. (Fleiß-)Note: 2

Bakery Jatta (bis 65.): Mein Kicker-Kollege neben mir sagte gerade „Jatta macht heute ein schön geradliniges Spiel“, da fand die Flanke des zuletzt viel Kritisierten Robert Glatzel am zweiten Pfosten und das 1:0 (23.) war da. Und mein Kollege hatte Recht, Jatta spielte einfach – aber eben sehr effektiv. Kein falsches Risiko, immer alles mit möglichst viel Tempo und schnell den Nebenmann finden. Das war gut. Note: 2
Manuel Wintzheimer (ab 65.): Gefährlicher und präsenter in den 25 Minuten als Kaufmann über die gesamten 90 Minuten. Note: 3
Faride Alidou (bis 81.) : Er versucht viel – es gelingt noch immer wenig. Trotzdem war das heute schon eine Steigerung gegenüber seinen letzten Spielen. Note: 4
Giorgi Chakvetadze (ab 82.): Wollte noch was zeigen. Aber die Zeit war zu knapp. Bleibt daher auch ohne Benotung.
Robert Glatzel (bis 65.): Er war wieder da. Wobei er das eigentlich immer ist, wie ich finde. Nur heute eben auch wieder als Arbeiter, Ballschlepper, Ballverteiler – UND als Torschütze zum wichtigen 1:0. Für mich ist und bleibt er eine unverzichtbare Stütze im Team. Auch wenn das ehemalige Nationalspieler und andere anders sehen mögen – für mich ist Glatzel einer der besten Transfers des letzten Sommers. Note: 2
Sonny Kittel (ab 65.): Geschont? Oder war es eine schöpferische Pause nach zuletzt wirkungslosen Spielen? Egal wie, dem Spiel des HSV bekam es gut – ebenso wie Kittel selbst. Denn der war diesmal in den 25 Minuten nach seiner Einwechslung präsenter als zuletzt. Und ein gesunder, fitter und vor allem gewillter Kittel wird in den nächsten Wochen, insbesondere am Dienstag gegen den SC Freiburg, gebraucht. Note: 3
Mikkel Kaufmann: Er will, das sieht man. Zu Beginn und gegen Ende der zweiten Halbzeit hatte er dann auch seine Kopfballchancen, die beide Male knapp am Tor vorbei strichen. Aber das war dann leider auch alles. In den Zweikämpfen oft noch zu plump, selten clever. Am Ball überfordert. (Fleiß-)Note: 4
DIE DATEN ZUM SPIEL:
HSV: Heuer Fernandes - Heyer, Vuskovic, Schonlau, Vagnoman (73. Muheim) - Jatta (66. Kittel), Suhonen, Meffert (73. David), Alidou (78. Chakvetadze) - Kaufmann, Glatzel (66. Wintzheimer)
Karlsruher SC: Kuster - van Rhijn, Gordon, Kobald, Jakob - Gondorf, Breithaupt, Wanitzek (75. Lorenz) - Kaufmann (33. O’Shaughnessy), Hofmann (66. Schleusener), Goller (75. Batmaz)
Tore: 1:0 Glatzel (23.), 2:0 Vuskovic (32.), 3:0 Vagnoman (68.)
Zuschauer: 24.892
Schiedsrichter: Patrick Alt (Illingen)
Gelbe Karten: - / Gordon (19.), Goller (71.), Eichner (71.)
Gelb-Rote Karten: - / Gordon (30.)
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