Spielbericht

Paderborn war ein erster, guter Schrittt - für alle

Der HSV steht wieder da, wo man sich am Ende der Saison sehen will: auf einem Aufstiegsplatz. Mit dem guten und vor allem auch erfolgreichen Spiel beim SC Paderborn hat sich…

Paderborn war ein erster, guter Schrittt - für alle

Der HSV steht wieder da, wo man sich am Ende der Saison sehen will: auf einem Aufstiegsplatz. Mit dem guten und vor allem auch erfolgreichen Spiel beim SC Paderborn hat sich der HSV eine Art Brustlöser verschafft nach zuvor vier Spielen ohne Sieg. „Vielleicht kann man das als Trendwende verstehen“, sagte Mittelfeldspieler Jonas Meffert und betonte dabei, dass man diese Leistung in den kommenden Wochen selbstverständlich erst noch bestätigen müsse. Aber Meffert betonte ebenso klar: „Es war ein sehr wichtiger Sieg.“ Und das stimmt. Denn der HSV hat endlich wieder die Tugenden Auf den Platz bekommen, die auch enge Spiele wie das gegen das Zweitliga-Topteam Paderborn gewinnen lassen.

Meffert und Co. sind mit einem Punkt Rückstand dran an Spitzenreiter Darmstadt 98 und haben durch den Sieg im direkten Duell einen Vorsprung von zwei Punkten auf den Tabellendritten Paderborn. Tabellarisch ist alles wieder im grünen Bereich. Und in dem „wilden, aber tollen Spiel“, wie Trainer Tim Walter die Begegnung beschrieb, war ein Spieler besonders effektiv: Jean-Luc Dompé. Der Franzose, dem ich zuletzt nachgesagt hatte, dass er bislang zu ineffektiv gewesen sei, nachdem er vor zehn Wochen vom belgischen Erstligisten Zulte Waregem für rund 1,1 Millionen Euro verpflichtet worden war. Diesmal aber war er eine deutliche Belebung des Hamburger Angriffsspiels.

Dompé war stark - kann er das bestätigen?

„Hast Du Deine Meinung geändert?“, schrieb mir mein geschätzter Kollege Wolfgang Stephan, mein Sitznachbar bei den Heimspielen des HSV auf der Pressetribüne, der immer mit anhören muss, wie ich mich freue oder ärgere. Und ich habe geantwortet; dass ich meine Meinung bezüglich Dompé nur zu gern ändern würde – sofern er diese Leistung in den nächsten Wochen bestätigt. Diesen Zug zum Tor, dieses starke Eins-gegen-Eins waren essenziell für den Erfolg beim SCP. Zwei Treffer bereitete er nach gewonnenen Dribblings über die Außenbahn gekonnt vor, einen Treffer erzielte er selbst. „Wir haben es heute gut gemacht. Auch bei mir persönlich lief es ganz gut“, sagte Dompé bescheiden. Und während ich meine Zweifel hatte, hat Dompé seinen Trainer und vor allem auch seine Mannschaftskollegen überzeugt. Für Meffert ist der 1,70 Meter kurze Dompé ein ganz Großer. „Er ist ein Supertyp. Er tut alles für die Mannschaft, ist kein Egoist“, lobt Meffert seinen Kollegen im NDR-Fernsehen. „Deshalb hat er es umso mehr verdient.“

Mag alles sein. Und auch ich freue mich darüber, wenn der Zugang aus Belgien durchstartet. Ich sehe allerdings auch die Themen, die noch nicht so funktionieren. Und auch wenn viele das nicht gern hören: Defensiv muss auch Dompé seine Kollegen besser unterstützen. Miro Muheim, der in Paderborn keinen guten Tag erwischte, war defensiv zu oft auf sich allein gestellt. „Er kann schon in die andere Richtung mehr machen“, meinte auch Trainer Tim Walter, der nach diesem Sieg ebenso wie zuletzt nach Niederlagen sehr sachlich blieb. Walter vermied es wie sonst auch, Einzelne herauszuheben. Er betonte wieder, dass nur mit einem funktionierenden Gebilde auf dem Platz, in einer Einheit aus „Energie und Willen“ Erfolg möglich sei. „Es spricht für meine Mannschaft, dass sie heute als Mannschaft verteidigt hat“, lautete sein Gruppenlob. Und auch wenn er hinten fehlte, nach vorn war Dompé in diesem Spiel der entscheidende Faktor.

Mich persönlich hat an diesem Spiel vor allem gefreut, dass die Mannschaft als Team funktioniert hat. Wer gesehen hat, wie sich Spieler und Trainer nach dem Sieg in den Arm nehmen und noch Minuten nach Schlusspfiff sowas von im Tunnel waren, der kann erahnen, welcher Druck von allen abgefallen war. Vor allem aber jubelte diese Mannschaft ebenso geschlossen, wie sie zuvor auf dem Platz aufgetreten war. Selbst ein Sonny Kittel, dem auch diesmal wenig gelang, war das Bemühen anzusehen. Er wollte – aber er konnte noch nicht so, wie man es von ihm schon gesehen hat. Aber es war ein zarter Anfang. Sehr zart – aber ein Anfang in die richtige Richtung. Für Kittel, für die Mannschaft – und ebenso für Dompé. Ein erster Schritt, der für alle nur dann wirklich zu der von Meffert genanntenTrendwende werden kann, wenn am Sonntag gegen Jahn Regensburg der zweite folgt. 

In diesem Sinne, Euch allen noch einen schönen Dienstagabend!

Scholle

Anzeige · Partner

Zeig deine Farben

Unsere Freunde von HANDS OF GOD setzen ikonografischen Momenten und Legenden der Vereinsgeschichte ein künstlerisches Denkmal.

Alle Hamburg-Motive bei HANDS OF GOD

Wir sind Partner von HANDS OF GOD und bekommen eine Provision, wenn du über diese Links kaufst — für dich ändert sich am Preis nichts. Gezeigt werden nur Motive, die wir selbst aufhängen würden.

Diskussion

0 Kommentare

Diskutier mit!

Registriere dich kostenlos — dann kannst du unter den Beiträgen mitdiskutieren, antworten und liken.

Jetzt kostenlos registrierenAnmelden
DU
Bleib fair — wir moderieren mit Augenmaß.
Noch keine Kommentare — sei der/die Erste.
Lies weiter Meinung HSV-Blamage- Die Taktik war das geringste Problem Ein Tag nach der Pleite sitzt der Frust tief. Neben taktischen Mängeln fehlte vor allem eins: die Bewegung und der Wille, den Ball zu fordern. Das Problem war viel tiefer als die reine Herangehensweise Weiterlesen