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Sorgen um Schonlau - Freude bei Jatta

Es gibt sie eben doch, diese Ausfälle, die ein Trainer nicht verkraften bzw. nicht auffangen kann. Sebastian Schonlau ist so einer. Der Kapitän ist als Abwehrchef gesetzt und…

Sorgen um Schonlau - Freude bei Jatta

Es gibt sie eben doch, diese Ausfälle, die ein Trainer nicht verkraften bzw. nicht auffangen kann. Sebastian Schonlau ist so einer. Der Kapitän ist als Abwehrchef gesetzt und machte sowohl Mario Vuskovic bis zu dessen vorläufiger Dopingsperre als auch zuletzt Jonas David besser. Seine Abgeklärtheit, seine Ruhe und seine Ansagen halfen bzw. helfen den jüngeren Kickern eindeutig. Und das war insbesondere in der Phase zu spüren, in der Schonlau ausfiel. Umso besorgter war der HSV-Coach heute, als Schonlau im Training umknickte und behandelt werden musste. Er versuchte, danach weiterzumachen, musste aber wieder abbrechen. So, dass man sich letztlich dazu entschied, den Kapitän vorsichtshalber vorzeitig in die Kabine zu schicken.

Nun hat das Ganze noch nicht zwangsläufig einen Ausfall zur Folge. Im Gegenteil: Ich drücke weiterhin beide Daumen, dass der Kapitän rechtzeitig bis zum Auswärtsspiel am Sonntag beim Karlsruher SC wieder fit wird. Der HSV braucht seinen Kapitän, der zudem mit vier Gelben Karten vorbelastet ist. Dennoch muss man sich in einer Situation wie dieser als Trainer nach Alternativen umsehen, um diese auch im Training schon einzustudieren. Valon Zumberi und Javi Montero kämen nominell als erste in Betracht. Oder nicht?

Heute sagte Trainer Tim Walter nach dem Training, dass er „jeden reinschmeißen“ könne. Alle würden es derzeit gut machen. Aber bezogen auf die Leistung von Noah Katterbach als Rechtsverteidiger sagte er auch: „Trotzdem gibt es Spieler, die es vorher auch schon gut gemacht haben.“ Das klingt so, als plane Walter für Sonntag wieder mit Heyer anstelle des zuletzt guten Katterbachs. Und da schießt mir ein Gedanke in den Kopf: Warum nicht beide spielen lassen?

Ich jedenfalls würde in der Innenverteidigung kein Risiko eingehen. Soll heißen: Sofern Schonlau wirklich ausfällt und der Trainer so wenig von seinem ersten Alternativen überzeigt ist, wie es den Eindruck macht, sollte er umdenken. Ich jedenfalls würde die Option mit Heyer in der Innenverteidigung nicht ausschließen. Gerade weil man mit Katterbach eine starke Option für die Außenverteidigerposition hat. Denn eines ist auch klar: Heyer ist deutlich abgeklärter, als es der im ersten Spiel enttäuschende Montero sowie der bislang fünf Minuten eingesetzte Zumberi sein können.

Neben dem Ausfall von Schonlau musste Walter heute auch auf den zuletzt formstärksten HSVer verzichten: Auf Ludovit Reis. Der Niederländer leidet an einer Erkältung und es gelte hier, die nächsten Tage abzuwarten, sagte Walter heute und es klang so, als rechne er damit, am Sonntag mit Reis planen zu können. Drücken wir mal die Daumen, dass bis Sonnabend beide Stammspieler wieder fit sind.

Sicher weiter ausfallen wird Mario Vuskovic, dessen nächster Verhandlungstag am Freitag sein sollte. Dieser wurde nun aber vom DFB-Sportgericht verschoben. Vuskovics Anwalt habe einen neuen, umfangreichen Verteidigungsschriftsatz eingereicht, der als Anlage auch vier neue, ergänzende Bewertungen wissenschaftlicher Fachberater enthalte, teilte der DFB am Dienstag mit. „Die notwendige und sachgerechte Auseinandersetzung damit wäre für den DFB-Kontrollausschuss und das Sportgericht bis zum ursprünglichen Termin an diesem Freitag nicht mehr möglich gewesen, weshalb eine Verschiebung unumgänglich ist“, erklärte Stephan Oberholz, der Vorsitzende des DFB-Sportgerichts, in einer Mitteilung heute. Neuer Verhandlungs-Termin ist nun der 17. März in Frankfurt/Main.

Grund zur Freue gibt es allerdings in der Causa Bakery Jatta zu vermelden. Denn gegen den Gambier wurde das Verfahren gegen wegen angeblich falscher Angaben zu seiner Person bei der Einreise nach Deutschland vor dem Landgericht Altona wegen geringer Schuld offiziell eingestellt.  „Der verbliebende Rest des Straferfahrens ist eingestellt worden. Es ist endgültig vorbei. Bakery Jatta ist unschuldig und hat Rechtssicherheit. Ende gut, alles gut“, bestätige Jattas Anwalt Thomas Bliwier gegenüber der MOPO. Wobei auch eine „geringe Schuld“ dieser „unschuldig“ widerspricht. Dennoch ist zumindest das Verfahren endlich eingestellt und Jatta kann durchatmen. Ein Sieg für Jatta – und eine peinliche Niederlage für die BILD-Gruppe. Und so menschenverachtend das Verhalten im Verlauf dieser Kampagne gegen Jatta auch war, ich bin m8r sicher, dass es keine Entschuldigung geben wird. Im Gegenteil. Eher wird die Vorgeschichte gekonnt ignoriert und völlig kommentarlos morgen selbst darüber berichtet. 

Ich für meinen Teil akzeptiere die deutsche Rechtsprechung und freue mich für Jatta. Sehr sogar.

In diesem Sinne, Euch allen einen schönen (Champions-League-)Abend!

Und: bleibt gesund!!

Scholle

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