Überraschender Wechsel - und Warten auf Mikelbrencis
Es ist überraschend – aber alles andere als unlogisch: Maximilian Rohr verlässt den HSV auf Leihbasis und wechselt bis zum Saisonende zum Aufstiegskandidaten SC Paderborn. Von…

Es ist überraschend – aber alles andere als unlogisch: Maximilian Rohr verlässt den HSV auf Leihbasis und wechselt bis zum Saisonende zum Aufstiegskandidaten SC Paderborn. Von der Mannschaft habe sich der defensive Mittelfeldspieler bereits verabschiedet, hieß es heute Nachmittag. Und obwohl Rohr im März gerade seinen Vertrag bis 2024 verlängert hatte, sehe ich diese Initiative, die vor allem vom Spieler ausgegangen sein soll, als sportlich nachvollziehbar an. Aus seiner Sicht zumindest! Zumal mit Anssi Suhonen heute ein weiterer Spieler für seine Position wieder gesund ins Mannschaftstraining zurückgekehrt ist und sich durch die Verpflichtung von Jean-Luc Dompé neben den gesetzten Jonas Meffert und Ludovit Reis auch noch Sonny Kittel neben Laszlo Benes, Jonas David und eben Suhonen um gefühlt eine Position streiten müsste.
Überraschend ist es allerdings, weil es sich absolut nicht angedeutet hatte und weil Paderborn ein Team ist, dass man aus HSV-Sicht nicht unnötig verstärken sollte. Rohr war im Sommer 2021 von Carl Zeiss Jena nach Hamburg gekommen und eigentlich für die zweite Mannschaft vorgesehen. Unter Trainer Tim Walter gelang ihm der Sprung zu den Profis. Nach bereits neun Zweitliga-Einsätze 2021/22). In der aktuellen Spielzeit stand der 27-Jährige in fünf Partien auf dem Platz, davon dreimal in der Startelf. Allerdings soll es tatsächlich eine sportliche – und HSV-Sicht zweifellos allein finanzielle Entscheidung gewesen sein.
Viel Glück beim neuen Klub SC Paderborn, Maxi!
Auf dem Sprung zum HSV ist indes William Mikelbrencis vom FC Metz. Immer noch – muss das natürlich heißen. Denn dieser Transfer des jungen Rechtsverteidigers bahnt sich ja nun schon seit einigen Wochen an. Mikelbrencis soll auch schon in hamburg sein, um hier schnellstmöglich seinen Medizincheck zu absolvieren. Dass heute mit Saint-Etiennes Yvann Macon ein weiterer Spieler in Verhandlungen mit dem HSV befinden soll, werte ich mal als Stilmittel, um dem FC Metz zu signalisieren, dass man nicht auf Mikelbrencis angewiesen ist. Das senkt die Forderung manchmal noch ein wenig ab. Bislang war eine Million Euro gefordert worden, seit gestern heißt es, die Franzosen wären dem HSV bis auf 700.000 Euro entgegengekommen. Ich jedenfalls rechne weiterhin mit der Verpflichtung, die am morgigen Mittwoch abgewickelt sein muss, da dann das Transferfenster schließt.
Suhonen und Amaechi sind zurück - Leibold verletzt
Mich freut es indes, dass Suhonen und auch Xavier Amaechi langsam wieder fit werden. Beide werden sicher noch eine Zeit brauchen, um bei 100 Prozent zu sein – aber insbesondere bei Suhonen freue ich mich auf dessen frische, energische und unbedarfte Art Fußball zu spielen. Er wird in Spielen, in denen der HSV mal wieder gegen tief stehende Defensiven agieren muss, sicher eine Bereicherung sein. Denn der flinke Finne besitzt die Qualität, enge Räume gut zu bespielen und dadurch wiederum Freiräume zu schaffen. Und Amaechi, bei dem ich wider die bisherigen Tendenzen irgendwie noch nicht so recht daran glauben mag, dass er den Durchbruch komplett schafft, ist eine weitere Alternative für die Außenbahn. Das hat er vor seiner Verletzung andeuten können.
Der wichtigste Zugang aber könnte sich auf einem ganz anderen Feld abspielen – nämlich hier. Seit heute unterstützt mich nämlich ein junger Mann aus meiner Nachbarschaft, der mitbekommen hatte, dass Louis hier gegangen war und das als seine Chance wahrgenommen hatte. Ein paar Telefonate, ein paar Treffen und schon geht es los. Um wen es sich handelt und wie es hier weitergeht – dazu morgen oder Donnerstag mehr.
Aber bevor ich mich hier verabschiede, noch ein Wort zum Kader: Denn der ist diese Saison – vorausgesetzt, es kommt noch ein Rechtsverteidiger – aus meiner Sicht stark genug, um die Aufstiegsträume zu verwirklichen. Allein im Sturmzentrum darf mit Robert Glatzel nichts passieren. Denn entgegen der Meinung von Walter und Sportvorstand Jonas Boldt glaube ich nicht, dass der länger ersetzt werden könnte. Auch nicht von Ransford Königsdörffer, der am Sonnabend noch einmal zwangspausieren muss.
Kein neuer Mittelstürmer in Sicht - oder doch?
Auch deshalb wundere ich mich, weshalb der hoch gewachsene Daouda Beleme noch nicht einmal als Sparringspartner bei den Profis mittrainieren darf. Der 21 Jahre junge Angreifer ist mit 1,87 Metern hochgewachsen, schnell und torgefährlich. Denn obwohl er nicht über die technischen Fertigkeiten eines Robert Glatzels verfügt, bringt er es in sechs Spielen Regionalliga immerhin schon auf sechs Treffer. Angesichts des Zweiklassenunterschiedes darf man das zweifellos nicht als Maßstab heranziehen. Aber es ist ein Indiz dafür, dass der Junge etwas kann. Und ihn im Training im B-Team zu testen, um zu sehen, inwieweit er sich auch höheren Ansprüchen gerecht werden kann, schadet nichts. Mehr noch: Der HSV hat angesichts seiner dünnen Mittelstürmer-Besetzung eigentlich gar keine Wahl. Es sei denn, Walter lehnt Beleme prinzipiell als ungeeignet ab. Wobei, fast noch interessanter finde ich den technisch starken, schnellen Nigerianer Moses Otuali, weshalb mich die Meinung der passionierten U21-Zuschauer hier im Blog mal sehr interessieren würde. Wen findet Ihr besser? Wen sieht Ihr in der U21 am nächsten zum Profikader?
In diesem Sinne, Euch allen noch einen schönen Abend mit dem vorletzten DFB-Pokalspiel der Hamburger Regionalligakicker vom FC Teutonia bei RB Leipzig.
Scholle
P.S.: Tim Leibold musste das Training heute mit einer Fußverletzung vorzeitig abbrechen und wurde mit dem Golfcart in die Kabine abtransportiert. Wie schlimm es letztlich ist, ist noch offen.
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