Spielbericht

So geht das!! Taktisch clever und mit großer Geschlossenheit - HSV verdient sich Sieg im Top-Spiel

Vorweg: So geht Fußball! Diese erste Halbzeit beim 3:1-Heimsieg gegen den 1. FC Magdeburg war das vielleicht Souveränste, was der HSV seit sehr langer Zeit gezeigt hat. Und das…

So geht das!! Taktisch clever und mit großer Geschlossenheit - HSV verdient sich Sieg im Top-Spiel

Vorweg: So geht Fußball! Diese erste Halbzeit beim 3:1-Heimsieg gegen den 1. FC Magdeburg war das vielleicht Souveränste, was der HSV seit sehr langer Zeit gezeigt hat. Und das gegen wahrlich gute Magdeburger, die alles andere als schlecht spielten. Oder anders formuliert: Wenn man Tim Walter diese erste Halbzeit zeigt, in der man mit Fünferkette und häufiger sogar mit allen Spielern in der eigenen Hälfte die Gelegenheiten beim Gegner abwartete und brutal bestrafte, dürfte dieser erkennen, wie er den Aufstieg mit dem HSV selbst hätte schaffen können/müssen. Dazu eine zweite Halbzeit, in der die Mannschaft lückenlos geschlossen agierte - dann hat man alles, was man braucht...

Das war insgesamt einfach sehr gut.Und hätte sich Kapitän Sebastian Schonlau nicht so einen Aussetzer erlaubt, es wäre hier definitiv nicht so eng geworden, wie es am Ende einige befürchteten. Aber: Selbst in Unterzahl und nach dem Foulelfer zum Anschlusstreffer der Magdeburger demonstrierte der HSV eine Stärke, die aus der Geschlossenheit resultierte, mit der man heute auftrat. Hier arbeitete jeder für jeden. Ein letzten Endes mehr als verdienter Heimsieg gegen einen starken Gegner aus Magdeburg, mit dem man gefühlt die Rollen tauschte, im Vergleich zu den letzten Aufeinandertreffen. Denn heute war es der HSV, der taktisch cleverer agierte, seine Gelegenheiten gut ausspielte und so verdient das Spiel gewann.

Besonders auffällig heute waren neben dem erneut brandgefährlichen Dompé die Offensivspieler Davie Selke, der nicht nur wegen seines Treffers auffiel, sondern sich voll in den Dienst der Mannschaft stellte. SO GEFÄLLT ER (sicher nicht nur) MIR!! Dazu ein Königsdörffer in absolut bestechender Form auf seiner besten Position hinter der einzigen Spitze.

Und ganz hinten war Daniel heuer Fernandes wieder dabei und blieb schadlos, während vor ihm Daniel Elfadli demonstrierte, weshalb er für mich weiterhin der absolut beste Einkauf dieses Sommers ist. Sowas von souverän, so stark im Zweikampf – und am Ende ganz wichtig als Abwehrchef, als Schonlau runter musste…! Ebenso wie Noah Katterbach im Übrigen, der endlich aufblüht, sich offensiv etwas traut – und defensiv immer besser wird!

Fazit: So geht das! Zwei Halbzeiten, die alles boten, was man braucht, um aufzusteigen. So muss der HSV weiterspielen, wenn er dieses Jahr schaffen will, was jahrelang verpasst wurde.

DIE SPIELER IN DER EINZELKRITIK:

Daniel Heuer-Fernandes: Der Rückkehrer hatte anfangs den einen oder anderen Wackler im Fuß, am Ende rettete er beim Stand von 3:1 (zugegeben etwas glücklich) und wurde gefeiert.  Note: 3

Sebastian Schonlau: Ein, zwei Wackler, aber ansonsten souverän – bis zur Roten Karte. Und die war selten dämlich! Was für ein dusseliger Ballverlust. Und was für eine dumme Idee, so kurz hinter der Mittellinie beim Stand von 3:0 eine Notbremse zu ziehen. Note: 5

Noah Katterbach: Bekam es mit Magdeburgs Wirbelwind Atik zu tun – und das bereitete ihm defensiv anfänglich mehr Probleme, als ihm recht gewesen sein dürfte. Offensiv war er wieder mutiger, was mit dem saugeilen Treffer zum 2:0 belohnt wurde! Er ist endlich angekommen!!i Dass dabei noch nicht alles klappt – scheiß drauf! Seit der zweiten Halbzeit in Düsseldorf wird er immer. Besser. Auch heute in der zweiten Halbzeit saustark! So und nicht anders wird er zu einer echten Verstärkung! Note: 2

Miro Muheim: Bereitete das 1:0 vor und hatte es defensiv nicht leicht. Der Elfer war naiv verursacht. Und trotzdem: Er ist und bleibt eine absolute Konstante im HSV-Spiel mit dem Zusatz, zu den besten Standardschützen und Flankengebern der Liga zu gehören. Note: 3

