Spielbericht

Ohne Ambrosius - HSV will in Kiel wieder dreifach punkten

Es wird nicht einfach, wenn der HSV am Sonnabend um 13 Uhr bei Holstein Kiel den Platz betritt. Es war noch nie einfach für den HSV bei den Nachbarn von der Ostsee. Das Duell…

Ohne Ambrosius - HSV will in Kiel wieder dreifach punkten

Es wird nicht einfach, wenn der HSV am Sonnabend um 13 Uhr bei Holstein Kiel den Platz betritt. Es war noch nie einfach für den HSV bei den Nachbarn von der Ostsee. Das Duell mit Holstein Kiel ist bislang alles andere als eine Erfolgsgeschichte. Fun Fact: Diese Zweitliga-Historie begann für den HSV nach dessen erstem Abstieg der Vereinsgeschichte am 3. August 2018 mit einer 0:3-Niederlage im heimischen Volksparkstadion – damals mit dem heutigen HSV-Trainer Tim Walter auf der Kieler Trainerbank. In den weiteren neun Duellen folgten zwar nur noch zwei Siege der Kieler Störche, aber insgesamt sechs Unentschieden und nur ein Dreier für den HSV lassen die Kieler Bilanz weiter positiv strahlen.

Wobei: Dieser eine Sieg gelang dem HSV ausgerechnet in der letzten Saison in Kiel. Und ehrlich gesagt, will und muss der HSV seine bisherige Auswärtsschwäche eh beilegen, zu der ich einen sehr spannenden Leserbrief bekommen habe, den ich gern veröffentlicht hätte. Aber leider habe ich ihn versehentlich gelöscht und möchte auf diesem Weg darum bitten, dass mir der Verfasser die E-Mail noch einmal schickt!

Aber zurück zum Kiel-Spiel: Dass es in dieser Saison mit dem 1:0 bei Hannover 96 erst einen Auswärtssieg in sechs Partien gegeben hat, ist für den seit Mittwoch 48 Jahre alten Walter kein sonderlich erwähnenswerter Fakt. Es gehe nicht um Heim- oder Auswärtsspiele, sondern darum „vorwärtszugehen“, sagte Walter auf der heutigen Pressekonferenz und ergänzte: „Es gibt keine Zweifel, dass wir auswärts gewinnen können.“ Das habe nicht zuletzt der Sieg im Elfmeterschießen in der zweiten Pokalrunde beim Drittligisten Arminia Bielefeld gezeigt.

Nicht mitwirken kann am Sonnabend ausgerechnet Stephan Ambrosius, der bei Walter keinen allzu leichten Stand hatte, bis er am vergangenen Wochenende seine Chance bekam und sie nutzte. Ambrosius spielte so stark, dass er beste Chancen haben dürfte, auch in Kiel aufzulaufen. Allerdings fällt er verletzt aus. Nach dem wegen des Verdachts auf Doping gesperrten Mario Vuskovic, dem Dauerverletzten Sebastian Schonlau und dem zuletzt ausgefallenen Guilherme Ramos ist Ambrosius der vieret Ausfall in der Innenverteidigung. Bei so vielen Ausfällen „ist es natürlich so, dass wenn man so viele Innenverteidiger hat und auf einmal alle ausfallen, dass das nicht so angenehm ist. Aber ich sehe Licht am Ende des Tunnels“, verriet Walter heute und hatte zumindest eine neue Hoffnung: „Ich denke, dass Gui zum Einsatz kommen kann, er wird auch morgen trainieren. Bei Stephan wird es aber so sein, dass er nicht spielen kann.“

Ambrosius hatte zuletzt gegen Magdeburg „einen schweren Schlag am Sprunggelenk abbekommen“. Aber schon aus dem Pokal-Duell bei Arminia Bielefeld sei Ambrosius mit „muskulären Problemen“ rausgegangen. „Es ist ein bisschen von beidem. Es wird einfach nicht reichen, dass er am Samstag spielen kann“, so Walter, der aller Voraussicht nach mit Ramos neben Dennis Hadzikadunic spielen lassen wird. Ramos werde am Freitag trainieren und am Samstag spielen können, sagte der Trainer.

Und Kiel? Die Kieler setzen im ausverkauften Holstein-Stadion, in dem mindestens 1500 HSV-Fans sein werden, auf die eigenen Fans. Personell hat der Holstein-Coach einige Sorgen. Patrick Erras (Zehenbruch) und Torhüter Thomas Dähne (Knie) fallen definitiv aus. Ein möglicher Einsatz von Carl Johansson ist fraglich. „Trotzdem wollen wir auch einen Teil dazu beitragen, dass der Ball auch bei uns ist.“

Rapp setzt im ausverkauften Holstein-Stadion auch auf die Unterstützung der Fans u8nd die Bilanz gegen Top-Teams der Liga. Seine Mannschaft habe „bewiesen, dass wir da unsere Topleistungen abrufen können“.  Aber auch Tim Walter, der in der Saison 2018/19 in Kiel seine erste Profitrainer-Station innehatte, freut sich auf die Rückkehr in die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt. „Ich habe noch enge Freunde in Kiel und bin sehr gerne da“, so der HSV-Trainer.

Ich persönlich hoffe, dass Walter am Sonnabend trotz der personellen Probleme weiterhin einen Fokus darauf richtet, defensiv weiter zu stabilisieren. Das sieht zwar nicht immer schön geschweige denn spektakulär aus. Fakt ist, dass der HSV offensiv in jedem Spiel seine Chancen hatte – und haben wird. Und auf Sicht ist genau das der Weg zu dem Erfolg, den der HSV seit seinem Abstieg Jahr für Jahr. Apropos: Ich glaube, dass ein Spieler wie Lukasz Poreba dabei helfen kann. Mir gefällt seine Spielweise, die eine gute Mischung aus aggressivem Zweikampfverhalten und dem Drang nach vorn. Der Leihspieler wird sich zwar weiterhin hinter Immanuel Pherai anstellen müssen – aber er wird seine Spielzeit bekommen. Und diese dann hoffentlich wieder nutzen.

In diesem Sinne, Euch allen einen schönen Freitag! Wir melden uns am Sonnabend wieder live von der Auswärtscouch und ich mich im Anschluss wieder mit dem Blitzfazit. Bis dahin!
Scholle

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