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Startelf gesucht: Generalprobe für den HSV beim FC Basel

Der HSV ist bereits in Basel, wo am Sonnabend das letzte Testspiel vor dem Saisonstart 2022/2023 ansteht. Ein Test, in dem Trainer Tim Walter seine vermeintliche Startelf…

Startelf gesucht: Generalprobe für den HSV beim FC Basel

Der HSV ist bereits in Basel, wo am Sonnabend das letzte Testspiel vor dem Saisonstart 2022/2023 ansteht. Ein Test, in dem Trainer Tim Walter seine vermeintliche Startelf testen will. „Da werden sicher einige etwas länger spielen als andere“, umschreibt Walter, dass er seiner vermeintlich ersten Elf mehr Spielzeit gibt als denen, die zunächst einmal hintendran sind. Und ehrlich gesagt gibt es bei der Startelf, wie sie sich aktuell darstellt, gar nicht so viele Überraschungen. Oder? Ein Status-Check:

Im Tor ist die Entscheidung eindeutig. Daniel heuer Fernandes wird weiter das Vertrauen vom Trainer bekommen. Nicht, weil Neuzugang Matheo Raab im letzten Test eine eher unglückliche Figur machte. Vielmehr war von vornherein klar, dass Raab sich in den wenigen Testspielminuten, die insgesamt zur Verfügung stehen, nicht derart in den Mittelpunkt spielen kann, dass er die letztjährige Nummer eins nach dessen starker Saison verdrängt. „Alle haben die faire Chance, sich zu zeigen“, heißt es immer. Allerdings wusste auch Raab, dass das für seine Person im Duell mit Heuer Fernandes (noch) nicht gelten würde. Oder anders formuliert: So lange Heuer Fernandes nicht verletzt ausfällt, wird er spielen.

In der Viererkette ist die Rechtsverteidigerposition seit dem Abgang von Josha Vagnoman, der heute schon in Stuttgart seinen Medizincheck bestanden hat, noch klarer, als sie es vorher schon war: Moritz Heyer wird hier in der Startelf stehen. Ogechika Heil könnte diese Position auch bekleiden, ist aber defensiv nur eine Notlösung. Noch zumindest. Denn der HSV wird sich auf der RV-Position sicher noch nach einem guten Heyer-Ersatz umsehen (müssen!). Eine Möglichkeit wäre zudem die Dreierkette – aber die spielt Walter offenbar so gern wie ich zum Zahnarzt gehe.

In der Innenverteidigung wird es da schon etwas spannender. Mannschaftskapitän Sebastian Schonlau wäre unter normalen Umständen gesetzt, zeigte sich zuletzt aber noch nicht in der Verfassung, die man sich von ihm erhoffen darf. Gegen Thessaloniki war er nach seiner Verletzung das erste Mal wieder auf dem Platz – und das dürfte sich morgen wiederholen. Schonlau ist und bleibt gesetzt – allein Spielpraxis fehlt ihm noch ein wen ig und ich bin gespannt, wie er sich gegen den FC Basel präsentiert.

Safe in der Startelf ist normalerweise Mario Vuskovic. „Normalerweise“ auch nur, weil sich um den jungen Kroaten zuletzt Wechselgerüchte rankten. Ein Top-4-Klub aus Deutschland und ein Premiere-League-Klub sollen die Fühler ausgestreckt haben. Und ganz ehrlich: Es würde mich auch sehr wundern, wenn der Kroate nicht schon in diesem Sommer erstklassige Angebote (im doppelten Sinne) erhält. Von daher gehe ich noch nicht soweit, Vuskovic als sicher gesetzt für die neue Saison zu bezeichnen. Aber sollte der Innenverteidiger bleiben, ist er gesetzt.

