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Oetjens oder Freese? HSV-Supporters wählen neue Abteilungsleitung

Am morgigen Sonnabend ist der große Wahltag. Die Supporters-Mitglieder, die immerhin die größte Abteilung des HSV e.V. darstellt, wählt seinen neuen Vorstand. Und es stehen…

Oetjens oder Freese? HSV-Supporters wählen neue Abteilungsleitung

Am morgigen Sonnabend ab 11 Uhr beginnt große Wahltag. Die Supporters-Mitglieder, die immerhin die größte Abteilung des HSV e.V. darstellt, wählt seine neue Abteilungsleitung. Und es stehen zwei Teams zur Wahl, beide mit langjährigen HSV-Aktiven an Ihren Spitzen. Auf der einen Seite das Team um Martin Oetjens, das zuvor schon mit dem bisherigen Tim Oliver "Timo" Horn zusammen die Supporters-Abteilung geleitet hat. Auf der anderen Seite Sven Freese mit seinem Team als Herausforderer. Vorab ein kurzer Steckbrief der beiden Kandidaten und Ihrer Teams. Um Euch hier noch einmal möglichst kompakt eine Zusammenfassung zu liefern, habe ich von Sven und Martin einen Fragebogen geschickt, den beide umgehend beantwortet haben. Ich hoffe, dieser Blogbeitrag hilft allen, sich ein umfangreiches, gutes Bild von den Teams zu machen, die zur Wahl stehen. Aber lest selbst:

Sven Freese:

Das bin ich.
1977 in Hamburg geboren. BWL-Studium. 16 Jahre beim HSV tätig, u.a. als Fanbeauftragter.

Das ist mein HSV-Leben.
Dauerkarte seit 1990. Auswärtsfahrer seit Mitte der Neunziger. Bis heute. Es gibt nichts Besseres, als auswärts zu fahren.
Gründung der HSV-Golfabteilung und zehn Jahre Abteilungsleiter. Silberne Ehrennadel 2014. 1,5 Jahre Mitglied im Amateurvorstand.

Das ist unser Team.
Kimi, Christian, Pascal, Simon und ich. Aus verschiedenen Ecken des Vereins. Gemeinsam verändern und den SC auf ein anderes Level heben.

Martin Oetjens:

Moin, ich bin Martin, 50 Jahre alt, Vater zweier Töchter und Opa des jüngsten HSV-Mitglieds der Familiengeschichte. Der HSV ist ein großer Bestandteil unseres Lebens. 

Seit 2006 bin ich ehrenamtlich im HSV aktiv, wovon ich seit mehr als sechseinhalb Jahren als stellvertretender Abteilungsleiter unserer Abteilung in alle wesentlichen Themen involviert bin. Meine Schwerpunkte sind die Kommunikation mit den HSV-Abteilungen und die sehr erfolgreiche Etatplanung. 

Am Herzen liegen mir das Vereinshaus, eine Abteilung für unsere SC-Jugend, die kurz vorm Stapellauf steht, die Digitalisierung des SC und besonders der Erhalt der Fan- und Mitgliederrechte. 

Ich freue mich sehr darauf, den SC als starke Fanorganisation im Team als Abteilungsleiter weiterzuentwickeln.

Hanseatisch, mit stiller Konsequenz. 

Euer Martin Oetjens

So viel zu den beiden Kandidaten, die mit Ihren Teams antreten. Anbei der Fragebogen, bei dem ich die Reihenfolge der Beantwortung (Sven beginnt, Martin zieht nach) gelost habe:

Was hat Dich/Euch dazu bewogen, für die SC-Leitung zu kandidieren?

Sven Freese: „Wir sind alle schon seit langem in verschiedenen Gruppen, Netzwerken und Initiativen rund um unseren Verein aktiv. In den letzten Jahren hat sich abseits des Rasens so viel Positives im HSV entwickelt! Wir wollen als neue Abteilungsleitung des Supporters Club die Verantwortung dafür übernehmen, dass dieser positive Aufbruch auch im SC stattfindet und von ihm aktiv gefördert wird. Wir glauben fest daran, dass im Supporters Club eine positive Kraft schlummert, die in den vergangenen Jahren nicht geweckt wurde. Dies, gemeinsam mit allen Mitgliedern, zu tun, motiviert uns sehr.“

