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Thioune: „Es gibt nur zwei Möglichkeiten...“

Eigentlich hatte ich diesen Blog schon abgehakt. Ich habe heute Nachmittag mit meiner Tochter spontan einen schönen Papa-Tochter-Couch-Tag eingeläutet. Und eigentlich wollte…

Thioune: „Es gibt nur zwei Möglichkeiten...“

Eigentlich hatte ich diesen Blog schon abgehakt. Ich habe heute Nachmittag mit meiner Tochter spontan einen schönen Papa-Tochter-Couch-Tag eingeläutet. Und eigentlich wollte ich den durchziehen. Aber, wie so oft, es geht eben nicht ohne HSV. Ich kann mich ja nicht an einem Tag nach einem solchen Spiel einfach rausziehen. Zumal ich die VAR-Diskussion gestern selbst thematisiert habe und das heute für einige Diskussion in unseren Foren sorgte. Vor allem aber konnte ich mich nicht einfach rausziehen, weil ich der Meinung bin, dass man gerade dann Präsenz zeigen muss, wenn es am wenigsten läuft. Und die Partien in Hannover und jetzt Darmstadt haben hier in Hamburg rund um den HSV schon wieder eine Depression ausgelöst, wie ich sie nicht verstehen will. Und nicht verstehen kann. 

Ich bin in Sachen Haltung weiter bei Daniel Thioune und seiner Art. Denn der hatte, kaum war das Spiel beendet, seine Spieler auf dem Rasen um sich herum versammelt und ermutigende Worte an seine Jungs gerichtet. Er forderte sie zu einer Trotzreaktion auf. „Es gibt zwei Möglichkeiten“, rekapitulierte Thioune später seine Ansprache. „Wir nehmen das jetzt so und wehren uns gegen alle Widerstände, die da sind, arbeiten fleißig weiter, sind beharrlich, kommen in unsere Abläufe rein und gewinnen wieder Fußballspiele - oder wir ergeben uns. Und wer als Fußballer die Wahl hat, wird sicherlich Ersteres wählen.“  

Frust über fehlende Effizienz - und den Kölner Keller

Die Verfolger Greuther Fürth und Holstein Kiel haben noch Spiele nachzuholen und könnten am HSVvorbeiziehen. Deshalb wäre ein Sieg gegen Darmstadt nach den verschenkten Punkten gegen Hannover 96 (3:3) fünf Tage zuvor wichtig gewesen. „Ich kann meiner Mannschaft aber keinen Vorwurf machen. Sie hat trotzdem weiter versucht, nach vorne zu spielen“, sagte Thioune. „Chancen waren ausreichend da. Wir haben einen guten Torwart auf der anderen Seite gesehen, der sehr viel rausgeholt hat. Wir hatten auch einige Momente, wo wir nicht gut abgeschlossen haben. Aber unter dem Strich bleiben die Enttäuschung und die Niederlage.“

Frust und Ratlosigkeit hatten vor allem Torjäger Simon Terodde ergriffen. Er konnte nicht glauben, dass ihm Videoassistent und Schiedsrichter in der 72. Minute nicht den Elfmeter zuerkannt hatten, der seiner Meinung nach ein glasklarer war. „Das nervt mich total“, schimpfte der Mittelstürmer, dem Tage zuvor in Hannover ein Tor wegen angeblichen Abseits aberkannt worden war. Und auch ich werde diese Diskussion hier noch einmal aufmachen, weil sie so derart unsachlich geführt wird in unserem Kommentarbereich (auch bei Facebook).

Fakt ist, der Schiedsrichter hatte ein Foul gesehen und das gepfiffen. Der Videoassistent sorgte dann dafür, dass sich Kampka die Szene noch einmal auf Video ansah, weil in Köln Zweifel aufgekommen waren. Fakt ist auch, der Schiedsrichter brauchte vier (!!) Minuten, um zu erkennen, das ihm offenbar ein klarer Fehler unterlaufen war. Ein klarer Fehler nämlich muss es sein, um so eine Entscheidung im Nachhinein zurückzunehmen. Aber: War es das?

Mitnichten!!! Ich mache es mir leicht und zitiere an diese Stelle einen Post eines Exprofis, der es auf den Punkt bringt. Vielleicht glaubt ihr dem ja mehr als mir. Daher vielen Dank an Marinus Bester, den Ex-HSV-Profi, für diesen Beitrag, den ich anders formuliert hatte  - aber zu 100 Prozent unterschreibe:

Wäre der VAR selber einmal Stürmer auf hohem Niveau gewesen, würde er verstehen, weshalb das sehr wohl ein Elfer war. Terodde hackt in dieser Situation ja nicht aus heiterem Himmel in den Boden. Das kann man aber nur nachvollziehen, wenn man mal selber in so einer Situation gewesen ist und genau weiß, was auf diesem Niveau auch nur die kleinste Berührung im Bewegungsablauf von Terodde verschieben kann. 
Vielleicht sollte der DFB mal über einen eloquenten Ex-Profi als „Mitbewohner“ im Kölner Keller nachdenken.  Der hätte sofort erkannt, dass der Elferpfiff keine krasse Fehlentscheidung gewesen ist. 

