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Onana verlässt den HSV - geht auch Gjasula?

Nach dem attraktiven 3:1 zum Auftakt beim FC Schalke 04 will Trainer Tim Walter auch bei seiner Heimpremiere gegen Dynamo Dresden am Sonntag attraktiven Offensiv-Fußball…

Onana verlässt den HSV - geht auch Gjasula?

Nach dem attraktiven 3:1 zum Auftakt beim FC Schalke 04 will Trainer Tim Walter auch bei seiner Heimpremiere gegen Dynamo Dresden am Sonntag attraktiven Offensiv-Fußball spielen lassen. „Wir wollen das erste Mal wieder vor eigenen Zuschauern Stärke demonstrieren und natürlich auch die Oberhand behalten“, kündigte der 45 Jahre alte Coach am Freitag an. Den von einigen Beobachtern als hochriskant eingestuften Walter-Fußball bezeichnete er selbst als weiterhin nur als „mutig“. Denn man müsse „überzeugt sein von der eigenen Stärke, wenn man selbige ausstrahlen will.

Personell kann der Thioune-Nachfolger dabei nahezu aus dem Vollen schöpfen. Sonny Kittel darf nach seinem 15-Minuten-Einsatz auf Schalke gegen die Dresdner auf mehr Spielzeit hoffen. Denkbar ist sogar ein Einsatz von Beginn an. Und in Jeremy Dudziak, Josha Vagnoman und Anssi Suhonen sind in dieser Woche weitere drei Akteure nach Verletzungen wieder in den Trainingsbetrieb eingestiegen, von denen sicher nicht alle im Kader stehen werden. „Ich bin sehr froh, dass sie wieder dabei sind. Aber wir wissen jetzt noch nicht, bei wem es für einen Kaderplatz reichen wird“, erzählte uns Walter heute. „Wir müssen abwarten, was morgen noch passiert. Ich habe noch keine festgelegte Idee, was den Kader und die Aufstellung anbelangt. Wir warten morgen ab und schauen, was am Sonntag rumkommt.“

Nicht mehr bauen kann der HSV-Trainer künftig auf Amadou Onana, dessen Wechsel zum OSC Lille unmittelbar vor dem Abschluss steht. Auch Walter beteuerte heute noch einmal, dass Onana an sich ein so großes Talent mitbrächte, dass sein Abgang „mit einem weinenden Auge“ zu betrachten sei. Aber es sei eben auch der Lauf der Dinge, dass der HSV Spieler günstig einkauft und teuer weiterverkauft. Von daher - und weil er mit dem restlichen Kader trotz des Abganges sehr zufrieden ist – überwiege bei ihm das lachende Auge.

Rund sieben Millionen Euro soll der HSV für den jungen Belgier einstreichen, der heute bereits in Frankreich weilt. Nachdem der HSV acht bis neun Millionen Euro gefordert hatte und der OSC Lille nur sechs Millionen Euro geboten hatte, ein gemeinsamer Nenner, der um weitere Boni auf bis zu 8,5 bis neun Millionen Euro anwachsen könnte, wie meine Kollegen vermuten. Zudem – und ich hoffe ganz stark, dass dem wirklich so ist – soll der HSV an einem Weiterverkauf Onanas partizipieren. „Es ist ein schwerwiegender Abgang, er hat extrem viel Potenzial. Amadou ist schneller gewachsen als der Verein. Das muss der Weg des HSV sein, dass man Jungs holt, die nichts gekostet und für einen gewissen Weg weiterverkauft werden.“ Ob ein direkter Ersatz für den 19-Jährigen verpflichtet wird, ließ Walter indes offen: „Die Transferperiode dauert noch ein bisschen und dann schauen wir, ob wir noch Bedarf haben. Aber wir sind auch sehr zufrieden mit dem, was wir haben“, 

Angesichts der zu erwartenden Marktwertsteigerung, in Anbetracht der aktuellen HSV-Umstände und aus wirtschaftlicher Sicht ist dieser Deal alternativlos gewesen. Onana selbst wollte weg, nachdem der HSV ihm klargemacht hatte, dass man ihm keine Steine in den Weg legen würde. Und: Der HSV braucht Geld. Aktuell hat man somit sogar einen ordentlichen Transferüberschuss erwirtschaftet. Wobei offen blieb, ob der HSV noch mal auf dem Transfermarkt aktiv wird. Ich persönlich würde zusehen, Klaus Gjasula noch anderweitig unterzubekommen, sofern meine Infos stimmen. Denn die besagen, das schon Thioune den erfahrenen Gajsula in die U23 als Führungsspieler wegloben wollte, weil er ihn in seinem Spiel nicht mehr unterzubringen wusste. Und bei Walter soll die Begeisterung über die fußballerischen Fähigkeiten des Albaners nicht wirklich größer sein als bei seinem Vorgänger.

Ergo: Gjasula wird eher nicht mehr gebraucht. Zuletzt wurden ihm auf der defensiven Mittelfeldpositionen neben Neuzugang Meffert mit Moritz Heyer und sogar dem bis dahin noch unerfahrene Maximilian Rohr gleich drei Spieler vorgezogen. Und das dürfte sich so schnell auch nicht ändern. Größtes Problem in dieser Geschichte bleibt das Gehalt Gjasulas, das sich auf 40.000 Euro im Monat belaufen soll. Eine Summe, die er sonst sicher nirgendwo sonst geboten bekommt.

Aber ich bin mir sicher, dass gerade ein Trainer wie Walter, der für seine schnörkellos gerade Art bekannt ist, auch personell wenig Kompromisse macht. Soll heißen: Wenn er Gjasula nicht als Verstärkung ansieht, wird er ihn auch nicht bringen. Und dann wird er ihm das auch sagen – wenn das nicht sogar schon passiert ist. Und ja, Gjasula wäre nicht der erste Spieler, der wegen der Kohle beim HSV sogar lieber auf der Bank sitzt als zu wechseln. Aber noch bleiben ja ein paar Tage Zeit, um sich intensiv auszutauschen. Ganz zur Not hat der HSV ja jetzt sogar ein paar Euro verdient, um Gjasula den Abgang etwas schmackhafter zu machen. Wäre ja nicht der erste vorzeitig abgefundene Fehleinkauf.

Fakt für mich ist auf jeden Fall: Sportlich ist Gjasula über. Und ich würde einen jungen Spieler mit Potenzial suchen, der hinter Meffert und den anderen beiden den Raum und die Zeit bekommt, sich zu entwickeln. Quasi einen Onana 2.0, auch wenn der Belgier sicherlich ein schwer zu erreichender Glücksfall war und eine solche Verpflichtung eher die Ausnahme denn die Regel beim HSV war/ist.

In diesem Sinne, ich wünsche Euch allen einen schönen Freitagabend! Genießt ihn, wo auch immer Ihr seid! Und vor allem: Bleibt gesund!

Scholle 

https://soundcloud.com/user-36211795/fr-30-07-2021-zwei-neue-fuer
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