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Thioune entlassen - Hrubesch übernimmt ab sofort

Ich hatte es gestern an selber Stelle schon angedeutet, intern hatte sich diese Entwicklung bereits abgezeichnet - und heute ist es offiziell: Der HSV trennt sich per sofort…

Thioune entlassen - Hrubesch übernimmt ab sofort

Ich hatte es gestern an selber Stelle schon angedeutet, intern hatte sich diese Entwicklung bereits abgezeichnet - und heute ist es offiziell: Der HSV trennt sich per sofort von seinem Trainer Daniel Thioune. Um 9.45 Uhr erhielt ich die Nachricht, dass die Entscheidung gegen Thioune und für Horst Hrubesch in den letzten drei Saisonspielen gefallen sei. Kurz darauf verkündete es der HSV dann wie folgt per Pressemitteilung:

HORST HRUBESCH ÜBERNIMMT DAS TRAINERAMT

HSV STELLT TRAINER THIOUNE FREI UND GEHT IN DIE VERBLEIBENDEN SAISONPARTIEN MIT SEINEM ERFAHRENEN NACHWUCHSCHEF.

Der HSV wechselt seinen Cheftrainer. Vorstand Jonas Boldt und Sportdirektor Michael Mutzel stellten Daniel Thioune mit sofortiger Wirkung von allen Aufgaben frei. Horst Hrubesch, Nachwuchsdirektor der Rothosen, wird die Trainerrolle bis zum Ende dieser Saison übernehmen. 

Vorstand und Sportdirektor informierten die Mannschaft am Montagmorgen über die Entscheidungen. Am Montagnachmittag findet die erste Trainingseinheit unter der Regie Hrubeschs statt.

Pressemitteilung des HSV vom 03. Mai 2021

Darunter stand dann noch der Hinweis auf ein Interview mit dem neuen Interimstrainer, in dem Hrubesch sich zu den Umständen äußerte. Nicht ausufernd, sondern pragmatisch kurz. Eben so, wie man sich seine Arbeit mit der Mannschaft für die letzten drei Spiele auch vorstellt. Was ich meine, fasste Hrubesch in einem Satz zusammen. Auf die Frage, was er denn jetzt vorhabe, sagte er: „Wir müssen alles daran setzen, den Mist, den wir verbockt haben, wieder geradezurücken?“

Und damit war keine Kritik am scheidenden Trainer Daniel Thioune gemeint. Dafür hat Hrubesch zu viel Anstand – und vor allem wie alle anderen auch im Verein eine viel zu hohe Meinung von Thioune. Er wollte damit das „Wir-Gefühl“ betonen und alle mit in das Boot nehmen, das hier auf den letzten Metern noch eine Minimalchance auf den Aufstieg hat. Wie er das mit der Mannschaft inhaltlich angehen werde? Hrubesch via Vereinshomepage auf hsv.de: „Pragmatisch. Ich kenne viele der Spieler und habe in dieser Saison neben einigen Trainingseinheiten mehrere Spiele als Teil der HSV-Delegation gesehen. Zunächst einmal geht es darum, die Köpfe der Spieler freizubekommen. Zuletzt hat die Mannschaft leider oft unter Wert gespielt. Sie verfügt über eine andere Qualität, die wir jetzt in den verbleibenden Spielen auf den Platz bringen müssen. Ich werde viele Gespräche führen, reinhören und versuchen, ein paar Akzente zu setzen. Trainingsdetails, Ansprachen, Machen. Wir brauchen eine gute Mischung aus Lockerheit, Spaß und Zielstrebigkeit.“

Hrubesch will es einfach halten - und das kann er!

Und damit war keine Kritik am scheidenden Trainer Daniel Thioune gemeint. Dafür hat Hrubesch zu viel Anstand – und vor allem wie alle anderen auch im Verein eine viel zu hohe Meinung von Thioune. Er wollte damit das „Wir-Gefühl“ betonen und alle mit in das Boot nehmen, das hier auf den letzten Metern noch eine Minimalchance auf den Aufstieg hat. Wie er das mit der Mannschaft inhaltlich angehen werde? Hrubesch via Vereinshomepage auf hsv.de: „Pragmatisch. Ich kenne viele der Spieler und habe in dieser Saison neben einigen Trainingseinheiten mehrere Spiele als Teil der HSV-Delegation gesehen. Zunächst einmal geht es darum, die Köpfe der Spieler freizubekommen. Zuletzt hat die Mannschaft leider oft unter Wert gespielt. Sie verfügt über eine andere Qualität, die wir jetzt in den verbleibenden Spielen auf den Platz bringen müssen. Ich werde viele Gespräche führen, reinhören und versuchen, ein paar Akzente zu setzen. Trainingsdetails, Ansprachen, Machen. Wir brauchen eine gute Mischung aus Lockerheit, Spaß und Zielstrebigkeit.“