Martin Oetjens: „Marcus, da muss ich etwas ausholen, denn meine erste Kandidatur für die Abteilungsleitung ist ja schon 6 ½ Jahre her. 2014 war die Motivation eine andere als heute. Damals war die Intention den durch die Ausgliederung arg beschnittenen HSV Supporters Club in seiner Existenz zu sichern und verloren gegangene Tätigkeitsbereiche wieder über den SC anbieten zu können. Heute ist meine Motivation natürlich eine andere. Jetzt möchte ich wichtige angefangene Projekte wie das Vereinshaus oder die Jugendabteilung unserer Abteilung und viele andere in deren Entstehung begleiten. Außerdem ist in unserem Team in den letzten Monaten ein Spirit entstanden, der uns praktisch zwingt, den vor 6 ½ Jahren eingeschlagenen Kurs der stillen Konsequenz und damit den Supporters Club weiter zu entwickeln.“

Welchen zeitlichen Aufwand kalkuliert Ihr für Eure Tätigkeit als SC-Leitung ein?

Sven Freese: „Diese Frage kann man nicht pauschal beantworten und hat für uns eigentlich auch keine Relevanz. Es ist ein Ehrenamt und das wird viele Stunden pro Woche kosten, aber die investieren wir ja jetzt schon. Und es kommt nicht auf die Anzahl der Stunden an, sondern auf die Inhalte. Wir haben wahnsinnigen Spaß an der Arbeit für diesen Verein und seine Fans und sind bereit, entsprechend viel Zeit dafür zu ‚opfern‘.“

Martin Oetjens: „Aus meiner bisherigen Tätigkeit als stellvertretender Abteilungsleiter weiß ich, dass der Aufwand situativ sehr stark variiert. Es gibt Wochen, in denen man 5-10 Stunden pro Woche investiert und dann gibt es Wochen da kommen auch mal schnell 20-30 Stunden ehrenamtlicher Tätigkeit zusammen. Da braucht man ein Team, auf das man sich verlassen kann, eine/n Lebenspartner/in und eine Familie, die das akzeptiert. Vor allem braucht es große Liebe und große Leidenschaft für diesen geilen Verein und seine Mitglieder.“

Was zeichnet den SC aus, wofür steht der SC?

Sven Freese: „Unserer Meinung nach ist der SC Sprachrohr, Lobbyist und Förderer seiner Mitglieder, der Fans. Leider kam uns dies in den vergangenen Jahren zu kurz. Wir wollen mit klarerer Kommunikation, kreativen Ideen und gemeinsamen Projekten deutlich machen, wofür der SC steht - nicht mit großen Worten. Was zählt, ist das, was der SC tatsächlich macht. Sodass sich niemand mehr fragen muss, wofür der SC eigentlich steht, sondern es erlebt.

Martin Oetjens:

- Verlässlichkeit im Umgang mit Mitgliedern, Freunden und  Partnern

- Soziale Verantwortung im Verein und Umfeld

- gelebte Weltoffenheit, Toleranz und Vielfalt

- Nachhaltigkeit beim Handeln und Wirtschaften

- Haltung bei Vertretung der Rechte für Mitglieder und Fans

- Gemeinschaft und Zusammenhalt

- und hoffentlich bald auch wieder für Freude, persönlicher Austausch und Diskussionsbereitschaft

Das Thema Hamburg und Identifikation wurde beim HSV in den letzten Jahren vernachlässigt und erst vor kurzem wieder auf die Agenda geholt. In welcher Rolle seht Ihr den HSV im Bezug auf die Stadt Hamburg? Wofür sollte der HSV über seine Mitglieder stehen? Und: Wie kommt man da wieder hin?

Sven Freese: „Dazu haben wir bereits mit „Unsere Stadt“ einen Text veröffentlicht. Denn tatsächlich kommt uns die Präsenz des HSV und des Supporters Club in Hamburg, aber auch darüber hinaus, zu kurz. Selbstverständlich sind der HSV und die Stadt miteinander verbunden, aber da geht noch mehr. Wir wollen in Kooperation mit Kneipen, Theatern, Konzertsälen und Clubs Feste feiern und das blau-weiß-schwarze Leben in unserer Heimat zelebrieren. Wir möchten die Orte des HSV sichtbarer machen: All die traditionsreichen Plätze in der Stadt, die man mit unserem Verein verbindet, zeigen wenig oder gar keinen Bezug mehr zur Raute. Das geht nicht. Und das wollen wir ändern!“

Martin Oetjens: „Der HSV ist unbestritten der große Traditions- und Universalsportverein in Hamburg und er muss sich seiner sozialen und gesellschaftlichen Rolle klar sein. Dieser kommt der Verein und die AG mit dem Hamburger Weg in weiten Teilen ja auch nach. Wir vermissen die Präsenz in der Stadt und darum wollen wir ja auch mit dem Vereinshaus, Annas Pilgerweg und anderen Aktionen und Projekten die Sichtbarkeit erhöhen.

