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Personalprobleme, Minusrekord - beim HSV herrscht Spannung in allen Bereichen

Der HSV geht mit Personalproblemen in das Heimspiel am Samstag gegen den Tabellenzweiten Jahn Regensburg. Das war vorher schon klar. Neben den Langzeitverletzten Josha…

Personalprobleme, Minusrekord -  beim HSV herrscht Spannung in allen Bereichen

Der HSV geht mit Personalproblemen in das Heimspiel am Samstag gegen den Tabellenzweiten Jahn Regensburg. Das war vorher schon klar. Neben den Langzeitverletzten Josha Vagnoman, Tim Leibold und Jonas David wird jetzt allerdings auch Torhüter Daniel Heuer Fernandes weiterhin fehlen. Auch über das Regensburg-Spiel hinaus.  Ich hatte es schon unmittelbar nach der ersten Diagnose hier in einem der Blogs geschrieben und befürchtet, da ich selbst schon Kapselverletzungen im Knie hatte. Ich weiß, dass das sehr zäh werden kann. Jetzt bewahrheitete sich meine Befürchtung. Leider. Denn wie der HSV heute via Homepage mitteilte, wird der 29-Jährige gleich „einige Wochen“ ausfallen. Eine erneute MRT-Untersuchung hatte ergeben, dass die hintere Kapsel in der Kniekehle des Schlussmannes noch nicht vollständig verheilt ist. Die Nummer eins des HSV wird jetzt erstmal weiter individuell trainieren. Diese Entscheidung hätten Klub und Spieler in Absprache getroffen, um nachhaltige Schäden zu vermeiden.

HSV-Coach Tim Walter lässt sich davon jedoch nicht beeinflussen. Zumindest wusste er die Hiobsbotschaft heute gekonnt wegzustecken. Der HSV-Coach machte einen sehr gut gelaunten, optimistischen Eindruck auf mich bei der Pressekonferenz. Klar sei es augenscheinlich, dass da viele wegbrechen in der Abwehr. „Aber wir haben Jungs hinten dran“, sagte Walter, „und ich habe schon vor der Saison gesagt, dass wir alle Spieler brauchen werden.“ Im Tor wird wie schon vor der Punktspielpause Marko Johansson stehen. Und bei dem Schweden habe ich tatsächlich kaum Bedenken nach den letzten beiden aus seiner Sicht sehr guten Spiele. Der Schwede mit den großen Zielen (er will in seiner Karriere in allen großen Ligen dieser Welt gespielt haben) hat seine Unsicherheiten aus den Testspielen genau dort gelassen und war gegen Karlsruhe einer der besten Hamburger, wie ich finde.

Anders gestaltet sich die Suche nach einem Ersatz für Jonas David. Nominell dürfte der kroatische U21-Nationalspieler Mario Vuskovic hier erste Wahl sein. Und auch Walter sprach seinen 20 Jahre jungen Innenverteidiger heute stark. „Seine Entwicklung finde ich sehr gut. Er hat bereits gegen Nürnberg bewiesen, da er auf dem Niveau spielen kann.“ Für den jungen Kroaten sei es schade, dass sein direkter Konkurrent Jonas David so stark performt habe. „Aber ich bin total zufrieden damit, wie er sich im Training gibt. Als Spieler in der Mannschaft und als Mensch. Auch, was seine U21-Einsätze betrifft.“ Allerdings ließ Walter auch offen, in welchem System er spielen lassen wolle. „Grundsätzlich ist alles möglich. Wir können hinten mit drei agieren, ob das dann Mario (Vuskovic) , Gyambo (Jan Gyamerah) und Mo (Moritz Heyer), Bascho (Sebastian Schonlau) sowieso oder Miro (Muheim) sind – grundsätzlich haben wir eine gute Auswahl, um eine gute Elf auf den Platz zu stellen.“ Apropos: Jonas Meffert fehlte heute zwar im Training, soll aber am Sonnabend „definitiv“ dabei sein können.

