Doping! Staatsanwaltschaft und DFB ermitteln gegen Vuskovic
Er war nicht dabei. „Aus privaten Gründen“ hieß es von Seiten des HSV offiziell, fehlte Mario Vuskovic im Kader des HSV beim letzten Hinrundenspiel gegen den SV Sandhausen.…

Er war nicht dabei. „Aus privaten Gründen“ hieß es von Seiten des HSV offiziell, fehlte Mario Vuskovic im Kader des HSV beim letzten Hinrundenspiel gegen den SV Sandhausen. Leider aber, so erfuhren wir von MoinVolkspark nach gemeinsamen Recherchen mit dem Hamburger Abendblatt am Vormittag, hatte die Abstinenz durchaus ernste Gründe und wohl leider auch sehr langfristige Folgen für Spieler wie Verein. Denn am Freitag hatte die Kripo den HSV aufgesucht und in der Mannschaftskabine den Umkleideschrank des Kroaten durchsucht. Dem Verdacht des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz sah sich Vuskovic ausgesetzt, gefunden wurde zunächst einmal nichts.
Aber leider soll der HSV-Innenverteidiger zuvor schon bei Dopingtests positiv getestet worden sein und dementsprechend schon nicht mehr einsetzbar sein. Am Sonnabend bestätigte die Staatsanwaltschaft die Untersuchungen. Vuskovic droht neben einer sehr langen Sperre weiterer Ärger mit der Justiz, sollten sich die gegen ihn erhobenen Vorwürfe bestätigen. Und obwohl sich HSV-Trainer Tim Walter auf der Pressekonferenz noch ausweichend zur Frage nach Vuskovic verhielt, wird dieser die USA-Reise dementsprechend nicht mit antreten dürfen. Der HSV, bei dem im Anschluss an das 4:2 gegen Sandhausen die Gremien über den Vorfall informiert wurden, hat sich bereits geäußert. Die Pressemitteilung im Wortlaut:
HSV-STELLUNGNAHME ZUR DFB-ERMITTLUNG GEGEN MARIO VUSKOVIC
DFB-KONTROLLAUSSCHUSS LEITET VERFAHREN GEGEN ABWEHRSPIELER EIN – SPORTGERICHT WIRD IN DEN NÄCHSTEN TAGEN ÜBER VORLÄUFIGE SPERRE ENTSCHEIDEN.
Der DFB-Kontrollausschuss hat den HSV und Mario Vuskovic darüber informiert, dass er aufgrund des Ergebnisses einer von der NADA durchgeführten Trainingskontrolle ein Verfahren gegen den Abwehrspieler eingeleitet hat.
Der HSV gibt dazu folgende Stellungnahme ab: Wir können die Ermittlungen – von denen wir kürzlich überrascht wurden – gegen unseren Spieler Mario Vuskovic bestätigen. Da uns bislang sehr wenige Details des Ermittlungsstandes bekannt sind, können wir uns zum jetzigen Zeitpunkt nicht detaillierter äußern. Was wir sagen können: Wir unterstützen Mario Vuskovic und die zuständigen Behörden bei der Aufklärung und stehen parallel dazu im engen Austausch mit der DFL und dem DFB. Wir haben Mario Vuskovic vorerst aus dem Trainings- und Spielbetrieb genommen, um Schaden von ihm sowie dem Klub fernzuhalten. Sollte eine neue Sachlage eintreten, werden wir diese so transparent wie möglich in Abstimmung mit den beteiligten Parteien kommunizieren.
Und dann gab es da heute noch ein Fußballspiel, das der HSV nach guter Leistung mit 4:2 gegen Sandhausen gewinnen konnte.
Hierzu die Einzelkritiken:
Daniel Heuer Fernandes: Beschäftigungslose Minuten sind für Torhüter einerseits angenehm, andererseits auch gefährlich, weil man plötzlich von Null auf Hundert gefordert ist. Der HSV-Keeper war der wahrscheinlich aktivste Zuschauer heute im Stadion – und plötzlich chancenlos, als Soukou völlig frei vor ihm stand und traf. Danach wie davor auch immer Herr der Situationen! Note: 2
Ransford Königsdörffer (bis 85.): Er kam gut ins Spiel, defensiv wie offensiv. Aber sein dilettantisches Zweikampfverhalten vor dem Ausgleich zeigte, wie wenig Defensive in ihm steckt. Aber: Er spielt es nicht, weil er sich dort für den besten hält, sondern weil der HSV keine bessere Alternative hat – was wiederum alles andere als für den im Sommer extra verpflichteten William Mikelbrencis spricht. Note: 3,5
Valon Zumberi (ab 86.): Sein Debüt hatte ihm der Trainer für seine guten Trainingsleistungen angekündigt. Es wird nicht sein letzter Einsatz bleiben.
