Analyse

Relegation: Das erwartet den HSV im Hinspiel in Berlin

sichern. Leider waren am Ende nur wenige erfolgreich, da die Tickets in weniger als 20 Minuten ausverkauft waren. In Rekordzeit waren alle 57.000 Tickets vergriffen. Und ich…

Relegation: Das erwartet den HSV im Hinspiel in Berlin

Nein, leider kann ich nicht helfen. Das musste ich heute auch den besten Freunden und Kollegen schreiben, die über den normalen Vorverkauf versucht hatten, sich Tickets für das Relegations-Rückspiel am Montagabend im Volksparkstadion zu sichern. Leider waren am Ende nur wenige erfolgreich, da die Tickets in weniger als 20 Minuten ausverkauft waren. In Rekordzeit waren alle 57.000 Tickets vergriffen. Und ich hoffe, dass die Hamburger schlauer als ihre Berliner Kollegen waren, damit am Montag nicht mehr Hertha-BSC-Fans als nötig im Stadion sind.

Zum HSV ist dabei eigentlich alles gesagt. Zumal Trainer Tim Walter noch einmal betonte, wirklich gar nichts anders machen zu wollen als vor den Liga-Spielen. Personell hat sich ebenfalls nichts Neues ergeben, daher rechnen viele mit der Startelf aus dem Rostock-Spiel. Im Abschlusstraining heute war jedenfalls nicht zu erkennen, was Walter vorhat. Wobei, doch: Er will die gute Laune hochhalten. Deshalb standen beim 45 Minuten dauernden Abschlusstraining heute vor allem Lockerheit und Spaß auf dem Walter-Plan.

Sofort ausverkauft: HSV-Fans sind heiß auf Relegation

Und obgleich man es ihm gar nicht zutrauen mag, so soll auch beim Gegner unter Trainer Felix Magath Wert auf Lockerheit gelegt werden. Zitter-Relegation? Angst-Modus in der Big City? Nicht mit Magath, „dem Magier“. Auch die ersten Psychospiele von Hamburgs Trainer Tim Walter ließ der Hertha-Trainer einfach an sich abperlen. „Tatsache ist, wenn man es objektiv sieht, seitdem ich die Verantwortung trage, haben wir eine positive Entwicklung gemacht. Wer das Spiel in Dortmund gesehen hat, hat zwei Erstligisten gesehen, einer davon waren wir“, sagte Magath.

Hertha BSC ist in die finale Vorbereitungsphase auf das erste Relegationsspiel gegen den HSV gestartet. Am Dienstagnachmittag leitete Hertha-Trainer Felix Magath das erste Training im kurzfristig anberaumten Trainingslager im olympischen und paralympischen Trainingszentrum Kienbaum östlich von Berlin. „Wir möchten zusammen sein, um uns auf uns zu fokussieren“, hatte Magath das Programm im Hinblick auf das Hinspiel am morgigen Donnerstag im Olympiastadion (20.30 Uhr/Sky und Sat.1) skizziert.

Nach der Ankunft bat der 68-Jährige dann auch gleich zu einer 75-minütigen Trainingseinheit auf der idyllisch gelegenen Sportanlage. Nicht mit dabei war Torhüter Marcel Lotka, der die rund 40 Kilometer lange Reise nach Kienbaum zwar angetreten hatte, aber das Training auslassen musste. Der 20-Jährige hatte sich bei der 1:2-Niederlage bei Borussia Dortmund am vergangenen Samstag bei einer Rettungstat einen Nasenbeinbruch und eine leichte Gehirnerschütterung zugezogen.

Nach dem Training standen Besprechungen und Videoschulungen an. Aber auch die Regeneration nimmt in den Tagen bis zum Spiel einen gewissen Platz ein. Hertha fährt am Donnerstag von Kienbaum aus nach Berlin zurück, ehe am Abend die erste Partie gegen den HSV ansteht, in der Magath seine Mannschaft psychologisch nicht im Nachteil sieht. „Es gibt keinen Grund, mit einem schlechten Gefühl an die Aufgabe zu gehen. Wir sind gut drauf, das zeigen wir noch zweimal. Ich bin sicher, wenn alles normal läuft, dass wir dann gute Aussichten haben, diese beiden Relegationsspiele als Sieger zu verlassen“, sagte der 68-Jährige.