https://soundcloud.com/user-36211795/fr201121-walter-warnt-alidou-fans-den-hsv-und-vuskovic-will-durchstarten?si=5e1bc01b039f464ca124d38154f4a2f9

Nach der peinlichen 0:5-Klatsche aus 2018 hat der HSV die beiden vergangenen Heimspiele gegen Regensburg gewonnen. Zuletzt gab es im Januar einen 3:1-Heimsieg gegen den Jahn, der jetzt massiv verbessert nach Hamburg anreist. Walter weiß auch, warum: „Regensburg hat einen über längere Zeit zusammengebauten Kader, der drei Jahre so schon zusammen spielt und der immer wieder verstärkt wurde.“ Der HSV-Coach warnte zudem vor den „bulligen Stürmern“ und den Distanzschützen der Oberpfälzer. „Wir wissen genau, worauf es ankommt, wogegen wir arbeiten müssen“, so Walter. „Und wir werden an unsere Grenzen gehen. Das ist das einzige, was meine Mannschaft immer machen kann.“

Der SSV Jahn Regensburg scheint das wiederum zu wissen und stellt sich selbst auf ein intensives Duell ein. „Wir werden leiden und unsere Frustrationstoleranz hochhalten müssen“, prognostizierte Jahn-Coach Mersad Selimbegovic vor dem Aufeinandertreffen am Samstag im Volksparkstadion. Es werde schwierig, in Hamburg zu punkten. „Wir werden sehr viel hinterherlaufen“, glaubt der 39-Jährige, der als Tabellenzweiter anreist. „Vertauschte Rollen“, sagte Selimbegovic heute und schob nach: „Tabellenplatz hin oder her. Ich weiß, dass diese Mannschaft in der Lage ist, jeden Gegner zu dominieren. Wir müssen dagegenhalten, wenn wir überleben wollen.“

https://open.spotify.com/episode/1OzLa2pjnQO7eiYD8ROy7M?si=af740b593e584e46

Für die Regensburger geht es allerdings – anders als mancher hier in Hamburg annimmt – nur um weitere Punkte auf dem Weg zur angestrebten Saison-Zielmarke von 40 Zählern. Sagt Selimbegovic. Aktuell stehen sie bei 25 Zählern. „Das Wichtigste ist, keinen Druck von hinten zu spüren und die Plätze 15, 16 weg von uns zu halten“, so der SSV-Trainer gewohnt zurückhaltend. Alles andere spiele in den Köpfen der Regensburger weiterhin keine Rolle.

Spannend wird es am Sonnabend jedenfalls. In Sachen Aufstellung, welches System Walter spielen lässt, wie das Spiel an sich verläuft – aber auch, was die Ränge betrifft. Es gilt zwar unverändert die 2G-Regel, aber die Zuschauer scheinen diesmal nicht so zu wollen, wie sonst. Aktuell sind gerade einmal 22.000 Tickets abgesetzt, das ist weniger, als der HSV in den letzten Jahren an Dauerkarten verkauft hatte. Noch sind es anderthalb Tage bis zum Spiel, aber es droht ein Minusrekord. Der stammt bislang vom 9. März 2019. Damals kamen gegen Greuther Fürth nur 36.560 Zuschauer ins Stadion. Schwer vorstellbar, dass es am Sonnabend annähernd so viele geschweige denn mehr werden…

Und ich will an dieser Stelle gar nicht über die Gründe spekulieren, da für eine solche Entwicklung immer sehr viele Aspekte eine Rolle spielen. Angefangen bei den Corona-Zahlen bis hin zu den zuletzt schwachen Ergebnissen in den Heimspielen. Auf jeden Fall aber sollte der HSV einen solchen Minusrekord nicht versuchen, wegzulächeln, sondern sich ernsthaft Gedanken machen. Auch dann, wenn ein Zuschauermagnet wie Schalke die Hütte kurz vor Weihnachten noch einmal richtig voll macht. Denn nicht nur Pfiffe nach Spielschluss lassen die Stimmung unter den Fans erkennen.

In diesem Sinne, bis morgen. 

Scholle

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