Trainingslager-Fazit: Remberg sticht als Mentor heraus
Das erste Trainingslager in Helsingør ist beendet. Während Routiniers wie Remberg vorangehen, gibt es bei anderen Akteuren noch deutlichen Nachholbedarf.

Helsingør-Fazit: Wer ist bereit für die neue Saison?
Mit der heutigen Einheit um 11 Uhr endet das erste Trainingslager des Hamburger SV in Helsingør. Zwar wurden hier noch nicht alle Details verfeinert – das folgt sicherlich im Trainingslager in Österreich –, aber man konnte sich ein erstes Bild davon machen, wer bereit für die neue Saison ist und bei wem noch Nachholbedarf herrscht.
Der Kader war gespickt mit jungen Spielern. Hier warfen alle alles rein und versuchten, sich aufzudrängen. Das ist schon mal ein gutes Zeichen und bringt Ehrgeiz rein. Dass es aber noch an einigen Stellen Nachholbedarf gibt, habe ich ja bereits im vorherigen Blog erwähnt. Zwei Spieler, die sowohl für die jungen Spieler als auch für alle anderen eine Stütze sein können, sind Nicolai Remberg und Daniel Heuer Fernandes. Sie pushen alle Mitspieler, geben Kommandos und zeigen Präsenz. Remberg in den Zweikämpfen und im Passspiel, Heuer Fernandes mit Paraden und im Game-Coaching aus dem Strafraum heraus. Beide waren in der letzten Saison Schlüsselspieler und werden es wohl auch in der neuen Saison sein.
Heuer Fernandes hatte ja schon lange ein gutes Standing in der Mannschaft, Remberg hat sich dieses über die letzte Saison erarbeitet. Beide geben auf dem Feld und im Training immer alles und überzeugen mit Leistung. Das führt dazu, dass die anderen Jungs auch auf sie hören. Dabei sind beide keine Nörgler, sondern geben Tipps mit. Das ist etwas, was positiv auffällt.
Dompe kann noch deutlich mehr machen
Ich möchte einmal über die Personalie Jean-Luc Dompe sprechen. Dass die Bälle nicht mehr so reinfallen wie früher, ist die eine Sache, aber auf mich wirkt es, als hätte Dompe gar keine Lust, sich reinzuhängen und sich zu verbessern. Seine Leistungen in der letzten Saison waren nicht gut, das ist manchmal so. Aber da könnte man ja dran arbeiten, denn das Potenzial, den HSV stärker zu machen, hat er. Die Qualität in der Bundesliga lässt jedoch nicht mehr zu, dass er alleine durch seine individuelle Stärke den Unterschied macht.
Er muss sich reinhängen und an den Dingen arbeiten, die noch nicht funktioniert haben, unter anderem die Rückwärtsbewegung. Wenn er den Ball bekommt, geht er in die Aktion rein, aber abseits vom Ball ist das alles irgendwie sehr wenig. Das begann schon in der letzten Saison. Nachdem bekannt wurde, dass Dompe mit seiner Rolle unzufrieden ist, hätte man erwarten können, dass er sich in der Vorbereitung richtig reinhängt, um zu zeigen, dass er nach wie vor ein Unterschiedsspieler sein kann. Wenn Dompe die Energie einbringen würde, die z. B. ein Louis Lemke oder auch ein Jannes von Dieczelski (ebenfalls Jugendspieler) mitbringen, wäre er m. E. einer der besten Spieler im Kader und würde Polzin vor die Wahl stellen, am Ende doch mit einem klaren Flügelspieler auf der linken Seite, in Person von Dompe, zu agieren. Aber davon ist Dompe aktuell mMn weit weg. Mal sehen, was da noch von ihm kommt.
Louis Lemke: Talent gepaart mit dem richtigen Mentor?
