Analyse

Tangvik überzeugt im Debut- Der HSV kann im Tor beruhigt in die Zukunft schauen

der HSV überraschte gestern mit dem Wechsel im Tor. Statt Heuer Fernandes spielte Sander Tangvik und er legte ein absolutes Sahne-Debüt hin. Viele Paraden, ein gehaltener…

Tangvik überzeugt im Debut- Der HSV kann im Tor beruhigt in die Zukunft schauen

Moin zusammen,

der HSV überraschte gestern mit dem Wechsel im Tor. Statt Heuer Fernandes spielte Sander Tangvik und er legte ein absolutes Sahne-Debüt hin. Viele Paraden, ein gehaltener Elfmeter und lediglich 1 Gegentor bei einem xG-Wert von 3,27. Das sind überragende Werte. Dabei konnte Tangvik am Ende nur durch einen abgefälschten Ball überwunden werden. Hier konnte er überhaupt nichts machen. Ganz unabhängig von den Paraden kam dann aber noch dazu, dass Tangvik vor allem am Ball die Ruhe behielt. Anders als viele andere Keeper schlug Tangvik den Ball nicht beim ersten pressenden Stürmer raus, sondern behielt den Überblick und spielte den Nebenmann an. Das ist etwas, was dem HSV sehr gut tut, da man so nicht jeden Ball direkt rausschlägt und gegebenenfalls direkt die erste Pressinglinie überspielt. Und nebenher strahlt er mit seiner Größe auch eine enorme Präsenz aus. Wer regelmäßig beim Training zuschaut, hat schon vorhergesehen, dass Tangvik Talent hat, aber direkt so ein Einstand ist überragend. Weil es zum einen sein Selbstbewusstsein enorm pushen wird und weil es jedem aus der Mannschaft gezeigt hat, dass Tangvik ein guter Rückhalt ist.

Der Kampf ums Tor ist offen

Nun geht es in die Vorbereitung der neuen Saison und ich halte den Kampf um die Nummer 1 erst recht nach diesem Spiel für offen. Tangvik kam im Winter mit der Perspektive, zunächst Ersatz für Heuer Fernandes zu sein und dann um die Nummer 1 zu kämpfen. Und genau an diesem Punkt sind wir jetzt. Tangvik hat nicht nur im Training, sondern jetzt auch in einem Pflichtspiel gezeigt, was er draufhat. Und im Verhältnis zur letzten Saison, wo die Torwartposition ja auch offen war, hat der HSV mit Tangvik nun einen Keeper, der nicht nur auf der Linie, sondern auch am Ball gut ist. Dass gegen einen Gegner wie Leverkusen nicht jeder lange Ball ankommt, ist logisch, aber vor allem im Aufbauspiel hat mir das gut gefallen. Und das war etwas, an dem vor allem Peretz in der letzten Saison scheiterte. Er war richtig gut auf der Linie, aber deutlich schwächer am Ball. Das ist nun anders. Und dann bin ich gespannt, wie die Torwart-Position besetzt wird. Fest steht auf jeden Fall, dass Tangvik die Zukunft im HSV-Tor werden kann und auch bestenfalls sollte, wenn er diese Leistungen konstant abruft. Und das ist schon mal ein gutes Zeichen. Auch hinsichtlich der Frage, ob Heuer Fernandes in diesem Sommer vielleicht doch schon wechseln sollte, hat man die Gewissheit, dass man mit Tangvik jemanden hat, der dann sicher die Nummer 1 werden kann.

Der HSV ist auf der Torwart Position gut aufgestellt

Wer am Ende die Nummer 1 wird, werden wir wohl erst nach der Vorbereitung erfahren, es sei denn, Heuer Fernandes verlässt vorzeitig den Verein, dann wäre Tangvik definitiv Nummer 1. Es gab ja Gerüchte, dass der HSV sich mit Tjark Ernst von Hertha BSC verstärken könnte. Ich glaube, diese Personalie können wir jetzt auf jeden Fall streichen, denn der HSV hat mit Tangvik jemanden, der definitiv Bundesliga spielen kann. Das ist ein wichtiges Zeichen, da man sich auf dieser wirklich wichtigen Position erstmal weniger Gedanken machen muss. Sollte Heuer Fernandes gehen, hätte man auch noch mit Hannes Herrmann jemanden in der Jugend, der ein guter Ersatzkeeper werden könnte. Er zeigt vor allem in seinen Nationalmannschaftsspielen und auch im Training immer wieder gute Leistungen und sollte gefördert werden. Da er nicht Stammkeeper in der Bundesliga wird würde ich ihn gerne per Leihe bei einem Verein in der 2. oder 3. Liga sehen, wo er auch auf Profi-Niveau Spielpraxis sammeln kann. Denn der HSV hat mit Hannes Herrmann einen weiteren Keeper in der Hinterhand, der viel Potenzial hat. Zudem hat man mit Fernando Dickes noch ein junges Talent, das momentan in der U19 spielt. Man ist also auf der Torhüterposition gut aufgestellt. Sowohl im 1-gegen-1 als auch im Spielaufbau. Und das ist etwas, was ich extrem wichtig finde. Denn mittlerweile spielt der Torwart im Aufbauspiel wie ein 11. Feldspieler mit und bewegt sich teilweise in Räume, in die sich ein Innenverteidiger bewegt. Da ist es wichtig, Keeper zu haben, die auch mit dem Ball umgehen können und ihn nicht nur rausschlagen. Und da ist der HSV aktuell mit Heuer Fernandes, Sander Tangvik und auch Hannes Herrmann gut besetzt.

Tom

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