Sebastian Schonlau: Es ist nicht der Zweikampf, das Tor oder der entscheidende Pass, der ihn unverzichtbar macht. Es ist mehr! Denn er macht aber seine Mitspieler besser – weil er ihnen Orientierung gibt. Note: 2,5
Jonas David: Es ist einfach ein erkennbarer Unterschied, ob er neben dem ebenfalls jungen Mario Vuskovic aufläuft, oder eben neben Kapitän und Abwehrchef Sebastian Schonlau. Das war gut heute! Note: 3
Miro Muheim: Sobald er in Schussposition ist, zieht er ab. Und das ist ganz sicher auch vom Trainer gefordert. Und er spielt auch mal den langen Ball, quasi „Anti-Walter-Fußball“ – wie beim Pass auf Dompé vor dem 1:0 von Glatzel. Bereitete auch das 2:1 per Flanke vor – und dann dieser Bock vor dem 2:2. Note: 3
Jonas Meffert: Er spielt schlauen Fußball – und organisierte heute das Mittelfeld sowie zusammen mit seinem kongenialen Partner Schonlau die Defensive. Note: 2
Ludovit Reis: Er ist der HSV-Gimli! Er ist wie der Zwerg bei Herr der Ringe derjenige, der sich für alle seine Kollegen immer und überall reinwirft. Er opfert sich für jeden Kollegen auf, will jeden Ball zurückholen (was zumeist auch gelingt, wie beim 2:1-Führungstreffer!). Er ist und bleibt defensiv eine Bank und offensiv das Bindeglied Abwehr/Mittelfeld inklusive Torgefahr! Für ich ist er ab sofort (ausschließlich positiv gemeint!): „Gimli - das Rundum-Sorglos-Paket für Walter“! Note: 1,5
Laszlo Benes (bis 81.): Für mich offensiv die Initialzündung heute. Von Beginn an auf Höchsttemperatur und Antreiber der Mannschaft nach vorn. Zudem überraschend stark auch stark gegen den Ball. Sein Pass in der 14. Minute MUSS aber ankommen!! Da spielen sie 3 gegen 2 auf breitem Feld – daraus MÜSSEN einfach Hundertprozentige entstehen. Als seine Kollegen agiler wurden, schraubte er sein Pensum etwas zurück, als er wieder gebraucht wurde, fuhr er wieder hoch und bereitete unter anderem das 4:2 mit einem Traumpass vor! Auch bei ihm zeigt die Formkurve stetig nach oben - Note: 2
Anssi Suhonen (ab 81.): Durfte den Sieg noch aktiv auf dem Feld genießen.
Jean Luc Dompé (bis 90.): Er machte er wieder gefühlte 2 Milliarden sinnlose Übersteiger und verlangsamte das eigene Offensivspiel immer wieder in aussichtsreichen Situationen. Das war ineffektiv. Wie es besser und er noch deutlich entscheidender werden kann, zeigte er beim 1:0 von Glatzel, wo er den Ball direkt querlegte und bei vielen anderen Aktionen wie auch beim Eigentor zum 3:2 für den HSV – einfach ohne Geschnörkel. Ergo: Mit direktem Zug zum Tor ist er eine Waffe! Note: 1,5
Filip Bilbija (ab 90.): Dabei.
Xavier Amaechi (ab 90.): Auch nur noch dabei – aber eben auf dem Platz.
Sonny Kittel (bis 60.): Er hat seit Wochen wieder richtig Bock, das sieht man. Auch heute begann er stark, bereitete gute Chancen vor und trieb den Ball und sah den besser Postierten. Das Beste daran heute: Er wurde von Minute zu Minute besser. Ich hätte ihm ein frühes Tor gewünscht, weil er dann explodiert wäre. Ich hätte ihm generell ein Tor gewünscht, weil er es verdient hatte. Aber auch so geht sein Trend weiter erkennbar nach oben hält weiter an – schade nur, dass heute der letzte Spieltag 2022 war. Note: 2
Robert Glatzel: Der Torjäger Nummer eins beim HSV brach auch heute den Bann nach viel zu vielen vergebenen HSV-Torchancen. Indirekt am 3:2 beteiligt und auch sonst immer in Bewegung. Note: 1
Schiedsrichter Willenborg: Abgesehen von kleinen (Auslegungs-)Fehlern absolut souverän. Note: 3
HSV-Fans: Dass mitten in der Saison gegen Sandhausen mal 55.246 Zuschauer ins Stadion kommen würden, hätte ich vor einer Weile noch ausgeschlossen. Heute habe ich es live miterlebt und gesehen wie gehört, wie Zuschauer sehr wohl die eigene Mannschaft stärker machen können. Nach Rückschlägen wie den Gegentreffern gab es sofort wieder voll Unterstützung, ohne Pause. Das war – wie immer! – erstklassig! Note: 1+
Trainer Tim Walter: Er hatte es versprochen, und seine Mannschaft setzte seine Ankündigungen eindrucksvoll um. Das Zusammenspiel Trainer und Mannschaft (Walter sagte heute, er liebe jeden einzelnen Spieler) stimmt absolut und ist bei der Frage nach einer Vertragsverlängerung zweifellos ein Pfund für Walter. Auch das heutige Spiel sowie der Zwei-Punkte-Durchschnitt nach 17 Partien sprechen für den HSV-Trainer. Note: 2
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