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Premieren - und HSV-Coach Walter hat volle Kapelle zur Verfügung

Das ist wirklich schon eine ganze Weile her! Und damit meine ich gleich zwei Dinge: Zum einen den letzten Blogbeitrag, der in Form von direkten Antworten auf Eure Fragen am…

Premieren - und HSV-Coach Walter hat volle Kapelle zur Verfügung

Das ist wirklich schon eine ganze Weile her! Und damit meine ich gleich zwei Dinge: Zum einen den letzten Blogbeitrag, der in Form von direkten Antworten auf Eure Fragen am Sonnabend war. Aber auch der letzte Communitytalk ist schon eine ganze Weile her. Und diesen haben wir – also Cornelius und ich – diesmal im Park aufgezeichnet und dabei dem wir einen Teil der per E-Mail eingegangenen Fragen beantworten. Zusammen – was eine Premiere darstellt. Eine sehr kurzweilige, gelungene Premiere, glaube ich. Aber schaut selbst: 

Dass wir hier im Blog eine Weile offline waren, haben viele von Euch gemerkt, weil sie plötzlich mit ihren Posts nicht mehr durchkamen. Am Sonntag und Montag hatte ich es selbst nicht versucht, weil ich einmal einen Kindergeburtstag (Sonntag) und einmal andere Termine hatte. Dienstag hatte ich versucht, einen Blog online zu stellen, der auch den neuen HSV-Talk beinhaltetet. Leider hatte der Betreiber am Montag und Dienstag Probleme, die erst gestern gelöst werden konnten. Das betraf auch den Kommentarbereich, den viele von Euch nicht mehr erreichten und sich daraufhin bei mir beschwerte. Jetzt soll es wieder funktionieren. Und in Sachen Redigieren der Posts sind wir auch dran.

Eine Premiere feiert auch der HSV am Wochenende in Elversberg. Um 13.00 Uhr trifft die Mannschaft von Trainer Tim Walter erstmals auf die SV Elversberg. Zum Vergleich: Während der HSV bislang mehr als 2000 Spiele im deutschen Profi-Fußball bestritten hat, sind es bei den Elversbergern gerade einmal 81 Partien. Elversberg als Unbekannte? Mitnichten. „Ich war schon einmal dort“, sagte Walter heute bei der Pressekonferenz. Allerdings war das nie im Profifußball, sondern seinerzeit als Jugendtrainer des FC Bayern. Mit der damaligen U17 des FC Bayern München spielte der 47-Jährige seinerzeit im Saarland. Und das nach eigener Aussage sehr erfolgreich. Sein Team gewann.

Das wiederum wird gegen den Zweitligaaufsteiger jetzt mit Sicherheit eine schwierige Aufgabe, als seinerzeit in der Jugend. Vom durchwachsenen Start des Aufsteigers, der mit vier Punkten lediglich auf Platz 15 steht, darf man sich nicht täuschen lassen. Ich jedenfalls vertraue da sehr auf unsere Analysten von Createfootball.com, die Elversberg als Kunden in ihrer Datei führen und begeistert sind. Von einem sehr strukturierten Scouting und einem klaren Plan hatte mir Mats vor Saisonbeginn berichtet. Und fußballerisch hat er Recht. Allein die Ergebnisse stimmen (noch?) nicht. Auch Walter lässt sich nicht beirren: „Sie haben es sich verdient, in dieser Liga zu spielen. Die Frische tut der Liga gut.“ 

Die Frage nach der Angst vor der Atmosphäre in fremden Stadien kann ich inzwischen nicht mehr hören. Spieler, die vor 57.000 Zuschauern ihre Heimspiele austragen, die sollten sich auch von 10.000 Anhängern des Gegners nicht fürchten. Wobei: Das macht beim HSV auch niemand. Die etwa 10 000 Zuschauer fassende Ursapharm-Arena an der Kaiserlinde stellt zumindest auch für Walter kein Thema dar: „Wenn wir kommen, herrscht überall Euphorie“, sagt der Coach etwas großspurig. 

Aber okay, solange die Stimmung innerhalb der Mannschaft und im Trainerteam bodenständig und fokussiert ist – sollte es funktionieren. Auf dem Trainingsplatz scheint es weiterhin zu funktionieren – wobei das in den letzten Jahren auch der Fall war und für mich längst kein allzu aussagekräftiges Indiz mehr darstellt. „Energie ist wichtiger als Euphorie“, sagt Walter, der mit seiner Mannschaft in der täglichen Trainingsarbeit offensichtlich sehr zufrieden ist.

„Es ist eine Freude und Bereitschaft da, die mir Spaß macht. Sie wollen kicken und werfen im Training alles rein“, so Walter über seine Spieler, die nahezu komplett wieder gesund sind. Rechtzeitig und vor allem fit zurück sind die Nationalspieler von ihren Länderspielreisen zurückgekehrt. Und viele von ihnen sind zum Einsatz gekommen, was durchaus positiv zu bewerten ist. Tim Walter hat sich ebenfalls darüber gefreut, schaute aber heute nur noch nach vorn: „Sie waren heute alle auf dem Platz, das ist wichtig für unsere Vorbereitung.“ Oder anders formuliert: Personell haben Walter und der HSV keine Sorgen. Fehlen wird nur der weiterhin gesperrte Abwehrspieler Guilherme Ramos, der nach seiner Roten Karte aus dem Spiel gegen Hannover 96 (1:0) weiter pausieren muss. Erfreulich: Anssi Suhonen, der vielleicht meistverletzte Spieler der letzten Jahre beim HSV, macht erfreulich schnelle, gute Fortschritte nach seinem Wadenbeinbruch. Heute konnte der 22-Jährige schon wieder Läufe und in Teilen mit dem Ball trainieren.

Es ist also aus HSV-Sicht alles angerichtet für das erste Spiel in dieser Saison gegen einen vermeintlich „Kleinen“ der Liga. Und während wir in den letzten Jahren gerade in solchen Spielen selten zu überzeigen wissen, bin ich diesmal optimistischer. Zumindest dann, wenn der HSV so geduldig und diszipliniert agiert wie zuletzt.

Ich habe das im letzten Talk wieder mit dem Boxer ohne Deckung verglichen, der der HSV in den letzten Jahren war. Da stürmte man mit aller Macht auf seinen Gegner zu und versuchte ihn binnen Sekunden niederzustrecken. Und je länger das nicht funktionierte, desto größer wurde die Gefahr, dass dem vermeintlich stark unterlegenen Gegenüber der „Lucky Punch“ gelingen würde. Denn der HSV spielte ohne Deckung. Mit der Betonung auf „spielte“ – also in der Vergangenheit. Denn genau das hat der HSV zuletzt geändert – und gewonnen.

Von daher habe ich tatsächlich mehr Hoffnung als zuletzt, dass es funktioniert. Aber vor allem bin ich extrem gespannt, weil ich bei Walter nie ganz sicher bin, was kommt. 

In diesem Sinne, Euch allen einen schönen Abend!

Scholle

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