Ex-HSV-Profi Marinus Bester zum Elfmeter an Simon Terodde bei MoinVolkspark

Aber, um das hier auch noch einmal klar zu sagen: Ich habe die Niederlage gegen Darmstadt zu null Prozent am Schiri festgemacht. Ich habe mich gestern aber maßlos darüber geärgert, dass die Jungs und Mädels im Kölner Keller nicht mal in der Lage sind, in aller Ruhe Situationen zu beurteilen, für die sie gefühlt 100 Kameraeinstellungen haben. Dem Schiedsrichter mache ich dabei noch den kleinsten Vorwurf. Er hat alles versucht, seine Entscheidung abzusichern. Allein die Kameraeinstellung, die seinen Verdacht bestätigt hätte, bekam er aus Köln nicht gezeigt: Die Hintertorkamera. Denn dort ist genau das zu sehen, was Marinus Bester oben beschrieben hat und was Kampka glaubte, erkannt zu haben. 

Dann noch ein Wort zum Kölner Keller, den ich nicht grundsätzlich ablehne. Aber: Wenn zweimal eingegriffen wird im Spiel, dabei allein die Elfmeterüberprüfung schon vier Minuten dauert – wie ko0mmt man dann bitte auf vier Minuten Nachspielzeit?? Da waren noch vier Wechselphasen (für jede Wechselpause sollen die Schiedsrichter 30 Sekunden nachspielen lassen), noch drei Tore, die das Spiel unterbrachen (zumal auch hier immer noch mal auf die Überprüfung aus Köln gewartet wird. Nein, diese vier Minuten sind einfach so bestimmt. Ohne jede Basis. Das meinte ich damit, dass der Kölner Keller abwesend war! Und auch das nervt mich. Denn da machen (gut bezahlte) Leute ihren Job nicht nur schlecht – sie machen ihn gar nicht. Und das ist respektlos den Mannschaften gegenüber, die auf dem Platz teilweise um Existenzen ihrer Klubs kämpfen.

Wohlgemerkt: Der HSV hat das Spiel verloren, weil er seine Szenen nicht konsequent ausgespielt hat. Weil man im letzten Moment einfach nicht so gierig war, wie man es sein muss. Und, weil Darmstadt es entweder gut verteidigte und Keeper Schuhen einfach richtig stark war. Mit anderen Worten: Eine absolut unnötige, aber eben nicht unverdiente Niederlage. Irgendwie ist es schon passend, dass beruhigende bzw. deeskalierend einordnende Worte von Markus Anfang, dem Trainer der Darmstädter, kamen. „Ich glaube, dass derHSV aufsteigen wird. Man braucht viel Geduld. Das weiß ich aus meiner Kölner Zeit. Aber der Verein hat die Qualität und die Struktur, um aufzusteigen“, sagte der Coach, der auch schon Holstein Kiel in der 2. Liga betreute und mit den Schleswig-Holsteinern 2018 in der Aufstiegsrelegation gegen Wolfsburg stand. 

Eine Pause steht bevor - und das ist ganz gut so

Uns steht nun eine längere Pause bevor. Das Spiel gegen den SV Sandhausen ist bereits verschoben worden. Selbiges könnte mit dem Heimspiel am 20. April gegen den Karlsruher SC geschehen, weil sich der KSC genauso wie Sandhausen in Quarantäne befindet. In diesem Fall würde das nächste Ligaspiel erst am 24. April beim SSV Jahn Regensburg stattfinden.  

„Es ist sehr, sehr unglücklich, dass wir jetzt 14 Tage raus sind. Aber damit müssen wir uns auseinandersetzen“, sagte Thioune, der das Beste aus der misslichen Lage machen möchte. „Wir werden in die Analyse gehen. Dann können meine Jungs ein bisschen durchschnaufen, weil sie jetzt 14 Tage durchgearbeitet haben. Und dann geht es darum, weiter zu arbeiten und Gas zu geben.“ Ich werde morgen auf jeden Fall frei machen. Dann mal den ganzen Tag nur Kinder bespaßen – und ausspannen. Brauchen wir alle mal. Gerade in diesen Tagen, die noch hektisch genug werden. Und das sage ich mit einem Gruß nach Bochum, wo man heute die Steilvorlage des HSV gegen Paderborn nicht zu nutzen wusste und 0:3 verlor.

Als Schlusswort habe ich heute einen Kommentar von Simon Terodde gewählt - passend zum Thema in diesem Blog. denn der sagt: „Ich glaube, heute, morgen und Sonntag bin ich sauer. Aber ich bin zu 100 Prozent sicher, dass wir am Ende was zu feiern haben.“ 

In diesem Sinne, bis morgen! Oder Montag. Mal sehen… ;-)

Scholle

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