Beim Thema Louis Lemke können wir anschließen. Lemke gilt ja als eines der großen HSV-Talente, dennoch ist er mit 16 Jahren immer noch immens jung. Man sieht ihm an, dass er alles reinwirft, und auch technisch ist das sauber. Er trainierte gestern Flanken aus dem Lauf heraus und da waren echt ein paar gute dabei. Wenn er daran anschließt und weiter hart arbeitet, kann Lemke ein richtig guter Kicker werden. Lemke stand ja dieses Jahr mehrmals im Kader, durfte gegen Freiburg sogar seine ersten Sekunden Bundesliga-Luft schnuppern.
Einen Vorteil, den Louis Lemke jetzt schon hat, ist, dass Nicolai Remberg sich laut eigener Aussage vorgenommen hat, Lemke etwas an die Hand zu nehmen. Remberg sprach gestern in einer Medienrunde über seine Rolle als Charakter in der Mannschaft und er erwähnte, dass er Louis Lemke in seinem Weg unterstützen möchte. Laut Remberg sei Lemke sehr lernwillig und auch charakterlich richtig gut drauf. Das sah man auch am Donnerstag, als die beiden nach dem Training zusammen Sprints absolvierten. Zudem nimmt Remberg Lemke laut eigener Aussage mit in den Kraftraum und versucht, ihn da zu unterstützen.
Rembergs Ambitionen und der Blick auf Neuzugänge
Generell möchte Remberg noch mehr die Leader-Rolle übernehmen. Er selbst hat sich seinen Weg hart erarbeitet und möchte weitergeben, dass man sich durch die „Extra-Meter“ weiterentwickelt. „Durch das weitere Bundesliga-Jahr hat man wieder ein Jahr mehr Erfahrung und kann das dann weitergeben“, so der 26-Jährige.
Bezüglich potenzieller Neuzugänge hält sich Remberg zurück: „Da habe ich gar keinen Einfluss drauf, da mache ich mir gar keine Gedanken drum. Das Team wird zum ersten Pflichtspiel stehen.“
Über seine eigene Person sagte der 26-Jährige: „Ich bin sehr happy, dass ich die Möglichkeit bekommen habe, hier zu spielen.“ Er fügte an, dass er sich fußballerisch immer verbessern wolle und dass er das in der letzten Saison auch geschafft habe. In diesem Fall sprechen die Statistiken für ihn: Lag Rembergs Passquote in der Saison 24/25 noch bei 83 %, konnte er sich in diesem Wert in der vergangenen Saison um 7 % steigern. Mit über 90 % Passquote steht Remberg auf Platz 11 der gesamten Bundesliga.
Blick voraus: Transfergerüchte
Der HSV startet nun mit der Vorbereitung am Volkspark und hat noch knapp sechs Wochen Zeit bis zum Pokalspiel in Verl. Bis dahin werden sicherlich noch Spieler zum HSV stoßen. Ein erster Kandidat könnte Martin Adeline sein. Wie die französische Zeitung L’Équipe berichtet, haben die Gespräche zwischen dem HSV und Troyes erhebliche Fortschritte gemacht. Adeline stieg in der letzten Saison mit Troyes aus der Ligue 2 in die Ligue 1 auf. Dabei kam Adeline in 32 Liga Spielen auf 10 Tore und 11 Assists. Zudem erzielte er im Coupe de France 1 Tor und legte 2 weitere auf. Finanziell geht es laut dem Bericht um eine Transfersumme von rund 6 Millionen Euro. Da Adelines Vertrag im nächsten Sommer ausläuft, könnte dies ein interessanter Transfer sein. Was Adeline ausmacht und was das für die Personalie Fabio Vieira bedeutet, besprechen wir, sobald es konkreter wird, aktuell gibt es nur diesen Bericht aus L’Équipe
Update
Der HSV wird Martin Adeline verpflichten. Die Ablöse liegt bei ca. 4 Millionen Euro+ Boni. Was genau Adeline ausmacht und wie er eingesetzt wird begutachten wir im neuen Blog am Dienstag!
Tom
Die neue Saison beginnt zu Hause
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