Spielbericht

Trotz Comeback in Unterzahl: So reicht es einfach nicht!

Der HSV dreht in der letzten Minute ein verloren geglaubtes Spiel in Magdeburg noch in ein 2:2 und rettet damit einen Punkt – der aber deutlich zu wenig ist für die eigenen…

Trotz Comeback in Unterzahl: So reicht es einfach nicht!

Der HSV dreht in der letzten Minute ein verloren geglaubtes Spiel in Magdeburg noch in ein 2:2 und rettet damit einen Punkt – der aber deutlich zu wenig ist für die eigenen Ansprüche. Die letzten 25 bis 30 Minuten in Magdeburg haben zudem gezeigt, wie viel mehr heute möglich gewesen wäre. Und in Summe kann und darf niemand mit diesem Spiel zufrieden sein. Im Gegenteil: Die erste Stunde des Spiels war ein weiterer Rückschritt des HSV, der erst wieder auflebte, als Jean Luc Dompé und Robert Glatzel eingewechselt wurden. Das Blitzfazit:

SPIELERBEWERTUNGEN:

MATHEO RAAB: Denn ersten Elfer kann er halten, den zweiten muss er halten. Vor allem aber muss er den zweiten Elfer verhindern, indem er klarer zum Ball geht, anstatt daran vorbeizulaufen. Insgesamt trotz guter Aktionen so ein wesentlicher Teil des enttäuschenden 2:2.  Note: 4,5

LUDOVIT REIS: Beim zweiten Elfmeter für Magdeburg ist er von Raabs Aktion überrascht und rutscht seinem Gegenspieler in die Beine – bitter. Ansonsten heute ohne auffällige Aktionen. Ich hoffe sehr, dass er mit der Rückkehr von van der Brempt im Mittelfeld wieder wichtig wird. Note: 4

SEBASTIAN SCHONLAU: Dass einfache lange Bälle über die Abwehr noch zu hundertprozentigen Chancen für den Gegner führen, liegt auch an ihm und seiner Organisation. Dass er in der zweiten Halbzeit das Spiel offensiv mit ankurbelte und sogar selbst traf macht aus der 5 für die erste Halbzeit und die 2 aus der zweiten Halbzeit eine  Note: 3
GUILHERME RAMOS: 
Das rustikale Spiel gehört zu seiner Zweikampstärke – und leider auch zu solch unbeholfenen Aktionen wie vor der Roten Karte. Dass diese aus meiner Sicht falsch war, dabei bleibe ich. Für den Innenverteidiger ist es besonders bitter, weil er jetzt gesperrt wohl wieder zusehen muss, wie seine Konkurrenten sich seinen Platz sichern. Note: 5

MIRO MUHEIN: Spielte unaufgeregt und solide defensiv. Offensiv kann er mehr, als das haute. Aber auf ihn kann man sich verlassen.  Note: 3

JONAS MEFFERT (bis 90.): Köpfte spät den Ausgleich und war im Mittelfeld sehr viel unterwegs – aber für eine stabile Ordnung des Zentrums sorgte er nicht. Von daher hat er seinen Job heute trotz des Kopfballtreffers in der 90. Minute nicht erfüllt.  Note: 3,5
LASZLO BENES: 
Er ist aktuell die einzige Torgefahr, solange Dompé und Glatzel nicht auf dem Feld stehen. Und das bewies er heute auch wieder. Aber auch er muss deutlich mehr für das Offensivspiel tun als heute. Note: 4

BAKERY JATTA (bis 61.): Ohne seine schnellen Läufe über die Außen ist er wirkungslos und meistens – so wie heute – fürs HSV-Spiel überflüssig. Das war mal wieder dürftig vom Gambier. Note: 5

JEAN LUC DOMPÉ (ab 61.): Brachte sofort Schwung ins Spiel und dürfte einen Startplatz am kommenden Wochenende sicher haben, sofern unter der Woche nichts ungewöhnliches passiert. Er war die Wende, das war wirklich sehr ordentlich! Note: 2

ANDRAS NEMETH (bis 61.): Er sollte sich endlich beweisen und bewies, dass man auf ihn nicht setzen kann. So war selbst Raab mit ein, zwei langen Bällen nach vorn mehr an der Offensive beteiligt als der Angreifer, der diesen Status weiter sportlich nicht erfüllt. Schwach. Note: 5

ROBERT GLATZEL (ab 61.): Zusammen mit Dompé war er der Grund, weshalb der HSV offensiv plötzlich zünden konnte. Und auch wenn er wieder nicht getroffen hat (den Kopfball macht er sonst eigentlich rein…) hat seine Einwechslung noch einmal deutlich gemacht, dass der HSV auf ihn vorn angewiesen ist. Note: 3

IMMANUEL PHERAI (bis 30.): Ballverluste, verlorene Zweikämpfe und geblockte Schüsse bis er taktisch bedingt ausgewechselt wurde. Das war mal wieder nicht sein Tag. Und weil er eh schon scheiße drauf sein dürfte, erspare ich ihm hier die schwache Note.

