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Sortiert der HSV seine „guten Typen“ langsam aus?

Alles andere als ein Wechsel wäre schwer zu erklären. Weder für den HSV und Trainer Tim Walter, noch für den Spieler selbst. Denn Klaus Gjasula hat selbst immer wieder betont,…

Sortiert der  HSV seine „guten Typen“ langsam aus?

Alles andere als ein Wechsel wäre schwer zu erklären. Weder für den HSV und Trainer Tim Walter, noch für den Spieler selbst. Denn Klaus Gjasula hat selbst immer wieder betont, wie wichtig es ihm ist, gebraucht zu werden. „Alles andere entspricht nicht meinem Anspruch an mich selbst“, hatte Gjasula bei seiner Ankunft in Hamburg gesagt, ohne zugleich einen Stammplatz einfordern zu wollen. Das betonte er im selben Atemzug. Dennoch machte er früh klar, dass er nach Hamburg gekommen sei, um sportlich und auf dem Platz zu helfen. Als einer der neuen „Säulenspieler“, wie Sportvorstand Jonas Boldt ihn nannte, sollte und wollte er Verantwortung übernehmen. Das allerdings ist Stand heute gescheitert.

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Die Frage, die ich hier zuletzt im Blog immer wieder mal thematisiert habe, war: Wie lange geht das so noch gut? Schon unter Daniel Thioune gab es trainerseitig den Wunsch, Gjasula auszusortieren. Damals wurde sogar das Modell überlegt, den Albaner als Führungsspieler in die U21 zu komplimentieren - sofern der Spieler nicht selbst gehen will und einen anderen Verein hat. Seit gestern nun kursiert der erste Name: Der SV Darmstadt 98 soll Interesse an Gjasula haben, nachdem die Darmstädter ihren Mittelfeldabräumer Viktor Palssons (30) an Schalke 04 abgeben musste.

Gjasula vor dem Absprung - weil er noch Ziele hat?

Offen ist nur, wie Gjasula selbst einen möglichen Abgang bewertet. In Hamburg hat er noch einen Vertrag, der bis 2022 läuft und der ihm monatlich 40.000 Euro einbringt. Dem Vernehmen nach soll es der beste Vertrag seiner Karriere sein – was mal wieder nicht für den HSV spricht. Aber unabhängig davon gilt Gjasula nicht als Typ, der schnell zurücksteckt. „Ich bin ein Mensch, der niemals aufgibt – egal wie aus­sichts­los die Situation erscheint. Dies spiegelt auch mein Werde­gang wider. Ich bin von weit unten gekommen, habe auf meinem Weg bis hierhin fast alle Ligen durchquert und mit­genom­men. Für mich ist der entscheidende Punkt, niemals aufzu­geben und immer daran zu glauben, dass du es schaffen kannst“, hatte Gjasula vor fast genau einem Jahr dem Magazin „11 Freunde“ in einem sehr schönen Interview gesagt.

Und davon abgeleitet könnte man schon den nächsten Fall von „Vertrag aussitzen“ vermuten – wäre da nicht ein Umstand, der in Gjasulas Karriere noch eine übergeordnete Rolle spielt. Denn der 31-Jährige hat noch ein großes Ziel in seiner erst spät gestarteten Profikarriere – und dafür muss er unbedingt spielen. „Einen Traum habe ich schon: die WM 2022. Mit Alba­nien. Und ich glaube auch, dass es mög­lich ist. Ich bin fit!“, hatte der Gelbe-Karten-Rekordhalter dem Magazin „11 Freunde“ auf die Frage geantwortet, wohin seine Reise ihn sportlich noch führen könne.“ Eine Saison lang auf der Bank zu sitzen würde diesen Traum massiv gefährden – und das weiß der defensive Mittelfeldmann.

Deshalb und weil ich Gjasula für einen Spieler mit großem Ehrgefühl halte, wird er zusehen, Hamburg zu verlassen. Er wird gesagt bekommen haben, wo er sportlich steht. Und gesehen hat er das spätestens am Wochenende gegen Dresden, als ihm erneut der unerfahrene Maximilian Rohr vorgezogen wurde und er ohne Einsatz auf der Bank blieb. Dass er im Training weiter Vollgas gibt – sofern er nicht in beiderseitigem Einvernehmen fehlt wie zuletzt -, es ist nicht zwingend ein Indiz für seinen Wunsch, zu bleiben. Vielmehr spricht es für den tadellosen Sportsmann in Gjasula, wie ich ihn kennenlernen durfte.

Vagnoman bleibt wohl - gehen Leistner und Opoku?

Apropos: Einen Abgang von Josha Vagnoman erwarte ich aktuell eher nicht, dafür rechne ich bei Aaron Opoku durchaus noch mit Bewegung. Zumindest gibt es Interessenten für den Außenstürmer, der wie Gjasula und Toni Leistner bislang noch ohne Einsatz auf der Bank Platz genommen hatte. Und angesichts des inzwischen feststehenden Wechsels von Amadou Onana (alles Gute für Dich, Amadou!!) inklusive der sieben Millionen Euro Ablösesumme für den HSV (zzgl. etwaige Boni) dürfte sich das Transferkarussell beim HSV auch wieder in Richtung Zugänge drehen. Hoffe ich zumindest. Denn dass der HSV nicht nur auf der Position des (Ersatz-)Keepers noch Bedarf hat, wissen nicht nur wir hier…

Zumal dann, wenn auch Toni Leistner, den ich in Sachen Mentalität und Loyalität mit Gjasula auf einer Stufe sehe, gehen sollte. „Das Ende der Säulenspieler“ titelte heute das Abendblatt mit einem Foto vom abgewanderten Simon Terodde sowie den Wechselkandidaten Leistner und Gjasula. Und genau wie wir hier seit einigen Tagen glaube ich, dass das Abendblatt damit komplett richtig liegt. Dass Gjasula und/oder Leistner mit der Rolle als Ersatzspieler ruhig umgehen, spricht zwar für die beiden. Aber daraus zu schlussfolgern, dass sie diese Rolle auch dauerhaft annehmen würden, wäre fatal - behaupte ich. 

In diesem Sinne, morgen melde ich mich natürlich wieder pünktlich um 7.30 Uhr mit dem MorningCall bei Euch. Bis dahin wünsche ich Euch allen erst einmal einen schönen Abend! 

Scholle

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