Rückkehr? Nein! Vernunft schlägt Romantik!
Lange haben sie gesucht, jetzt haben sie ihr Quartier gefunden und das mit einem sportlichen Highlight verbunden: Der HSV misst sich in der Vorbereitung auf den Start in die…

Lange haben sie gesucht, jetzt haben sie ihr Quartier gefunden und das mit einem sportlichen Highlight verbunden: Der HSV misst sich in der Vorbereitung auf den Start in die neue Zweitliga-Saison auch mit einem Bundesligisten. Am 7. Juli spielt das Team um den neuen Trainer Tim Walter in Heimstetten (Gemeinde Kirchheim bei München) gegen den Erstligisten FC Augsburg. Es soll der Abschluss eines neuntägigen Trainingslagers (29. Juni bis zum 7. Juli) in Grassau im Landkreis Traunstein südlich des Chiemsees werden. Der Trainingsstart erfolgt dagegen schon am 18. Juni am Volksparkstadion. Zuvor absolviert das Team an zwei Tagen Leistungs- und medizinische Tests. Das erste Testspiel wird am 25. Juni in Hamburg gegen den Nordost-Regionaligisten VSG Altglienicke angepfiffen. Während des Trainingscamps in Oberbayern ist zudem ein weiteres Testspiel geplant.
Zuletzt wurde ich im Communitytalk immer wieder gefragt, ob eine Rückholaktion von Fiete Arp gut wäre. Der soll nach dem Abstieg der zweiten Mannschaft in die Regionalliga Bayern den Rekordmeister nun verlassen, berichtet die „Bild“. Es soll laut BILD auch schon einen neuen Verein geben. Dass dabei Arps Gehalt mit rund fünf Millionen Euro pro Jahr zum Problem wird – logisch. Arp wird nicht freiwillig 15 Millionen Euro wegschenken – denn der Vertrag des 21-Jährigen läuft beim FCB noch bis 2024. Und auch kein Klub wird diese Summe stemmen wollen. Das ist sicher. Am allerwenigsten sicherlich der HSV.
Dass es eine schöne Geschichte sein könnte, sollte sich Arp bei „seinem“ HSV doch noch zum Erstligaprofi mausern, nachdem er zuletzt in der Dritten Liga bei der zweiten Mannschaft des FC Bayern so überhaupt keine Rolle zu spielen schien – logisch. Und ich mag Fiete Arp. Er ist ein smarter, klarer Junge mit einer großen Menge Talent. Er hat den HSV (auch wenn mir viele Vollblut-HSVer jetzt widersprechen werden) im Herzen und wurde in viel zu frühen Jahren viel zu stark gehypt. Bis hin zu einem finanziell unausschlagbaren Angebot des FC Bayern.
Arp: Das Herz sagt ja, der Kopf sagt nein
Ich persönlich bin also emotional für eine solche Comeback-Geschichte zu haben. Aber sobald ich meine Sympathie mal ausschalte und faktisch draufschaue, sehe ich in einer Rückholaktion nur Contras. Denn Arp würde aus dieser tiefen sportlichen Depression – immerhin ist er sportlich beim FC Bayern gescheitert, so ehrlich kann man das formulieren – beim HSV nicht bei Null anfangen. Im Gegenteil. Er hat hier miterlebt, wie schnell aus ihm als Toptalent der Hoffnungsträger wurde. Dass das schnell noch mal passiert – nicht ausgeschlossen.
Daher bin ich mir sicher, dass es für ihn und den HSV der bessere Weg wäre, wenn Arp sich irgendwo – am besten im Ausland – in einer Erstligamannschaft durchsetzt und der HSV sich sportlich stabilisiert hat, ehe man ernsthaft über ein Engagement in Hamburg nachdenkt. Denn erst, wenn der Beginn auf gesunden Beinen stattfinden kann, hat diese Kombination eine echte Zukunft. Alles andere ist nur Risiko, dass sich weder Arp noch HSV erlauben können. Von daher sollte hier die Vernunft die Romantik.
Apropos: Vernünftig ist es auch, einen neuen Innenverteidiger zu verpflichten. Besser sogar zwei oder drei, wenn es stimmt, dass man van Drongelen zum Beispiel noch abgeben würde. Und auch mit Jonas Meffert vom Liga-Rivalen Holstein Kiel soll man sich über einen Wechsel einig sein, so die Bild heute. Der 26 Jahre alte defensive Mittelfeldspieler, dessen Vertrag in Kiel bis 2022 läuft, soll eine Ablösesumme von rund 500 000 Euro kosten. „Jonas Meffert ist bis zum 30.06.2022 Spieler der KSV Holstein. Sollte sich daran etwas ändern, würden wir das entsprechend kommunizieren“, ließ Holstein Kieler mitteilen. Vom HSV gab es wie inzwischen gewohnt keine Stellungnahme.
HSV rüstet Innenverteidigung weiter auf
Meffert spielt seit 2018 bei Holstein Kiel. In 87 Zweitliga-Partien für die Schleswig-Holsteiner erzielte er fünf Tore. Zuvor war er beim SC Freiburg und dem Karlsruher SC aktiv. Der neue HSV-Trainer Tim Walter kennt Meffert aus gemeinsamer Kieler Zeit. Walter trainierte die Norddeutschen in der Saison 2018/19. Er wäre der zweite Zugang nach Innenverteidiger Sebastian Schonlau (26), der ablösefrei vom SC Paderborn kommt.
Ansonsten ist es weiter relativ ruhig. Und ich werde das Wochenende sowie das heutige Eröffnungsspiel dafür nutzen, um auszuloten, inwieweit mich diese EM tangiert. Vielleicht werde ich meine ersten Eindrücke sowie News rund um das deutsche Team auch morgen mit einfließen lassen. Ich wünsche Euch auf jeden Fall einen schönen Freitagabend – ob mit oder ohne Fußball.
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