Bei der zweiten Frage meinst Du bestimmt wofür der Verein und die Mitglieder stehen sollen oder? Der Verein seht ja nicht über seinen Mitgliedern, denn der Verein ist die Gemeinschaft seiner Mitglieder. Da könnte ich die Aufzählung aus der dritten Frage wiederholen.

Im Großen und Ganzen ist das ja auch so. Die Perfektion bei den gelebten Werten werden wir jedoch nur erreichen, wenn wir alle noch mehr miteinander als übereinander reden. Ich sehe uns HSVer:innen da jedoch auf einen guten Weg. Wir als Team werden nach unserer Wahl unseren Teil dazu beitragen.“

Worin siehst Du/Ihr den größten Nachholbedarf beim SC nach außen worin nach innen?

Sven Freese: „Nach innen können wir nur begrenzt bewerten, sofern damit die Arbeit innerhalb der Gremien gemeint ist. Wenn mit nach innen die Mitglieder gemeint sind, dann bemängeln wir eine fehlende Transparenz: Was passiert mit den Mitgliedsbeiträgen? Wieso sind die Sitzungen der AL nicht mehr öffentlich? Auch nach außen muss der SC wieder klarer machen, was er sein will. Bei Social Media werden die Texte des Vereins kopiert wiedergegeben. Die Texte der Supporters News könnten auch in der HSV Live erscheinen. Wir möchten gemeinsam mit allen Mitgliedern den SC wieder als Fanorganisation mit Leben füllen.“

Martin Oetjens: „Fangen wir mit der einfacheren Seite an. Ich bin überzeugt, dass der SC nach Innen durch seine Verlässlichkeit und seine Verbindlichkeit in den letzten 6 1/2 Jahren mittlerweile im e.V. und in der AG gut vernetzt ist und ein großes Ansehen genießt. Zumindest spüre ich das bei meiner ehrenamtlichem Tätigkeit und bei Gesprächen mit Mitarbeitern von e.V. und AG und den Gremienkollegen. Hier gibt es große Unterschiede zum Beginn meiner Amtszeit.

Nach außen sieht das etwas anders aus. Wir bekommen zwar großen Zuspruch und Bestätigung von Mitgliedern aus Nah und Fern, jedoch haben wir es nicht so richtig geschafft, mit Teilen der aktiven Fanszene wie Nordtribüne eV und den Castaways in einen regelmäßigen Austausch zu treten. Da muss ich mich auch entschuldigen, dass ich in der Vergangenheit nicht mehr auf die Jungs und Deerns zugegangen bin. Nicht, dass wir nicht gemeinsam das eine oder andere Projekt durchgeführt haben, jedoch sehen wir da noch viel Entwicklungspotential. Darum möchte ich nach unserer Wahl in einen fairen, offenen und ehrlichen Dialog mit der aktiven Fanszene treten. Ich glaube, da gibt es beiderseits einige Missverständnisse auszuräumen.“

Sollte sich der SC als größte Mitgliederabteilung mehr in die Vereinspolitik einbringen? Wie steht Ihr beispielsweise zu dem Gedanken, dass ein SC-Delegierter im HSV-Präsidium installiert wird?

Sven Freese: „Der HSV e.V. hat sicherlich die Herausforderung zu hinterfragen, ob seine jetzige Struktur sinnvoll ist. Diese Diskussion muss aber im Verein geführt werden und nicht von den Bewerbern um die Abteilungsleitung des Supporters Club.“

Martin Oetjens: „Ein ganz klares ja, vielleicht nicht unbedingt mehr, jedoch auf jeden Fall dann, wenn es um den Erhalt der Mitgliederrechte und die Mitbestimmung geht.

Der SC braucht keinen Delegierten im Präsidium. In das Präsidium gehören die Mitglieder eines Vereins, die persönlich und fachlich für diese Aufgabe am besten geeignet sind. Wenn dann ein Supporters Club Mitglied dabei ist, wäre das natürlich auch ok für uns😉. Ich finde, dass in das nächste Präsidium mindestens eine Frau gehört. Wir Jungs im Team merken gerade, wie Anna Stöcken uns bei unserer Arbeit und bei unserem Denken verändert und inspiriert.

In ein Kontrollgremium wie dem Beirat gehört jedoch auf jeden Fall ein Delegierter des Supporters Club, damit auch auf allen Vereinsebenen die Interessen unserer Mitglieder vertreten werden können.“

Sollte der SC fortwährend über ein delegiertes Mitglied im Aufsichtsrat vertreten sein, um auch auf AG-Ebene die Interessen des SC vertreten zu können?

