Nur Ballbesitzfußball ist zu wenig - auch bei der WM
Es ist mal wieder so weit. Ein Post, der mit vielen Behauptungen, noch mehr unbelegten Vermutungen und einem annähernden Allwissen ausgestattet ist, ist für mich Anlass genug,…

Es ist mal wieder so weit. Ein Post, der mit vielen Behauptungen, noch mehr unbelegten Vermutungen und einem annähernden Allwissen ausgestattet ist, ist für mich Anlass genug, mal wieder direkt und ausführlich zu reagieren. Und da ich Jörg Brettschneider hier im Blog als einen sehr selbstbewussten und (auch mir gegenüber immer wieder) sehr kritischen Zeitgeist erlebt habe, wird er sicher nicht beleidigt sein, dass er heute mal von mir ebenso kritische Worte geschrieben bekommt. Es geht mir dabei ja auch nicht um ihn als einzelnen, sondern um den Inhalt. Also, lieber Jörg, mach es mir gleich und sei nicht beleidigt. So ist es auch nicht gemeint. Im Gegenteil, ich freue mich über diesen Austausch unter (in der Sache ganz sicher) Gleichgesinnten. Im Anschluss daran kommt heute wieder die volle Dosis Wolfgang Stephan aus Katar – mit einer interessanten Sportart im Gepäck. Aber lest und seht selbst:
Die Argumente von Scholle sind für mich im Wesentlichen konstruiert.
Welche genau?
Vater der Argumente ist einfach der nicht vorhandene Wille.
Bei mir? Glaube mir, wäre bei mir der Wille nicht vorhanden, den HSV wieder erfolgreich spielen und handeln zu sehen, würde ich diesen Blog nicht betreiben. Ich sehe die Chancen darauf schwinden. Auch, weil Du längst nicht der Einzige bist, der sich von der Aussicht auf Kühnes Millionen/Milliarden blenden lässt. Denn so schön es auch wäre, wenn Kühne einen für ihn sicherlich verkraftbaren Anteil seines Vermögens an den HSV abtritt, ohne daraus besondere Rechte abzuleiten – so wenig sollte man davon ausgehen. Warum sollte Kühne dem HSV auch etwas schenken wollen…?
Insbesondere der Hinweis auf die „vielen“ anderen Investoren, die ihr Engagement vom Fernbleiben Kühnes abhängig machen würden, ist schon hanebüchen. Wo waren die in den letzten zwanzig Jahren?
Wovon redest Du hier? Wer genau hätte vor 20 Jahren einsteigen können? Es gab bis 2014 gar keine Möglichkeit, als Investor beim HSV einzusteigen.
Und um wen geht es? Kioskbetreiber?
Richtig. Kioskbetreiber. Und mal abgesehen von Deiner geringschätzenden Art einer nicht minder ehrenwerten Berufsgruppe gegenüber
Vom „Rumhören“ wird man nicht wirklich schlau. Labern können nämlich viele, machen die wenigsten.
Mit niemandem zu sprechen, nicht herumzuhören und weder handelnde Personen noch Interna zu kennen – das hilft noch viel weniger, lieber Jörg. Herumhören ist das Einzige, was wirklich schlau macht. Wobei: frag doch mal bei den Top-Unternehmern Hamburgs nach, warum sie nicht einsteigen wollen. Vielleicht sagen sie Dir dann ja die Wahrheit, während sie mich immer wieder anlügen. Auch die, mit denen ich zum Teil sehr gut bekannt bin. Oder vielleicht erst einmal eine Stufe einfacher: Frage doch mal Dir bekannte Unternehmer, wie sie die Shareholder-Struktur beim HSV mit dem zweifellos schon sehr mächtigen Klaus Michael Kühne einschätzen.
Würde Kühne sich völlig zurückziehen, wären die Leute, die Scholle vom „Rumhören“ kennt, die ersten, die auf die Frage „was ist denn nun mit eurem Einstieg?“ antworten würden: „ja ich doch nicht, hab ich nie gesagt“.
Das hast Du beim Herumhören aufgeschnappt? Oder ist das allein Dein Gedanke, den Du hier als Wahrheit hinstellst? Es gibt zweifellos andere Investoren, die den HSV spannend finden, die aber vor der Macht Kühnes, die dieser bereits innehat, zurückziehen. Zurecht, wie ich aus rein wirtschaftlicher Sicht sage.
Aber alles vergebene Liebesmüh‘.
Die fünfundzwanzigste Wiederholung der Argumente spare ich mir. Scholle gehört eben zu denjenigen, die auch die 3. Liga in Kauf nehmen würden, nur um Kühne zu verhindern. Das schreibt er indirekt („großes Risiko“).
Nein, das schreibe ich mit keinem Wort. Vielmehr kritisiere ich all diejenigen, die den HSV in eine derartige Abhängigkeit politisiert haben. Und nein, ich würde die Dritte Li9ga nicht in Kauf nehmen. Aber ich würde auf der anderen Seite auch nicht sehenden Auges noch weiter in die Abhängigkeit laufen.
Das sehen aber mit Sicherheit die wenigsten der 90.000 Mitglieder so. Wenn man man sie denn mal alle fragen würde…
Oha. Wie falsch Du liegst.
Der HSV ist kein Kreisligaverein. Er ist ein Wirtschaftsunternehmen, das im bundesweiten Wettbewerb steht und Erfolge liefern muss. Anders hat der HSV keine Daseinsberechtigung.
