Spielbericht

Sieg beim Tabellenführer!Raab, etwas Glück und noch mehr Können sorgen für 3:0-Auswärtssieg

Ein Blick auf die Statistik des Spiels zeigt, warum der HSV das Topspiel der 2. Bundesliga beim Tabellenführer gewann. 22 Torschüsse hatten die Gastgeber abgegeben, die…

Sieg beim Tabellenführer!Raab, etwas Glück und noch mehr Können sorgen für 3:0-Auswärtssieg

Ein Blick auf die Statistik des Spiels zeigt, warum der HSV das Topspiel der 2. Bundesliga beim Tabellenführer gewann. 22 Torschüsse hatten die Gastgeber abgegeben, die Hamburger zogen 18-mal ab. Am Ende stand in der Rubrik Tore jedoch: Düsseldorf 0, HSV 3. Effizienz entscheidet. „Das Ergebnis hat nichts mit der Leistung beider Mannschaften zu tun“, erkannte HSV-Trainer Steffen Baumgart im TV-Sender Sky ehrlich an. „So deutlich war es zu 100 Prozent nicht. Aber ich habe ein geiles Zweitliga-Spiel gesehen mit einem guten Ende für uns.“ Stimmt!

Zu dem guten Ende trug vor allem die bessere Effizienz vor dem Tor bei. Ein Traumtor von Jean-Luc Dompé (8.) hatte lange den Unterschied gemacht. In der zweiten Halbzeit traf Torgarant Robert Glatzel (83.) erst bei Handelfmeter. Der Düsseldorfer Verursacher Giovanni Haag sah wegen des absichtlichen Handspiels die Rote Karte. Kurz vor dem Ende besorgte Glatzel (90.) mit seinem siebten Saisontor den Endstand, der den Düsseldorfern die erste Punktspiel-Niederlage nach 21 Partien beifügte und dem HSV dazu verhalt, punktetechnisch wieder in Schlagweite der Spitze zu kommen. Durch den verdienten Auswärtssieg ist der HSV nur noch zwei Punkte von der Fortuna entfernt. 

Im ersten von vier Freispielen in dieser Saison, die die Fortuna über ihr durch Sponsoren finanziertes Modell «Fortuna für alle» vermarktet, bot sich den 51.500 Zuschauern in der vollen Arena eine verkehrte Welt. Die Fortuna machte das Spiel, hatte lange deutlich mehr Ballbesitz und erspielte sich etliche Großchancen – aber der HSV traf. „Zuletzt haben wir in Düsseldorf nicht gut ausgesehen, umso glücklicher sind wir heute über den Sieg“, meinte Baumgart in der Pressekonferenz.

„In den 20 starken Fortuna-Minuten nach der Pause hatten wir Glück und einen sehr guten Keeper“, fügte er ein Extralob für Matheo Raab hinzu, dass dieser mehr als verdient hatte. Der Torwart musste erneut den verletzten Daniel Heuer Fernandes ersetzen. In der vergangenen Woche hatte Raab beim 2:2 gegen den SC Paderborn einmal schwer gepatzt. In Düsseldorf blieb er fehlerfrei und rettete mehrfach großartig. Note: 1!  Doch auch seine Vorderleute hielten der Düsseldorfer Angriffswucht stand. „Wir haben uns in jeden Ball reingehauen, dazu hat Matheo überragend gehalten“, freute sich der andere Matchwinner, Robert Glatzel. «Natürlich war das Glück auch auf unserer Seite, aber das haben wir uns erarbeitet. Die frühe Führung hat uns total in die Karten gespielt, am Ende haben wir eiskalt zugeschlagen.“ 

DIE EINZELKRITIKEN: 

Matheo Raab: Herrlich! Letzte Woche noch der Depp des Spiels, unter der Woche noch mal klar gemacht bekommen, dass er nicht die Nummer eins ist – und dann als kurzfristiger Ersatz so ein starkes Spiel! Er hielt und parierte alles, was in seine Richtung kam. Note 1

Noah Katterbach (bis 90.): Er wird besser. Er ist zwar im Gesamten noch zu schwankend. Aber gut war, dass er sich heute auch offensiv was zutraute. Weiter so mutig bleiben! Note: 3

William Mikelbrencis (ab 90.): Nur noch dabei. Aber immerhin mal wieder dabei!

