Trotz guter Leistungen: Warum dem HSV die Durchschlagskraft fehlt
Gut mitgehalten, aber keine Punkte. Das ist das Fazit aus den letzten 3 Spielen. Der HSV spielt guten Fußball, leider ohne Erfolg. Auch gestern wäre wieder mehr drin gewesen.…

Moin zusammen,
Gut mitgehalten, aber keine Punkte. Das ist das Fazit aus den letzten 3 Spielen. Der HSV spielt guten Fußball, leider ohne Erfolg. Auch gestern wäre wieder mehr drin gewesen. Doch am Ende steht man wieder mit einer Niederlage da. Sicherlich war die erste Halbzeit nicht gut, aber vor den beiden Karten war der HSV drauf und dran, das zweite Tor nachzulegen. Selbst mit 10 Mann war man dran, die zweite rote Karte brach das Genick. Aber leider bringt es nichts, hier alles schönzureden. Der HSV braucht Punkte.
Nach so einem Spiel wie gestern schmerzt vor allem die Niederlage gegen Wolfsburg ein weiteres Mal. Und jetzt kommt Dortmund. Ein Gegner, gegen den man sich nicht unbedingt sichere Punkte einplant. Sicherlich ist der HSV in der Lage, gegen Dortmund Punkte zu holen, aber die Dortmunder machen gerade genau das Gegenteil vom HSV: Unattraktiver, aber effizienter Fußball. Dortmund spielt momentan nicht die Sterne vom Himmel, aber sie holen die Punkte. Und das ist das, was zählt. Es bringt am Ende nichts, wenn man jedes Spiel gut spielt, aber am Ende weniger Punkte als 15 andere Mannschaften hat.
Was muss sich ändern?
Der HSV steht vor einer elementaren Frage: Was müssen wir tun, um Punkte zu holen? Man muss hier nicht das ganze System über Bord werfen. Denn defensiv steht man meistens stabil. Das erste Tor fängt man sich in Köln durch einen individuellen Fehler, vor dem 2:0 verpasst man es, den Angriff vorzeitig zu unterbinden.
Was mir gestern nicht gefallen hat, war das Tempo der Angriffe. Immer wieder spielte man sich gut bis zum 16er, aber wartete dann zu lange. Bis der Ball in die Tiefe oder in den 16er kam, war die Defensive der Kölner schon wieder organisiert. Vor allem die Außenspieler haben für meinen Geschmack zu wenig Fahrt aufgenommen. Zu selten wurde der Ball mit dem ersten Kontakt in den Lauf mitgenommen, der Ball wurde häufig zu spät gespielt. Dann kommen auch noch Aktionen wie der Kopfball von Königsdörffer dazu. Das sind einfach Bälle, die reinmüssen.
Der HSV muss jetzt schauen, wie man die nächsten Wochen angeht. Poulsens Einwechslung zeigte direkt Wirkung und der HSV wurde auch in der Box präsenter. Ich verstehe den Ansatz, mit Königsdörffer auf Umschaltmomente zu setzen, und ich habe mich auch immer wieder dafür eingesetzt, aber ich habe so langsam das Gefühl, dass sich die Gegner bewusst tiefer stellen, weil sie dem HSV so seine Stärke mit dem Tempo nehmen. Man hat gestern erneut versucht, das Mann-gegen-Mann-Pressing der Kölner mit langen Bällen zu überspielen, allerdings kam man nicht an die zweiten Bälle. Und mit Königsdörffer hat man im Sturm keinen Spieler, der dafür bekannt ist, Bälle aus der Luft festzumachen.
Die Boxpräsenz ist zu niedrig
Der HSV muss nun einen Weg finden, offensiv effektiver zu werden. Und ich bin der Meinung, man würde einen erheblichen Schritt machen, wenn man die Box-Präsenz erhöht. Das heißt nicht zwangsläufig, dass Königsdörffer auf die Bank muss, aber man braucht einen Abnehmer für die Flanken. Heute wurde Niclas Füllkrug in Verbindung mit dem HSV gebracht. Es ist kein konkretes Gerücht, Marcel Reif, sprach im BILD-Format "Reis ist live" an, dass Füllkrug ein guter Transfer für den HSV wäre. Das wäre wahrscheinlich genau so ein Spieler, der die Flanken abnehmen würde. Aber man hat ja nun auch 2 solcher Spieler im Kader. Und man hat mit Selke einen Spielertypen wie Füllkrug im Sommer abgegeben. Mal ganz davon abgesehen, dass der HSV da wahrscheinlich gehaltstechnisch nicht mitgehen könnte (5 Mio. netto), beschreibt dieses Gerücht wahrscheinlich ganz gut das, was dem HSV fehlt, und zwar Box-Präsenz.
Aber nichtsdestotrotz muss man offensiv auch die Flanken früher bringen. Häufig kommen die Flanken erst, wenn 2–3 große Defensivspieler des Gegners im Strafraum sind. Dann wird es für jeden Stürmer schwer, sich durchzusetzen. Es fehlt also einerseits die Schnelligkeit, andererseits die Box-Präsenz. Das sind m. M. n. die Dinge, die sich in den nächsten Wochen verbessern müssen. Wenn das passiert, sehe ich keinen Grund, warum der HSV nicht in der Lage sein sollte, mindestens Platz 15 am Ende der Saison zu erreichen. Man steht defensiv gut und muss diese Stabilität, die man in das Spiel bekommen hat, nun noch offensiv vergolden. Und hier muss man nun die richtigen Anpassungen treffen. Die Dinge, die ich hier angesprochen habe, sind keine Blaupause, aber ich persönlich denke, dass man mit diesen Anpassungen offensiv deutlich mehr rausholen kann.
Schreibt doch mal gerne, wie ihr das seht.
Tom
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