STEPHAN AMBROSIUS (ab 30.): Zu Beginn seiner Spielzeit dachte ich, er könne aus irgendeinem Grund nicht sprinten. Im Laufe des Spiels wurde das etwas besser. Aber um sich die Position neben Schonlau zu sichern, muss er mehr zeigen. Note: 4

RANSFORD KÖNGSDÖRFFER (bis 84.): Mit weniger Licht als Schatten wurde er ausgewechselt, als ich ihn gerade besser werdend sah. Aber auch er muss mehr Einfluss und Verantwortung für das eigene Offensivspiel des HSV nehmen. So reicht das nicht. Note: 4

MASAYA OKUGAWA (ab 84.): Er kam und hatte ein paar Aktionen, die gut begannen und schlecht endeten. Aber um ihn zu beurteilen, bedarf es mehr Spielzeit. Mal sehen, ob die Leihgabe diese noch bekommt.

TRAINER STEFFEN BAUMGART: Er bekommt die Mannschaft einfach nicht in die Spur, mal 90 Minuten halbwegs souverän aufzutreten. Dass die Mannschaft am Ende noch in Unterzahl zurückkommt, zeigte, was in Magdeburg möglich gewesen wäre, wenn man 90 Minuten Gas gibt. So dürfte auch Baumgart alles andere als zufrieden sein. Note: 4

DIE STATISTIK ZUM SPIEL:

1. FC Magdeburg: Reimann - Hoti, Gnaka, Heber - Bockhorn, El Hankouri (90.), Conde, Bell - Atik (81. Nollenberger), Schuler (81. Lawrence), Teixeira (68. Ito)

HSV: Raab - Ramos, Schonlau, Muheim - Meffert, Reis - Jatta (61. Dompe), Pherai (30. Ambrosius), Benes, Königsdörffer (84. Okugawa) - Nemeth (61. Glatzel)

Tore: 1:0 El Hankouri (34., FE), 2:0 El Hankouri (45.+7, FE), 2:1 Schonlau (67.), 2:2 Meffert (90.+4)

Zuschauer: 27.000 (ausverkauft)

Schiedsrichter: Dr. Robert Kampka (Mainz)

Gelbe Karten: Schuler, Conde / - 

STIMMEN ZUM SPIEL:

Steffen Baumgart: Bis zu den fragwürdigen Entscheidungen mit den Elfmetern war es ein ausgeglichenes Spiel, in dem beide Mannschaften keine großen Möglichkeiten hatten. Die Elfmeter-Situationen sehe ich mit der HSV-Brille natürlich ein wenig anders. Beide Entscheidungen waren unglücklich. In der Halbzeit haben wir aber Ruhe bewahrt. Im zweiten Durchgang sind die Jungs über die Grenzen gegangen, so wie ich mir das vorstelle. Wir hatten mehrere hundertprozentige Chancen, hätten sogar noch gewinnen können. Deswegen bin ich einerseits enttäuscht, andererseits aber auch stolz auf die Moral der Jungs.

Christian Titz (Trainer FC Mgdeburg): Bis zur 65. Minute hatten wir die Kontrolle über dieses Spiel. Mit dem Gegentor sind wir nicht mehr gut angelaufen, haben das Spiel aus der Hand gegeben und nicht mehr sauber zu Ende gespielt. So müssen wir uns heute mit dem 2:2 zufriedengeben, obwohl der Ausgleich in der letzten Minute sehr unglücklich ist.

Sebastian Schonlau: Wir haben immer weiter gemacht, egal wie aussichtslos die Situation war. War lagen zur Pause mit 0:2 hinten, hatten einen Mann weniger und 25.000 Fans gegen uns. Da gibt es nicht wenige Mannschaften, die noch so eine zweite Hälfte zeigen. Doch das ist uns gelungen und darauf können wir heute stolz sein. Wir haben diese unbedingte Gier gezeigt, dass sich alle aufreißen für den Verein. Die Art und Weise wie wir mit den Rückschlägen und den Elfmetern umgegangen sind, zeigt, was in uns steckt. Das wollen wir in den letzten fünf Spiel mitnehmen. 

Jonas Meffert: Die Mannschaft hat heute einfach Charakter gezeigt. Der Start war mehr als unglücklich mit der Roten Karte, dem Elfmeter und dem zweiten Gegentor kurz vor der Pause. Das war alles extrem bitter, es lief alles gegen uns. Wir sind zum Glück in der zweiten Hälfte trotz einer überragenden Torwartleistung von Reimann noch zurückgekommen. Wir haben dann ein wenig alles oder nichts gespielt. Dompé hat unglaublichen Schwung gebracht und auch die Präsenz von Bobby hat uns geholfen. Ich freue mich für die Mannschaft, dass wir uns für den Einsatz belohnt haben. So müssen wir auch die letzten Spiele angehen. Aufgeben ist keine Option.

Matheo Raab: Wir waren auch schon vor dem 0:1 da und hatten gute Chancen. Nach dem Rückstand und der Roten Karte mussten wir uns dann erstmal wieder sortieren. Das ist uns trotz eines zweiten Gegentores dann gelungen. Im zweiten Durchgang hätte man denken können, dass wir einen Spieler mehr haben. Wir müssen aus dieser Hälfte unglaublich viel Kraft für die letzten Spiele ziehen. Wir wollten natürlich zwei Punkte mehr, aber wir haben gezeigt, dass wir selbst zu zehnt Rückstände aufholen können. Das sollte uns enormen Schub geben.

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