100 Prozent Zustimmung!
Von den aktuellen Zuschauerzahlen sollte sich niemand blenden lassen. Die Fans sind auch schnell wieder weg. Zumal der aktuelle Zuspruch kein HSV-Phänomen ist. Die Stadien waren zuletzt überall voll.
Nein, das war kein allgemeiner Trend, wenn auch bei anderen Klubs gleichermaßen zu sehen. Aber das ist auch gar nicht so wichtig, da der Zuschauerschnitt für mich tatsächlich mit dem sportlichen Teil zusammenhängt - und nicht der Vereinspolitik.
Aber ich sagte es ja schon; im Zweifelsfall Abspaltung. Einigkeit zieht in den diesen Club nicht mehr ein.
Das scheint so zu stimmen. Leider.
Wenn grundlegende Differenzen im Hinblick auf die künftige Ausrichtung des Clubs dazu führen (müssen), dass es mit dem HSV immer weiter bergab geht ( dazu zählt auch Stagnation), sollte man sich trennen.
Wer sollte sich hier von wem trennen? Und ja, genau weil es so viel Uneinigkeit in Sachen Ausrichtung des HSV gibt, habe ich ja auch geschrieben, dass es beim HSV jetzt einer grundsätzlichen Kurskorrektur bedarf. Und dabei habe ich nie gesagt, dass man Kühne nicht mit einbinden kann. Das geht selbstverständlich! Allerdings auch nur so lange, bis Kühne wieder anfängt bzw. weiterhin die Politik beim HSV bestimmen will. Ob diese am Ende mehrheitlich in Richtung eines Verkaufs an Kühne oder in Richtung der Emanzipation gegenüber Kühnes Forderungen hinausläuft – ich weiß es nicht. Aber es darf wirklich niemand im Nachhinein sagen, er habe nicht ahnen können, was passieren würde…
So wird es nichts mehr.
Lieber ein Kühne+Nagel HSV (89.000 Mitglieder) in der Champions League als ein Ertel-Floberg-Ockens-HSV (1.000 Mitglieder) in der 3. Liga.
Dazu ist jedes Wort zu viel, das gesagt wird. Diese Polemik bin ich von Dir nicht gewohnt.
Beide gedachten Clubs könnten aber besser nebeneinander existieren als zusammen. Das müsste mittlerweile auch der letzte Mohikaner begriffen haben!
Siehst Du, ganz am Ende finden wir dann doch noch eine Gemeinsamkeit. Denn genau so ist es!
P.S.
Das mit Wehmeyer ist schon echt übel, Scholle. Selbst ihn, einer der wenigen Ehrenmänner, die der HSV noch hat, auf diese Art und Weise zu instrumentalisieren, ist schon böse. Nur weil er pro Kühne ist…?
Ich kenne und schätze Bernd Wehmeyer seit nunmehr 25 Jahren. Sehr sogar. Fummel ist für mich ein Vollblut-HSVer, dessen Fähigkeiten vom HSV jahrelang unterschätzt bzw. zu wenig genutzt wurden. Deshalb hatte ich mich auch sehr gefreut, als er ins Präsidium eingezogen ist. Aber jemanden so zu mögen wie ihn, darf mich auf der anderen Seite eben nicht davon abhalten, zu schreiben, was mir inhaltlich an ihm nicht gefällt. Und während ich weiß, was ich schreibe, vermutest Du hier ernsthaft, dass ich mir das ausdenke? Wenn Du das glauben solltest, kennst Du meine Art und meine Einstellung zu allem rund um den HSV und diesen Blog wirklich nicht.
In diesem Sinne, wer in den letzten Tagen die Berichterstattung bei den Kollegen verfolgt hat, der wird bemerkt haben, dass der HSV aktuell recht monothematisch ist. Vuskovic, Walter/Boldt und Kühne/Jansen wechseln sich in aller Regelmäßigkeit ab. Neuigkeiten gibt es keine. Umso erfreuter bin ich, dass wir hier immer wieder auf unseren Mann in Katar setzen können. Anbei sein Bericht von der Weltmeisterschaft in Katar inklusive Video. Mein Communitytalk wird deshalb aufs Wochenende verschoben:
Zeig deine Farben
Unsere Freunde von HANDS OF GOD setzen ikonografischen Momenten und Legenden der Vereinsgeschichte ein künstlerisches Denkmal.
Shirt HAMBURG ALLSTARS
Eine Startelf aus Hamburger Legenden, großflächig auf dem Rücken.
39 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Print HAMBURG ALLSTARS
Dieselbe Startelf als Fine-Art-Print — A3 oder 50 × 70.
40 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Print COMEBACK DES DINOS
Mai 2025, das 6:1 — nach sieben Jahren zurück in der Bundesliga.
40 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Print UNS UWE
Uwe Seeler nach dem verlorenen Wembley-Finale 1966.
40 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Wir sind Partner von HANDS OF GOD und bekommen eine Provision, wenn du über diese Links kaufst — für dich ändert sich am Preis nichts. Gezeigt werden nur Motive, die wir selbst aufhängen würden.
Lies weiter
Meinung
HSV-Blamage- Die Taktik war das geringste Problem
Weiterlesen

Diskussion
0 KommentareDiskutier mit!
Registriere dich kostenlos — dann kannst du unter den Beiträgen mitdiskutieren, antworten und liken.
Jetzt kostenlos registrierenAnmelden