Spielbericht

Reifer 2:0-Sieg gegen Rostock - dieser HSV macht Spaß

Der HSV ist nicht nur weiterhin Tabellenführer - er macht auch einfach immer mehr Spaß. Es macht einfach Spaß, zu sehen, wie die Mannschaft von Trainer Tim Walter defensiv…

Reifer 2:0-Sieg gegen Rostock - dieser HSV macht Spaß

Der HSV ist nicht nur weiterhin Tabellenführer - er macht auch einfach immer mehr Spaß. Es macht einfach Spaß, zu sehen, wie die Mannschaft von Trainer Tim Walter defensiv immer stabiler wird und Gegner so dominiert. Selbst gute Rostocker, die in den ersten 45 Minuten wirklich nichts falsch machten und nach vorn immer wieder versuchten, Nadelstiche zu setzen, waren heute absolut chancenlos. Und mit dem Tor vom bärenstarken Ludovit Reis zum 1:0 in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit war es dann auch fast schon entschieden – so doof das auch klingen mag. 

Auch der Rostocker Trainer Alois Schwarz sah das ähnlich: „Es war klar, dass die Trauben hier etwas höher hängen. Wenn man hier etwas mitnehmen will, dann muss schon vieles passen. Wenn du dann aber kurz vor dem Pausenpfiff an der gegnerischen Eckfahne einen Einwurf hast und dich danach auskontern lässt, dann ist das Kinderfußball. Da müssten wir uns kurz schütteln, haben das in der Halbzeit angesprochen und kriegen dann aber unmittelbar nach der Pause das zweite Tor. Dann wird es schwer und der HSV spielt seinen Ball runter. Dafür haben sie auch das Personal. Es war ein verdienter Sieg.

Das war er. Mit einem wieder gesunden und dann auch gleich sehr starken Abwehrchef Sebastian Schonlau neben Denis Hadzikadunic, der gefühlt 100 Prozent seiner Zweikämpfe gewann. Dazu mit zwei Außenverteidigern, die nichts anbrennen ließen, defensiv und zusätzlich noch die Zeit fanden, sich offensiv mit einzuschalten. Und mit einem zentralen Mittelfeld bestehend aus Jonas Meffert, der alles im Griff hatte sowie den beiden Torschützen Laszlo Benes und Ludovit Reis. Letztgenannter sprühte wieder vor Elan und war für mich zusammen mit Schonlau heute der beste Mann auf dem Platz. 

Kurzum: Heute hat es absolut gepasst. Auch die anfänglichen Ausflüge von Schonlau in die gegnerische Hälfte, aus denen defensiv plötzlich Mann-gegen-Mann-Situationen entstanden, hat die Mannschaft gut verdaut und ist trotzdem stabil geblieben. Schonlau, Meffert und Co. hatten die Gäste, die als Tabellenzweiter angereist waren, immer im Griff. Wir hatten heute von der ersten Minute an die volle Kontrolle über das Spiel. In der Defensive waren wir kompakt und haben fast gar nichts zugelassen. In der zweiten Halbzeit hat Ferro dann einen Ball noch überragend gehalten. Wir hätten in der ersten Halbzeit vielleicht noch eher das 1:0 schießen können, aber ich bin vor allem stolz auf die Mannschaft, dass wir wieder zu null gespielt haben“, freute sich Benes nach dem Spiel ebenso wie sein Keeper Daniel Heuer Fernandes, der zum dritten Mal in Folge zu Null gespielt hat: „Es ist sehr cool, zu null zu spielen“, so Heuer Fernandes. „Aber die Freude darüber, wie wir die Spiele annehmen, macht mich noch glücklicher. Wenn man das Spiel heute gesehen hat, gab es von der ersten Minute an keine Zweifel. Wir haben die Zweikämpfe angenommen, früh gepresst und der Gegner hatte dann nur die Idee, mit langen Bällen zu agieren. Wir waren aber auch gut bei den zweiten Bällen. Deshalb war es ein sehr dominanter Auftritt. Das war eine Top-Mannschaftsleistung.“

So ist es. Und dementsprechend fällt auch mein Blitzfazit heute aus.

DIE DATEN ZUM SPIEL:

HSV: Heuer Fernandes - Van der Brempt, Hadzikadunic, Schonlau, Muheim - Reis (90. Heyer), Meffert, Benes (77. Pherai) - Jatta (64. Königsdörffer), Dompe (64. Öztunali) - Glatzel (77. Nemeth)

F.C. Hansa Rostock: Kolke - van der Werff, Roßbach (75. Fröling), Rossipal - Neidhart, Dressel (75. Vasiliadis), Bachmann, Schumacher (46. David), Ingelsson (46. Kinsombi) - Pröger (75. Güler), Perea

Tore: 1:0 Reis (45.+6.), 2:0 Benes (48.)

Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)

Schiedsrichter: Benjamin Brand (Schwebheim)

Gelbe Karten: Jatta, van der Brempt / Pröger, Ingelsson, Schumacher, Neidhardt, Kinsombi

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