Jean-Luc Dompé (bis 60.): War er am Ball, wurde er gedoppelt, trotzdem war er nie in den Griff zu bekommen und an vielen starken Offensivaktionen maßgeblich beteiligt. Bitter, dass er der Roten Karte von Schonlau taktisch zum Opfer fiel. Note: 2

Lucas Perrin (ab 61.): Eine Premiere, die nicht einfach war. Aber er machte es gut, war sofort im Spiel und gewann seine Zweikämpfe.  Note: 3 

Jonas Meffert: Zusammen (und im Wechsel) mit seinem Kompagnon Elfadli rückte er immer wieder in die Fünferkette, wenn die Magdeburger am Ball waren. Und das verlieh der Defensive zunächst Sicherheit.  Note: 2

Daniel Elfadli: Der Allrounder bleibt für mich ein absoluter Volltreffer auf dem Transfermarkt. Er spielt schlau, ballsicher, er antizipiert und sortiert. In den nächsten Wochen wird er als Stellvertreter Schonlaus zeigen, dass er ein sehr guter Abwehrchef ist. Defensiv war er heute der Beste! Note: 1

Ludovit Reis: Der Unterschied zu seinen ersten Spielen nach der Verletzung: Er holt sich seine leichtfertig verlorenen Bälle wieder zurück. Er hat wieder mehr Spielwitz, wirkt nicht mehr so behäbig wie zuletzt, setzt die Gegner mit seiner aggressiven Zweikampfführung immer wieder unter Druck. Als es enger wurde, war er voll da und führte! Wenn er so weitermacht, haben wir bald den alten Reis zurück!  Note: 2,5

Marco Richter (bis 69.): Der Feinfuß (top Techniker!) agiert in Summe immer noch etwas unglücklich. Er wollte wieder viel, was gut ist! Aber noch gelingt längst nicht alles, obgleich er seine Spielart anzupassen versucht. Schade, dass seine Direktabnahme in der ersten Hälfte am Pfosten landete.  Note: 3

Lukasz Poreba (ab 69.): Er sollte das Mittelfeld defensiv verstärken und immer wieder Entlastungsangriffe einleiten, musste sich aber erst einmal positionell zurechtfinden. Note: 3

Davie Selke (bis 87.): Er hat die Qualität, Spiele zu entscheiden. Deshalb wurde er als Backup für Robert Glatzel geholt. Und jetzt wissen auch alle, was sich die Verantwortlichen dabei gedacht haben! Und egal, was man ihm als Typen alles nachsagt, innerhalb der Mannschaft kommt er top an. Auch heute ackerte er, er traf – und er motivieret seine Mitspieler. So gefällt er mir! Note: 2

William Mikelbrencis (ab 88.): Durfte den Sieg noch mit ins Ziel retten – und das machte er sehr gut! 

Ransford Yeboah Königsdörffer (bis 69.): Er war von Anpfiff an unter Strom, hatte in den ersten vier Minuten gleich zwei Großchancen, von denen er eine nutzte - zum 1:0 per Kopf. Und der Kopfball war nicht so einfach! Stark! Bei ihm sieht man (wie bei Dompé), was hohes Tempo für eine Gefahr auslösen kann. Er war der aktivste, beste Mann in einer guten Offensive. Note: 1

Bakery Jatta (ab 69.): Schweres Comeback als Mischung aus sechstem Verteidiger und einziger Anspielposition für Konter. Aber: Kämpfen geht immer – und das versuchte er. Note: 3

Trainer Steffen Baumgart: Er macht im Moment sehr viel sehr richtig. Er demonstriert der Mannschaft, wie wichtig es auch für spielstarke Teams ist, hinten konsequent zu verteidigen. Er aktiviert zunehmend auch die Spieler, die zuletzt Probleme hatten. Und er istbtaktsich so flexibel, dass dieser HSV nicht mehr so leicht ausrechenbar ist. Kurzum: Top Job, Trainer! Auch heute! Note: 1

DAS SPIEL IN ZAHLEN:

HSV: Heuer Fernandes - Elfadli, Schonlau, Muheim - Katterbach, Reis, Meffert, Dompe (60. Perrin), Richter (69. Poreba) - Selke (87. Mikelbrencis), Königsdörffer (69. Jatta)

1. FC Magdeburg: Reimann - Müller (46. Hercher), Mathisen, Heber - El Hankouri (46. Hollenberger), Hugonet, Gnaka (77. Ito), Krempicki (55. El-Zein) - Amaechi (46. Burcu), Kaars, Atik

Tore: 1:0 Königsdörffer (5.), 2:0 Katterbach (42.), 3:0 Selke (45.), 3:1 Kaars (63.)

Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)

Schiedsrichter: Sven Jablonski (Bremen)

Gelbe Karten: Muheim, Reis / Hankouri, Burcu

Gelb-Rote Karten: Schonlau (57.) / -

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