Analyse

Paderborn ist heiß auf seine letzte Chance gegen den HSV

„Ich bin Überzeugungstäter. Wir alle sind Überzeugungstäter“, ließ Tim Walter gestern angesprochen auf mangende Konstanz und taktische Variabilität auf der Pressekonferenz…

Paderborn ist heiß auf seine letzte Chance gegen den HSV

„Ich bin Überzeugungstäter. Wir alle sind Überzeugungstäter“, ließ Tim Walter gestern angesprochen auf mangende Konstanz und taktische Variabilität auf der Pressekonferenz verlauten. „Wir gehen unseren Weg weiter. Wir bleiben bei uns“, schob der 47-Jährige in in mittlerweile altbekannter Manier hinterher. Im ‚Doppelpass‘ wäre das Phrasenschwein mittlerweile randvoll. Apropos Phrasenschwein: Das kann ich auch! Schaut gerne dazu mal in mein Gespräch mit Scholle auf YouTube rein:

Paderborn-Trainer Lukas Kwasniok bewunderte in einem Bild-Interview vor der Partie Walters hartnäckiges Festhalten an dessen Spielweise: „Davon kann man sich eine Scheibe abschneiden, auch wenn ich eine leicht andere Herangehensweise habe. Ich glaube nicht, dass es diese eine Art im Fußball gibt, um dauerhaft erfolgreich zusein. Man muss immer Anpassungen tätigen.“

Anpassungen wird Tim Walter gegen den SC Paderborn auf jeden Fall durchführen müssen. Und das nicht nur, weil Jatta aufgrund einer Gelbsperre der Mannschaft am Freitag fehlen wird. Gegen die Paderborner Offensive, die sogar mit 61 Toren einen Treffer mehr als der HSV erzielte, muss Walter seine risikobehaftete Spielweise zügeln. Ansonsten droht der nächste wilde Ritt. Die spielerische Einheit beim Abschlusstraining heute war intensiv. Jonas Meffert mischte diesmal auch ohne Knie-Bandage mit. Dass er morgen wieder zu Verfügung steht, macht Hoffnung. Im ausverkauften Volkspark wird der HSV ihn als Mittelfeld-Motor und defensiven Stabilisator brauchen. Auch die U21-Talente Tom Sanne und Nicolas Oliveira- Kisilowski waren heute dabei. Ich gehe davon aus, dass wenigstens einer von beiden morgen im Kader stehen wird. Gegen Magdeburg saß zuletzt Oliveira-Kisilowski auf der Bank der Profis.

Die Gäste aus Paderborn reisen mit einem 5:1-Kantersieg (über Eintracht Braunschweig vergangene Woche) im Gepäck nach Hamburg. Zur ganzen Wahrheit gehört aber auch: Wie der HSV haben die Ost-Westfalen ein Auswärts-Problem. In den letzten fünf Auswärtspartien holte die Kwasniok-Elf keinen Sieg und insgesamt nur drei Zähler. Trotzdem belegt der SCP den vierten Tabellenplatz und ist dem HSV auf den Fersen. Mit einem Sieg könnten sienoch einmal ins Aufsteigerinnen eingreifen. „Wir können die Liga spannend machen“, verkündete SCP-Trainer Kwasniok, der sich über die Auswärtsfahrt an die Elbe freut. „Es gibt nichts Schöneres. Vor allem wegen des Mythos HSV. Und wegen des Riesenstadions mit wahnsinniger Atmosphäre. Aber wir wollen versuchen, den HSV herauszufordern, zu überraschen und nach Möglichkeit als Sieger vom Platz zu gehen“, sagte der 41-jährige Chefcoach im Vorfeld des Aufstiegsduells. Heiß sind die Paderborner -wie jede andere Zweitliga-Mannschaft auch - auf das Duell im Volkspark allemal.

Heiß lief insbesondere in der vergangenen Partie SCP-Stürmer Dennis Srbeny, der gegen Braunschweig einen Doppelpack schnürte. Srbeny gelangen in dieser Spielzeit zwar erst vier Treffer, allerdings dürften sich die Hamburger gut an ihn erinnern: Beim letzten Duell beider Teams im Volkspark in der Rückrunde 21/22 traf Srbeny zum 2:1-Auswärtserfolg für Paderborn. Die HSV-Hintermannschaft sollte also gewarnt sein. Top-Torjäger Leipertz (elf Treffer) wartet hingegen seit sieben Spielen auf ein Tor. Hoffen wir einmal, dass seine Torflaute auch morgen über die 90 Minuten noch andauern wird.

Kwasnioks SC Paderborn ist eine Offensiv-Maschine, die defensive Nachlässigkeiten eiskalt bestrafen wird. Der Teamgeist beim HSV stimmt, dass hat sich heute beim Training wieder einmal bestätigt. Ich glaube Tim Walter in dieser Hinsicht, wenn er wiederum behauptet: „Wir glauben an uns“. Dass es dem HSV diese Saison nicht an Mentalität mangelt, haben Spiele wie gegen St. Pauli oder Heidenheim bewiesen. Es bedarf in den verbliebenen vier Partien jedoch Anpassungen. Der HSV tut gut daran, dem Erfolg und dem großen Ziel nun wirklich alles unterzuordnen. Und dazu gehört eben auch, dass die Spielweise je nach Gegner angepasst wird.

Bis dahin, Euer Cornelius

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