Sebastian Schonlau: Er hatte es gegen schnelle Düsseldorfer nicht leicht, gewann aber die entscheidenden Zweikämpfe. Mit Daniel Elfadli hatte er heute einen sehr ähnlichen Spielertypen neben sich – und das ging gut! Note: 3

Daniel Elfadli: Ballsicher, taktisch clever, zweikampfstark – er muss aufpassen, sich beim Trainer nicht zu sehr für die seinerseits eher ungeliebte Position in der Innenverteidigung anzubieten. Starkes Spiel heute! Note: 2

Miro Muheim: Er war heute der Schwachpunkt in der Viererkette. Sine Abstimmung mit den Vordermännern Dompé und später Königsdörffer war problematisch und führte dazu, dass der absolute Großteil der Düsseldorfer Angriffe über seine Seite gespielt wurden – und durchkamen. Note: 4

Jean-Luc Dompé (bis 74.): Er wird immer mehr der Unterschiedsspieler für den SV. Und das auch endlich wieder von Beginn an. Seine Einzelaktion war der Türöffner für den Sieg. Allein seine Bereitschaft, defensiv mitzuarbeite ist und bleibt ein Kritikpunkt. Note: 2

Adam Karabec (ab 75.): Er war sofort im Spiel und trug seinen Teil dazu bei, dass der HSV das Spiel sicher über die Bühne brachte. Note: 3

Jonas Meffert (bis 90.): Stark! Er agierte umsichtig, stopfte Löcher, stellte Räume zu und verteilte die Bälle sicher. So kenne ich ihn und so braucht der HSV ihn immer.  Note: 2

Marco Richter (bis 63.): Er wird besser, auch wenn heute wieder viele unglückliche Aktionen und Abschlüsse dabei waren. Wichtig war, dass er seine Zweikämpfe im Zentrum annahm und viele davon gewann. Das war völlig in Ordnung - aber er kann es sicher noch besser. Note: 3 

Immanuel Pherai (ab 64.): Brauchte gleich Schwung rein, lief viel und beschäftigte die Düsseldorfer permanent. Er blieb zwar ohne entscheidende Aktion, aber wohl dem, der einen Spieler mit seinem Format einwechseln kann. Note: 3

Denis Hadzikadunic (ab 90.): Musste mit ansehen, wie Mittelfeldspieler Elfadli seine Position besser ausfüllte als er zuletzt. Dabei hatte Hadzikadunic zuletzt durchaus vernünftig gespielt. 

Ludovit Reis: Endlich kommt er wieder zurück. Auf seiner Lieblingsposition im zentralen Mittelfeld neben Meffert heute endlich wieder mit einer vernünftigen Leistung. Er wirkt zwar noch immer unglücklich – und damit meine ich nicht seine Sportlichen Aktionen, sondern sein allgemeines Erscheinungsbild. Aber ein paar solcher Spiele und er hat wieder die Selbstsicherheit vergangener, besserer Zeiten. Note: 3

Davie Selke (bis 74.): Er hat die Qualität, Spiele zu entscheiden. Deshalb wurde er geholt. Zuletzt bewies er das mit Toren. Heute traf er nicht, obwohl er seine Chancen hatte. Aber heute stimmte der Einsatz. Und solang die andren treffen, reicht das. Note: 3

Robert Glatzel: Doppeltorschütze und damit neben Raab für mich der Matchwinner. Er hat einfach die eingebaute Torgefahr. Vor allem dann, wenn er sich im Sechzehner bedienen lässt. So, wie heute.  Note: 1

DAS SPIEL IN ZAHLEN:

Fortuna Düsseldorf: Kastenmeier - Lunddal Fridriksson (78.Appelkamp), Hoffmann, Oberdorf, Gavory (46. Iyoha) - Haag, M. Zimmermann, Klaus (69.Niemiec), Johannesson, Rossmann (69 van Brederode) - Kownacki (78. Vermeij)

HSV: Raab - Schonlau, Elfadli, Muheim - Katterbach (90.+2 Mikelbrencis), Reis, Meffert (90.+2 Hadzikadunic), Dompe (74.Karabec) - Richter (63.Pherai) - Glatzel, Selke (74.Königsdörffer)

Tore: 0:1 Dompe (9.), 0:2 Glatzel (83., HE), 0:3 Glatzel (90.)

Zuschauer: 54.600 (ausverkauft)

Schiedsrichter: Martin Petersen (Stuttgart)

Gelbe Karten: Fridriksson (35.), Hoffmann (85.) / Schonlau (45.), Katterbach (65.)

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