Die Beschreibung klingt ein wenig nach dem Spieler Horst Hrubesch, den ich als Kind geliebt habe und der mich (neben meinem Vater, der alle HSV-Zusammenfassungen der Sportschau auf VHS aufgenommen hatte) zum HSV-Fan hat werden lassen. Wobei neben den wichtigen Toren für den HSV vor allem ein Spiel bei mir hängengeblieben ist, das man jetzt mal der Mannschaft zeigen könnte. Als Beispiel dafür, Hrubesch von ihnen verlangt: Das WM-Halbfinale 1982 gegen Frankreich.

Ich weiß noch wie heute, wie ich vor der Verlängerung ins Bett musste, weil ich noch zu jung war. Ich weiß noch, wie ich heimlich die Tür meines Kinderzimmers aufgemacht habe, um zu hören, was der Reporter im Wohnzimmer zum Spiel sagt. Und ich erinnere noch viel genauer, was los war, als Klaus Fischer per Fallrückzieher gefühlt unser Haus und die komplette Nachbarschaft hat ausrasten lassen. Aber, und das habe ich aus diesem letztlich sensationellen Sieg im Elfmeterschießen mitgenommen: Hrubesch ist einfach eine Wucht. Erst bereitet er das 3:3 mit letzter Kraft vor, dann daddelt er beim Elfmeterschießen als einziger Schütze nicht auf pseudo-psychologisch mit dem Ball rum sondern lässt ihn so liegen, wie der Schiri ihn platziert hatte – und haut ihn einfach rein.

Danach hüpfte er dann noch jubelnd – was nicht so cool aussah, wie bei den durchgestylten Jubelszenarien von Ronaldo und Co. Aber es sah eben nach Hrubesch aus. Authentisch. Und das wiederum fand ich einfach cool. Hrubesch hat sich einen Scheiß um die Meinung anderer gekümmert, er hat gemacht, was er konnte. Er war und ist für mich ein Macher. Ehrlich, hausbacken und überhaupt nicht hochtrabend. Kurzum: Ein Vorbild! Einer, den du gern um Dich hast. Und vor allem einer, den du unbedingt in Deiner Mannschaft haben willst… Und ich hoffe, dass er diese Einfachheit, die man oft auch als Lockerheit interpretiert, für die letzten Spiele auch in diese verkrampft wirkende Mannschaft reinbekommt.

Thioune fehlte nur ein kleines Puzzleteil

Fazit: Der HSV verliert einen guten Trainer, der den HSV auf lange Sicht in bessere Sphären hätte führen können. Ich bin zumindest davon überzeugt, dass Thioune taktisch, analytisch  und vom ehrlichen Ehrgeiz her einer der besten Trainer der letzten 10 Jahre ist. Mit einem Makel, der ebenso zu korrigieren ist, wie er in dieser Phase leider brutal  durchschimmerte: Ihm fehlte der animalische Angang an die Mannschaft. Ihm fehlte eine authentische Art, Kampf bis zum Umfallen einzufordern. Leider.

Und so traurig es mich macht, so sehr freue ich mich unabhängig davon auf Hrubesch, weil er einer der ganz wenigen Menschen im HSV-Umfeld ist, die sich ihre Gewinner-Aura beibehalten konnten. Ebenfalls gut: Er behält sie sich bei. Zumindest hat er gleich im Vorwege angekündigt, nur diese kurze Schlussphase machen zu wollen. Hrubesch: „Ich bin nur für die letzten Spiele in dieser Saison Trainer. Danach kehre ich auf meinen Posten im Nachwuchsleistungszentrum zurück.“

Wer dann beim HSV übernimmt, ist noch offen. Der emotionale Steffen Baumgart wäre ein Stück weit das Gegenstück zum kühl-analytischen Thioune. Aber er wäre einer, der passen könnte. Aber dazu heute Abend mehr.  Bis dahin erst einmal:

Vielen Dank, Daniel Thioune! Und: Alles Gute, Horst Hrubesch!

Bis später!
Scholle

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