Nur Ambrosius ist gesetzt - HSV ist europaweit Spitze
Für den Trainer hat die Partie beim FC Erzgebirge Aue einen ganz besonderen Reiz. „Ich freue mich. Es ist immer schön, dorthin zu reisen. Ein schönes Fußballstadion“, sprach…

Für den Trainer hat die Partie beim FC Erzgebirge Aue einen ganz besonderen Reiz. „Ich freue mich. Es ist immer schön, dorthin zu reisen. Ein schönes Fußballstadion“, sprach HSV-Coach Daniel Thioune vor allem den touristischen Reiz des schönen Erzgebirges an: „Ich fahre immer gern ins Erzgebirge. Landschaftlich passt es.“ Dennoch stehen natürlich andere Ziele im Vordergrund: „Unser Ziel ist, dass wir dreifach punkten wollen.“ Und dabei ist sportlich betrachtet eh völlig egal, wo gespielt wird. Der HSV darf nach neun Spielen ohne Niederlage (7 Siege, 2 Unentschieden) ohnehin selbstbewusst ins Erzgebirge reisen.
Wie Daniel Thioune den Ausbau dieser Positivserie (er betonte dabei noch einmal, wie wenig ihn Serien interessieren) das personell lösen wollte, war heute natürlich Thema im Training und vor allem bei der Pressekonferenz danach (siehe Video). Nach dem längerfristigen Ausfall von Abwehrchef Toni Leistner, der sich gegen Paderborn einen Muskelbündelriss zugezogen hatte, muss der Trainer die Innenverteidigung umbauen. Lediglich ein Spieler sei gesetzt, betonte er: Stephan Ambrosius. Auf dessen Nebenmann wollte sich Thioune dagegen noch nicht festlegen. Der 46 Jahre alte Fußballlehrer deutete an, sich aus dem Trio Moritz Heyer, Gideon Jung und Jonas David bedienen zu wollen. Rick van Drongelen, der nach auskuriertem Kreuzbandriss im Mannschaftstraining voll belastbar sei, soll aber erst Ende des Monats eine Alternative sein.
Zugegeben, mich wundert bei Thioune nicht mehr viel. Er hatte des Öfteren schon spannende und zumeist auch sehr funktionale Ideen. Allerdings hat die Mannschaft in der zweiten Halbzeit gegen Paderborn ordentlich gespielt, nach dem sich Heyer in der Innenverteidigung und Amadou Onana auf der Sechs mit kurzer Warmlaufphase eingefunden hatten. Zudem sprach der Trainer heute von der richtigen Balance aus Defensivstärke und spielerischer Lösung im Mittelfeld. Von daher kann ich mir schwerlich vorstellen, dass Aaron Hunt zusammen mit David Kinsombi und Jeremy Dudziak das Zentrum übernimmt. Lediglich die Nominierung von Gideon Jung als reiner Abräumer scheint Onanas Startelfnominierung hier noch verhindern zu können. Oder aber der Trainer stellt das System noch einmal um – was ich mir allerdings noch schwerer vorstellen kann. Zumal der HSV in Aue auf einen Gegner trifft, der gefährlich werden kann.
Heyer in die Innenverteidigung und Onana auf die Sechs?
Das Team sei „inzwischen angekommen in der Zweiten Liga. Sie haben sich Jahr für Jahr gesteigert. Es sieht so aus, dass sie frühzeitig den Klassenerhalt perfekt machen“, lobte Thioune den nächsten Gegner, dessen Trainer Dirk Schuster sich nicht lumpen lassen wollte, und zum (überschwänglichen!) Gegenlob ausholte: „Der HSV ist für mich momentan das Nonplusultra in der Liga. Sie haben zuletzt sehr positive Ergebnisse erzielt, dazu ist die Art und Weise, wie sie Fußball spielen, ziemlich dominant und respekteinflößend“, so Schuster auf der Pressekonferenz am Mittwoch. Zudem nannte er eine Statistik, die ich sehr spannend finde. Demnach ist der HSV – das habe ein Schweizer Unternehmen so ausgerechnet – derzeit mit 4,7 benötigten Chancen pro Treffer das treffsicherste Team in allen europäischen Profiligen! Aber Schuster betonte auch gleich, seine Mannschaft wolle dem Favoriten aber „einen heißen Tanz und einen großen Kampf liefern.“
Grundlage für die angestrebte Überraschung solle eine stabile Defensivleistung sein. Dazu wollen die Auer mutig nach vorn agieren. Als Mutmacher für die Erzgebirgler dient der 3:0-Erfolg in der Vorsaison über den HSV. Auch wenn die Hamburger Mannschaft mit der aus dem vergangenen Jahr kaum noch zu vergleichen sei, will Schuster seinem Team als Einstimmung für Freitag das Video vom Überraschungssieg vorspielen: „Das ist ein richtig guter Ansatz, um zu zeigen, mit welcher Stärke, mit welchem Selbstvertrauen und mit welchem Mut wir da aufgetreten sind. Die Mannschaft soll verinnerlichen, dass es machbar ist, große Gegner zu schlagen, die in der Tabelle vor uns stehen.“
Der erste Communitytalk ist da - weitere Formate folgen!
Und wenn wir schon bei Video sind, anbei noch ein Hinweis in eigener Sache: Denn heute haben wir den ersten CommunityTalk unter „MoinVolkspark“ aufgenommen und dabei ein paar neue Features eingebaut. Noch etwas holprig an der einen oder anderen Stelle – aber ein erster Schritt nach vorn. Und dafür möchte ich mich an dieser Stelle von meinen Freunden von „Alpha-Films“ bedanken, die sich diese Zeit genommen haben, uns dieses Video so fertig zu machen. DANKE! Und es werden weitere Formate zeitnah folgen. Welche das sind, dazu äußere ich mich in dieser Premierenausgabe ebenfalls.
Zudem möchte ich an dieser Stelle noch einmal auf Michels und Michaels „Leder, Labskaus, Leistenbruch“-Podcast hinweisen. Für den muss man sich tatsächlich ein paar Minuten Zeit nehmen - die allerdings lohnen sich! Und das sage selbst ich, obwohl ich dort in aller Regelmäßigkeit aufs Allerübelste und extrem fies gemobbt werde… Aber im Ernst: Ich melde mich dann morgen wieder bei Euch. Zusammen mit dem HSV-Orakel, bei dem wir das bevorstehende Duell beim FC Erzgebirge Aue auf virtuellem Wege vorempfinden. Genauer genommen sind es noch Flo und Joscha, die das machen. Und das wie immer sehr unterhaltsam. Bis dahin Euch allen einen ähnlich spannenden, unterhaltsamen DFB-Pokalabend wie gestern!
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