Pherai ist erst der Anfang...
Der HSV ist früher dran als in den letzten Jahren, was ich sehr begrüße. Zumindest hat man mit Immanuel Pherai eine ganz wesentliche Baustelle schließen können, die sich in den…

Der HSV ist früher dran als in den letzten Jahren, was ich sehr begrüße. Zumindest hat man mit Immanuel Pherai eine ganz wesentliche Baustelle schließen können, die sich in den letzten Jahren immer wieder offenbarte. Und nicht zuletzt, weil der HSV schon seit Monaten das Interesse bei Pherai hinterlegt hatte, hat sich dieser trotz anderer Angebote für einen Wechsel vom Ligakonkurrenten Eintracht Braunschweig zum HSV entschieden und hier einen Vertrag bis Juni 2027 unterschrieben. „Seine Entwicklung, insbesondere in der vergangenen Saison bei Eintracht Braunschweig, hat uns schließlich dazu veranlasst, uns frühzeitig und intensiv mit ihm und einem Wechsel zu beschäftigen“, sagte Boldt. Zu den Ablösedetails gab es zwar wie gewohnt keine offiziellen Angaben, es gilt aber als sicher, dass zu den festgeschriebenen 750.000 Euro Ablösesumme noch Bonuszahlungen kommen, die die Gesamtsumme über eine Million Euro schrauben dürften.
Eine Summe, die beim HSV früher für günstige Spieler gezahlt wurde, die aber auf Zweitligaebene absolut kein Kleingeld mehr ist. Das darf man nicht vergessen. Viele in meinem Bekanntenkreis sprechen bei solchen Summen noch immer von „ist ja günstig“ – aber die 1,5 Millionen Euro für einen Miro Muheim waren eben nicht günstig, sondern aus meiner Sicht sogar zu viel. Zu viel im Verhältnis zu dem, was der HSV ausgeben kann und was er an Spielern gebraucht hätte.
Anders als bei Pherai, dessen Qualitäten ich deutlich höher einschätze und dessen Transfer ich mir hier im Blog ja schon seit Monaten gewünscht habe, weil seine Spielweise ähnlich effektiv ist wie die von Kittel – nur deutlich konstanter! Von daher kann man sagen: Pherai war günstig! Zumindest, wenn er so einschlägt, wie sich das alle erhoffen und die allermeisten (mich eingeschlossen) auch erwarten. Aber: Wer die 30 Millionen Euro von Klaus Michael Kühnes Wandeldarlehen als Basis für den Einkauf dieser Saison nimmt, darf nicht vergessen, dass diese 30 Millionen Euro zurückzuzahlen sind. Entweder in Form von verzinstem Geld – oder als weitere Anteile, sofern der HSV bis 2028 die Geschäftsform verändert.
Beides ist teuer und bedingt, dass der HSV mit diesem Geld Mehreinnahmen generiert. Über günstige Spieler, die man teuer verkauft – und natürlich über sportlichen Erfolg. Vor allem aber gilt es, die 30 Millionen auf die nächsten fünf Serien aufzuteilen. Nicht im Voraus – sowas ist nicht realistisch planbar. Aber von Jahr zu Jahr. Ein Szenario, auf das der Aufsichtsrat extrem hohen Wert legen muss!
Soll heißen: Das Geld, das ich vor dieser Saison ausgebe, muss ich am Saisonende wieder reinholen – inklusive der 3,5 Prozent Zinsen. Alles andere wäre fahrlässig. Problem hierbei: Meist sind die Verantwortlichen, wenn sie unter Druck geraten, finanziell deutlich risikobereiter. In dem Wissen, dass sie bei eintretendem Misserfolg eh nicht mehr lange da wären, gehen sie nicht selten all in. Das kann gutgehen – tut es aber selten. Dennoch ist das für die Verantwortlichen nur halb so schlimm. Denn geht es schief, müssten die jeweiligen Nachfolger die Suppe auslöffeln. Ein Szenario,
Das aber beziehe ich ausdrücklich NICHT auf die Verpflichtung von Immanuel Pherai. Zumal auch dessen erste Aussagen Pherais darauf hoffen lassen, dass hier eine gute Verbindung entsteht. „Ich hatte selbst das Gefühl gehabt, als ich hier gespielt habe Ende Januar: ' Boah, das ist schon geil, hier zu spielen'“, erinnerte sich der offensive Mittelfeldspieler im clubeigenen HSV-TV an das Spiel der Braunschweiger (2:4) im Volksparkstadion.
Als sein Berater ihm sagte, der HSV hätte Interesse an ihm, habe er mit seinem „alten Kollegen“ für eine Stunde gesprochen. Dieser Kollege ist sein Landsmann Ludovit Reis, mit dem er in der neuen Spielzeit das Kreativzentrum im HSV-Mittelfeld bilden soll. Nach weiteren Gesprächen mit Trainer Walter und Fußball-Direktor Claus Costa habe er gewusst: „Ich will hier spielen.“ Und jetzt ist er da. Als legitimer Nachfolger für Sonny Kittel, der beim HSV keinen neuen Vertrag erhalten hat und den Club nach vier Jahren verlässt. Konsequenterweise übernimmt der Niederländer auch Kittels Rückennummer 10.
Aber so früh der HSV diese Baustelle auch sehr gut geschlossen hat, es wartet noch viel Arbeit auf die Kaderplaner sowie den Sportvorstand. Denn weiterhin gilt es, einen schnellen Innenverteidiger, einen Backup für Jonas Meffert sowie mindestens einen Außenverteidiger zu finden. Apropos Mannschaft: Die beginnt am Mittwoch und Donnerstag mit den obligatorischen Leistungstests. Das erste Training auf dem Platz am Volksparkstadion ist für den Freitag, 14 Uhr angesetzt. Und auch das Trainingslager steht fest: Vom 6. Bis zum 15. Juli geht es für Trainer Tim Walter und sein Team erneut nach Kitzbühel. Dort sind auch zwei bislang noch nicht terminierte Testspiele geplant.
Euch allen einen schönen Abend!
Scholle
P.S.: Morgen gibt es hier die nächste Analyse in Form des nächsten Videotalks mit Cornelius, in dem wir auch mit der Saisonanalyse. Und: Sollte jemand hier mit ins Trainingslagerfahren wollen, kann sie/er sich über [email protected] anmelden, um über alle Aktivitäten vor Ort auf dem Laufenden gehalten zu werden.
Zeig deine Farben
Unsere Freunde von HANDS OF GOD setzen ikonografischen Momenten und Legenden der Vereinsgeschichte ein künstlerisches Denkmal.
Shirt HAMBURG ALLSTARS
Eine Startelf aus Hamburger Legenden, großflächig auf dem Rücken.
39 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Print HAMBURG ALLSTARS
Dieselbe Startelf als Fine-Art-Print — A3 oder 50 × 70.
40 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Print COMEBACK DES DINOS
Mai 2025, das 6:1 — nach sieben Jahren zurück in der Bundesliga.
40 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Print UNS UWE
Uwe Seeler nach dem verlorenen Wembley-Finale 1966.
40 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Wir sind Partner von HANDS OF GOD und bekommen eine Provision, wenn du über diese Links kaufst — für dich ändert sich am Preis nichts. Gezeigt werden nur Motive, die wir selbst aufhängen würden.
Lies weiter
Meinung
HSV-Blamage- Die Taktik war das geringste Problem
Weiterlesen

Diskussion
0 KommentareDiskutier mit!
Registriere dich kostenlos — dann kannst du unter den Beiträgen mitdiskutieren, antworten und liken.
Jetzt kostenlos registrierenAnmelden