Links wird es sehr spannend. Erfahrung gegen aktuelle Form heißt es dort, nachdem sich Tim Leibold gesund zurückgemeldet hat. Leibold zeigte im Trainingslager, dass er fußballerisch eine Verstärkung wäre. Aber er zeigte auch, dass ihm nach den neun Monaten Spielpause die Praxis noch fehlt. Von daher könnte Walter hier noch auf Miro Muheim setzen, der sich topfit präsentiert und gerade zum Saisonende hin beim HSV aufsteigende Form zeigte. Es spricht aus objektiver Sicht (noch) etwas mehr für den Schweizer. Allerdings könnte Sonny Kittel hier das Zünglein an der Waage sein. Denn Kittel und Leibold harmonieren – deutlich besser als Muheim/Kittel. Sollte Walter also auf Kittel auf links offensiv setzen, hat Leibold gute Aussichten.

Zentral defensiv ist und bleibt Meffert im HSV-Mittelfeld das Maß der Dinge. Nicht nur für mich ist der wichtigste Spieler des HSV der Vorsaison unumstößlich gesetzt. Wirklich Konkurrenz hat er auch aktuell nicht, abgesehen von Jonas David, den der HSV von einem Verkauf/Leihgeschäft abbringen konnte, um ihn in der neuen Saison wieder als variablen Backup dabei zu haben. Für die Startelf reicht es aber aktuell nicht.

Im Mittelfeld vor Meffert hat der Trainer wieder mehr Auswahl. Und dass, obwohl mit Anssi Suhonen ein potenzieller Stammplatzkandidat noch im Aufbautraining ist. Hier streiten sich Neuzugang Laszlo Benes, Maxi Rohr und Aaron Opoku um die Positionen neben Kittel, den ich auf links weiter vorn sehen. Die auffälligsten Leistungen der drei anderen Kandidaten (Xavier Amaechi zähle ich nicht zum engeren Kandidatenkreis) erbrachte Maximilian Rohr, der als Achter für mich neben Ludovit Reis spielen würde. Der Niederländer war, ist und bleibt bärenstark und gehört zwingend ins HSV-Mittelfeld. Ich sehe aktuell sowohl Rohr als auch Reis sogar vor Benes, der sicherlich einen richtig feinen linken fuß hat, der aber im Spiel ohne Ball sowie im Zweikampf noch deutlich Luft nach oben hat. Vielleicht ändert sich das in Basel. Aber Stand heute wären Reis und Rohr meine ersten Kandidaten auf die Startelf im zentralen Mittelfeld vor Meffert.

Im Sturmzentrum gesellt sich Robert Glatzel unangefochten zu den bereits genannten Spielern. Ebenso wie Neuzugang Ransey Königsdörffer als variabel einsetzbarer Offensivspieler. Letztgenannter hat im Trainingslager genau die Ansätze gezeigt, für die er geholt wurde: Tempo, Explosivität, direkten Zug zum Tor, Torgefahr an sich – und eben Variabilität. Mit ihm kann Trainer Tim Walter Doppelspitze spielen oder ihn als Außenstürmer im 4-3-3 aufbieten. Auf jeden Fall aber bringt Königsdörffer die Qualität mit, die ihn aus meiner Sicht zwingend in der Startelf platzieren. Egal wo in der Offensive.

Meine aktuelle Startelf sähe so aus:

Heuer Fernandes – Heyer, Vuskovic, Schonlau, Leibold – Meffert, Reis, Rohr – Königsdörffer, Glatzel, Kittel

Und während ich diesen Blog schreibe, kommt die Meldung rein, dass Vuskovic angeblich für 8,5 Millionen Pfund (10,05 Mio Euro) zu den Wolverhampton Wanderers wechseln soll. Dass Wolverhamptom Vuskovic verpflichten will, ist tatsächlich bekannt. Allerdings hieß es bislang, dass Vuskovic selbst nicht zu den Wolves wechseln wolle. Wenn er wechseln würde, dann in die Erste Bundesliga, wo ein Topklub Interesse zeigen – aber sich eben noch nicht beim HSV gemeldet haben soll. Fakt ist auf jeden Fall, dass Vuskovic heute nicht zu den Wolves zum Medizincheck geflogen ist, sondern mit dem HSV nach Basel zum letzten Testspiel vor Saisonbeginn.

Übrigens: Wer sich das Spiel beim FC Basel (Anpfiff: 15.30 Uhr) live ansehen will, der kann das morgen via HSVtv und youtube live und kostenlos:

Bis dahin,

Scholle 

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