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Der HSV verpasst den Aufstieg – erst völlig unnötig in der laufenden Saison, im Anschluss nach einem Auswärtssieg in Berlin auch noch in der Relegation. Und während der HSV gut…

Der HSV verpasst den Aufstieg – erst völlig unnötig in der laufenden Saison, im Anschluss nach einem Auswärtssieg in Berlin auch noch in der Relegation. Und während der HSV gut in die neue Saison startet, muss er den Verlust seines größten Spielers aller Zeiten verkraften, als der 72-malige Nationalspieler und DFB-Ehrenspielführer Uwe Seeler am 21. Juli 2022 stirbt. „Uns Uwe“ spielte bei vier WM-Turnieren mit, war Vizeweltmeister 1966 in England und WM-Dritter 1970 in Mexiko. Als einer der besten Mittelstürmer aller Zeiten war er das Gesicht des HSV und seine Popularität basierte nicht nur auf seinem sportlichen Ruhm, sondern auch auf seinen menschlichen Qualitäten. Ebenso wie bei Pelé, der gerade am 29. Dezember im Alter von 82 Jahren in Brasilien verstarb. Das Jahr 2022 war aus HSV-Sicht nicht das beste Jahr. Das darf man so sagen.
Zwei der Allergrößten Fußballer mit dem Herzen am rechten Fleck sind nicht mehr da, während der Fußball sich immer offensichtlicher vom sportlichen zum Finanziellen dreht. Die FIFA zieht das mit wechselnden Verantwortlichen schon so brutal und offensichtlich durch, wie es kaum schäbiger gehen kann. Und heute folgte dann die nächste Meldung, die die Perversität des Geldes im Fußball eine neue Krone aufsetzt: Ronaldo wechselt nach Saudi-Arabien. Medienberichten zufolge soll er inklusive Werbeeinnahmen umgerechnet rund 200 Millionen Euro pro Spielzeit bekommen. Für zweieinhalb Jahre hat er unterschrieben. Das würde bedeuten: Eine halbe Milliarde Euro Verdienst für einen 37 Jahre alten Fußballer auf dem Weg in den Ruhestand. Das ist krank. Nur noch krank.
Es stört mich eh in meinem Selbstverständnis, dass es einzelne Menschen gibt auf diesem Planeten, die mehr Geld besitzen, als einzelne Staaten dieser Welt. Elon Musk, Jeff Bezos, und selbstverständlich auch die Emire und Scheichs, die sich Weltmeisterschaften bei korrupten Verbandsfunktionären kaufen – alles das ist längst kein Alarmsignal mehr! Alles das zeigt, dass es schon fast zu spät ist!
Sich als HSVer über unberechtigt hohe Zuwendungen von außen zu echauffieren ist schwierig. Das weiß ich. Mit Klaus Michael Kühne hat man sich für seine Misswirtschaft über viele Jahre einen Investor ins Haus geholt, dessen vereinspolitischer Einfluss wächst, weil der HSV es finanziell ohne ihn offensichtlich nicht schafft, seine Hausaufgaben (z.B. die Stadionsanierung) zu erledigen. Auf der nächsten Mitgliederversammlung wird sich zeigen, in welche Richtung dieser HSV gehen wird. Aber dazu zu gegebener Zeit mehr…
Trotzdem muss ich sagen, dass mir der Fußball auf der Weltbühne immer weniger zugänglich wird. Ich mag die neuen Helden Mbappé, Neymar und Co. zumeist nicht, weil hinter allen einfach Gelder stehen, die sich nicht mehr rechtfertigen lassen. Mal als Ablösesumme, mal als Gehalt – und oft spiegelt sich sogar in beidem die Krankheit wider, die den Fußball befallen hat. Super League, Nations Cup etc. – immer mehr unnütze Wettbewerbe werden aus dem Boden gestampft und entwerten Titel im Fußball auf ihre Art. Weltmeisterschaften zu Weihnachten in Ländern, in denen Stadien gebaut werden, um direkt danach wieder abgerissen zu werden, weil einfach das Interesse am Fußball fehlt – das ist doch alles nichts mehr wert!
Ich weiß, dass wir das Rad im Fußball schon so weit gedreht haben, dass der Weg zurück kaum mehr möglich ist. Kein Verein der Welt kann sich der Marktwirtschaft entziehen. Und den generellen Kampf gegen Investoren und Besitzer hat der Fußball schon verloren. Zumal es immer welche geben wird, die den unmoralischen Angeboten erliegen. Aber: Man muss es ja nicht mögen. Und man muss es auch nicht kommentarlos hinnehmen. Und das mache ich auch weiterhin nicht.
Ich für meinen Teil kann behaupten, dass ich grundsätzlich gar nichts gegen reiche Fans habe, die ihre Klubs als Sponsoren/Mäzene unterstützen. Aber ich verliere zunehmend jedes Verständnis für die Gelder, die hier auf einzelne Spieler verteilt werden. Hätte Ronaldos neuer Klub mitgeteilt, dass man jeden Cent, den Ronaldo verdient, auf der anderen Seite auch noch einmal für Nachwuchsarbeit investiert – es wäre erträglich. Aber diese „Ich entwickle nichts mehr selbst, weil ich es mir ja auch teuer kaufen kann“-Mentalität kotzt mich einfach nur noch an. Sie zerstört den Fußball. Und so gern ich mit dem HSV in der ersten Liga und am besten sogar Champions League spielen würde, das Beste ist für mich nur dann gut, wenn es auch verdient wurde… In diesem Sinne, Euch allen einen guten Rutsch! Feiert schön, genießt die lange Nacht und kommt gesund rein ins neue Fußballjahr 2023. In ein Fußballjahr mit hoffentlich wieder mehr Pelé-, Seeler- und Hrubesch-Mentalität!
ABER: Bevor ich diesen letzten Blog für 2022 hier beende, möchte ich mich noch bei Euch allen für dieses Fußballjahr bedanken. Von Jahr zu Jahr werden es mehr Leserinnen und Leser sowie konstruktive Mitstreiter im Forum. Und obwohl der HSV nicht wirklich erfolgreich spielt, bleiben wir uns an dieser Stelle treu! Und dafür danke ich Euch ganz herzlich!
Ebenso möchte ich an dieser Stelle den Jungs danken, die nun schon seit Gründungstag dabei sind: Joscha, Janik und Flo! Dazu hat sich in diesem Jahr auch noch Johnny gesellt, der Euch im ersten halben Jahr mit seinen Trainingsvideos inklusive Analyse fast täglich versorgt hat. Danke dafür, Johnny!!
Aber wichtiger als die inhaltliche Hilfe meiner Jungs hier ist mir vor allem der interne Austausch mit ihnen. Diese Jungs überzeugen mich immer wieder davon, dass dieser Klub es wert ist, täglich dranzubleiben. Mehr noch: Diese Jungs sind es, die sich für 2023 tolle Dinge ausgedacht haben, auf die wir uns alle hier freuen dürfen! Also noch einmal: Danke Flo! Danke Joschi, Danke, Janik! Und Danke Johnny! Ich freue mich auf 2023 mit Euch allen!
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