Magath: Kein Kabinenzoff bei Hertha BSC

Einen angeblichen Disput mit Führungsspieler Kevin-Prince Boateng gäbe es nicht, betonte Magath. Einem Medienbericht der „SportBild“ zufolge soll der Mittelfeldspieler die Wortwahl Magaths kritisiert haben, da dieser bei einer Ansprache kein Wir-Gefühl vermittelt habe. „Ich habe den Satz erklärt und dann lagen wir uns schon wieder in den Armen“, sagte Magath zur angeblich schwierigen Stimmung zwischen ihm und Boateng. Anbei einmal ein paar Eckpunkte zu Hertha BSC, die für die Relegation als Grundwissen ganz nützlich sein könnten:

Der Aufsteiger: Noch gibt es um den in der Torhüter-Hierarchie zur Nummer eins aufgestiegenen Marcel Lotka ein Fragezeichen nach seiner bei der 1:2-Niederlage bei Borussia Dortmund zugezogenen leichten Gehirnerschütterung sowie einem Nasenbeinbruch. Der Einsatz des 20-Jährigen wird sich wohl erst am Donnerstag entscheiden.

Der Kapitän: Vor allem in den letzten Spielen hat Dedryck Boyata seine Rolle anders als früher als Kapitän ausgefüllt. Magath hatte den 31-Jährigen nach seinem ersten Training an die Seite genommen und ihm die passenden Worte für den Endspurt mit auf den Weg gegeben.

Der Anführer: Auch Kevin-Prince Boateng ist erst unter Magath richtig in seine ihm zugedachte Rolle als Anführer auf dem Platz geschlüpft. Da der Körper des 35-Jährigen nicht mehr allen Spielen gerecht wird, setzt Boateng nach Absprache mit Magath immer mal wieder aus. Zuletzt soll es in der Kabine zu einem Wortgefecht zwischen Magath und Boateng gekommen sein. So, wie es zwischen der Mannschaft und Magath geknallt haben soll. Da dieser Streit aber als beigelegt gilt, wird erwartet, dass der Mittelfeldspieler wohl wieder von Beginn an auflaufen wird.

Der Hoffnungsträger: Einen weiteren Joker zieht Magath in Stevan Jovetic aus dem Ärmel. Der lange verletzte Stürmer kehrt zur rechten Zeit zurück: Mit sechs Toren und zwei Vorlagen ist der 32 Jahre alte Montenegriner immer noch erfolgreichster Angreifer der Berliner und seit dieser Woche wieder im Mannschaftstraining. Gut möglich, dass er gegen den HSV zum Einsatz kommt.

Die Ausfälle: Definitiv ausfallen werden bei der Hertha die angeschlagenen Davie Selke und Marton Dardai. Mittelfeldabräumer Santiago Ascacibar ist nach seiner beim 1:2 in Dortmund am Samstag gesehenen fünften Gelben Karte gesperrt.

Der Entscheider: Trainerfuchs Magath hat in seiner kurzen Zeit in Berlin den direkten Abstieg vermieden, die mögliche vorzeitige Rettung nicht geschafft. Aber der 68-Jährige stellt bei der seit Jahren dümpelnden Mannschaft die richtigen Schrauben, die am Ende den Klassenverbleib bringen sollen.

Voraussichtliche Startaufstellungen:

Hertha BSC: Christensen - Pekarik, Boyata, Kempf, Plattenhardt - Tousart, Stark - Richter, Boateng, Serdar – Belfodil

HSV: Heuer-Fernandes - Heyer, Vuskovic, Schonlau, Muheim - Reis, Meffert, Kittel - Jatta, Glatzel, Vagnoman

So viel zum Gegner von morgen und Montag. Ein strauchelndes Schwergewicht, das in seiner jüngsten Geschichte stark an den HSV vor seinem Abstieg erinnert. Ich hatte es letzte Saison schon geschrieben und in dieser wiederholt: Diese Hertha macht viele Fehler des HSV (hoffentlich) vergangener Tage. Auch deshalb habe ich vor dieser Relegation, in die die Herthaner als glasklarer Favorit gehen, durchaus Hoffnungen auf einen positiven Verlauf für den HSV. Es wäre tatsächlich konsequent, wenn Hertha nach dem Gestreite um Millionen, Investoren und bei dieser personellen wie sportlichen Inkonstanz eine Liga runtergehen würde.

Auch Terodde wünscht sich HSV als Aufsteiger

In diesem Fall hoffe ich es natürlich maximal. Oder um es mit Simon Teroddes Worten (gegenüber Sport1) zu sagen: Ich drücke die Daumen, dass das in der Relegation klappt. Letztes Jahr habe ich den Aufstieg mit dem HSV leider nicht geschafft. Ich gönne es jedem einzelnen dort.“ Ich uns allen auch.

In diesem Sinne, bis morgen! Morgens mit dem MorningCall und allen letzten Infos zum Spiel am Abend. Und nach dem Hinspiel melde ich mich selbstverständlich wieder mit einem Blitzfazit bei Euch! Bis dahin Euch allen einen schönen Europapokal-Abend mit den Frankfurtern und dem HSV-Freundschaftsklub Glasgow Rangers im Finale. Auch ein geiles Spiel…

Scholle 

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