Sven Freese: „Ehrlicherweise ist das für uns keine entscheidende Frage. Wichtiger ist doch, dass der größte Anteilseigner der HSV-AG, und das ist der HSV e.V., über eine entsprechende Anzahl an Aufsichtsrat Mandaten verfügt – ob diese vom SC kommen, sollte in der inhaltlichen Betrachtung keine Rolle spielen.“

Martin Oetjens: „Hier sehe ich es wie beim Präsidium. Wir sehen im Vorfeld der Besetzung des Aufsichtsrat unsere Interessen durch unseren Beiratsdelegierten vertreten. Zur Aufsicht über unser Vereinsvermögen und das Vermögen der anderen Anteilseigner, bedarf es vor allem fachlich geeigneter und gut vernetzter Persönlichkeiten.“

Welche konkreten Neuerungen enthält Euer Programm? Welche Vorteile haben die SC-Mitglieder, wenn Sie Euch wählen?

Sven Freese: „Wir haben zahlreiche neue Ideen in den Texten „Unsere Stadt“, „Unser Stadion“ und „Unsere Fankultur“ angerissen. Ehrlicherweise sind das aber nicht alles unsere Ideen. Viele entstanden gemeinschaftlich in den dutzenden Calls und Terminen mit Fanclubs und Faninitiativen. Auch bundesweit lässt man sich inspirieren. Ein ähnliches Projekt wie den Pfad durch die Geschichte des HSV, den wir auf einem unserer Flyer haben, wird bereits in Bochum vom Fanprojekt umgesetzt. Wir erfinden das Rad also nicht neu. Aber genau darum geht es doch auch: Wichtig ist nicht, dass eine Abteilungsleitung selbst die tollsten Ideen hat. Wichtig ist, dass sie die Ideen, Projekte und Initiativen, die aus der Mitgliedschaft kommen, aktiv voranbringt und umsetzt. Wir trauen uns zu, dies zu können. Weil wir gut in der Fanszene dieses Vereins vernetzt sind. Weil wir alle aus verschiedenen Ecken des Vereins kommen und entsprechende Einblicke haben. Und am wichtigsten: Weil wir alle bis in die Haarspitzen motiviert sind. Wählt uns also bitte nicht nur, weil Ihr denkt, dass wir gute Ideen im Programm haben. Sondern auch, wenn Ihr uns vertraut, EURE Ideen und Pläne gemeinsam mit Euch umzusetzen. Im Sinne eines sichtbareren, aktiveren Supporters Club!“

Martin Oetjens: „Ich würde sagen, einige Meilensteine in der Supporters Club Geschichte:

- Das Vereinshaus vorher lange diskutiert, ein Treffpunkt für alle HSVer, von uns in der Umsetzung vorangetrieben, die Konzeptentwicklung mit allen Gremienvertretern, Mitarbeitern, Vertretern der AG und ganz wichtig unter Einbeziehung aller Mitglieder

- Dann Annas Pilgerweg, ein Pfad durch die Geschichte des Fußballs in Hamburg und durch die des HSV. Beide Projekte erhöhen die Sichtbarkeit des HSV in Hamburg.

- Die Jugendabteilung des Supporters Clubs, mit ihr schaffen wir ein Zielgruppen orientiertes Angebot für die Mitglieder zwischen dem Kids Club und dem Supporters Club.

- Die Förderung der Mädchen und Jungen im Fußball, um die nachhaltige Nachwuchsstrategie bei den Profis und beim Leistungssport im eV im zu unterstützen. 

Natürlich gehören auch die Kernkompetenzen wie der Fanreiseverkehr mit seinen Bustouren und auch Sonderzügen, sowie das Einstehen für die Fan- und Mitgliederrechte und viele andere selbstverständliche Aufgaben des SC zum Programm. 

Man kann immer schlecht sagen, was für Vorteile das einzelne Mitglied hat, wenn es ein Team wie uns wählt. Das was ich sagen kann ist, dass die Mitglieder bei uns wissen was Sie bekommen und sie mit uns den gesetzten Kurs halten können, um gemeinsam erfolgreich neue Ziele  zu erreichen. Unser Slogan „Den Kurs halten“ wurde in den vergangenen Monaten oft als Stillstand definiert. Wer Verbindungen in die Seemannschaft hat weiß, dass Kurshalten für Kontinuität auf der Reise steht, Kurshalten Grundvoraussetzung für das sichere Erreichen seiner Ziele ist. Wer uns wählt, wählt Kontinuität, Sicherheit, verbindliches und ehrliches, kurz hanseatisches Handeln und das Vertreten seiner Rechte, mit der stillen Konsequenz der letzten 6 ½ Jahre. Das heißt nicht, dass wir auch Laut und Bunt können, jedoch immer auf einer soliden Basis und am liebsten im vollbesetzten Volksparkstadion, nach dieser ganzen Schei….e“

Wie steht Ihr zum Thema Pyrotechnik? Inwieweit profitiert vllt. sogar die Fankurve direkt von Euch bzw. Euren Ideen?

Sven Freese: „Der HSV war im vergangenen Jahr ein Vorreiter in Deutschland und beim Heimspiel gegen den KSC durfte auf der Nordtribüne etwas bewundert werden, was viele sonst mit einem Pfeifkonzert quittieren würden: Eine der ersten legalen Pyroshows im deutschen Profifußball. Das war ein verdammt wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Es geht nämlich am Ende nur um einen lösungsorientierten Ansatz, wie man für diese Thematik einen gemeinsamen Konsens findet. Dieser bedeutet, dass sich alle Beteiligten auf Kompromisse einlassen und offen und ehrlich mit der Thematik umgehen. Das reine Aussprechen von sinnlosen Geldstrafen kann und wird niemals zielführend sein. Wir wollen diese Diskussion und das Heimspiel gegen den KSC als Grundlage für eine weitere Intensivierung dieser Thematik nehmen. Dabei wissen wir, dass es einerseits viele Fans gibt, die eine Legalisierung befürworten und andererseits Fans, die dem nichts abgewinnen können. Aber das ist natürlich nur einer von vielen Aspekten, bei denen die Fankurve von einem aktiveren SC profitieren kann. Natürlich profitiert sie in ganz verschiedenen Bereichen von einem aktiveren Supporters Club.

Martin Oetjens: „Ich könnte es jetzt kurz machen und sagen dass es mir zwar optisch gefällt, es jedoch verboten ist und ich es deshalb ablehne. So einfach ist es für uns aber nicht, weil der Einsatz von Pyrotechnik ein beliebtes Stilmittel in der aktiven Fanszene und somit von einem Teil unserer Mitgliedschaft ist. Wie schon in den vergangenen Jahren unterstützen wir die Suche nach einer legalen und vor allem sicheren Variante, um den Einsatz dieses Stilmittels zu ermöglichen. Der illegale und unkontrollierte Einsatz von Pyrotechnik in vollbesetzten Blöcken wird von uns jedoch nicht akzeptiert.

Inwieweit profitiert vllt. sogar die Fankurve direkt von Euch bzw. Euren Ideen? Ich halte nichts davon, Aktionen und Projekte der aktiven Fanszene vorzugeben, weil sie sich das ja sowieso nicht gefallen lassen würde und das auch nicht authentisch wäre. Ich sehe das für die Zukunft genauso wie in den letzten Jahren, die Szene ist so kreativ und beharrlich bei ihren Projekten und Aktionen. Es ist auch gut, dass Sie sich Ihre Unabhängigkeit bewahren. Trotz der Unabhängigkeit sehe ich viele Schnittmengen mit dem Supporters Club, wo man sich gegenseitig unterstützen und zusammen arbeiten kann.“

Steigt der HSV auf? Wo steht der HSV in fünf Jahren?

Sven Freese: „Wir sind alle lange genug HSV-Fans, um zu wissen, dass wir diese Frage nicht seriös beantworten können 😉 Aber natürlich wünschen wir uns den Aufstieg!“

Martin Oetjens: „Ich muss jetzt ja sagen oder? Spaß beiseite. Natürlich wünsche ich mir den sportlichen Erfolg und damit auch den Aufstieg, und ich glaube auch daran. Ich bin traurig, dass wir unsere Jungs nicht unterstützen können. Und so, wie es aussieht, fällt eine große Aufstiegsparty auch aus. Auf jeden Fall hat der HSV in dieser Saison einen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Wenn die Entwicklung linear so weitergehen würde, was ja im Fußball schnell in die eine oder andere Richtung ausschlagen kann, würde ich meinen HSV in fünf Jahren als etablierten Erstligisten sehen, mit vielen Eigengewächsen, einer konsolidierten Finanzsituation und Bakery Jatta als Mannschaftskapitän.“

In diesem Sinne, Euch allen eine gute Wahl! Und dann natürlich auch ein schönes Wochenende!!

Scholle

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