Neun Punkte bis zur Winterpause sind das Ziel
Der HSV ist die Auswärtsmannschaft Nummer eins in der Zweiten Liga: Aus sieben Heimspielen wurden sechs Siege eingespielt. Das macht in der Summe starke 18 Punkte.…

Der HSV ist die Auswärtsmannschaft Nummer eins in der Zweiten Liga: Aus sieben Auswärtsspielen wurden sechs Siege eingespielt. Das macht in der Summe starke 18 Punkte. Tabellenführer Darmstadt 98 hat als Zweiter dieser separaten Wertung nur vier Auswärtssiege und 14 Punkte auf dem Konto – dafür aber leider heute gegen Hannover 96 mit 1:0 gewonnen. Somit kann der HSV selbst mit einem Sieg am Sonntag nicht wieder die Tabellenspitze erklimmen. Wobei auch das nichts an der Wichtigkeit dieses Dreiers ändert. Denn im heimischen Volksparkstadion, wo man jetzt am Sonntag den SV Jahn Regensburg empfängt, ist es leider nicht annähernd so erfolgreich.
Denn da ist die Mannschaft lediglich 13. (!) mit drei Siegen und zehn Punkten aus sieben Spielen. Bestes Heimteam ist übrigens der SC Paderborn mit 18 Zählern – und den Ostwestfalen hat der HSV am vergangenen Wochenende eine Heimniederlage beigebracht. Warum der HSV in dieser Saison allerdings ausgerechnet vor heimischem Publikum seine Größten Probleme hat, ist wie schon an dieser Stelle betont, unerklärlich. Einblick in das unterschiedliche Verhalten der Teams auswärts und zuhause gibt eine Studie von der Deutschen Sport-Hochschule Köln, die meine Kollegen vom Hamburger Abendblatt heute vorstellten.
Erstaunlich: Für die Heimstärke sind demnach die Fans nicht maßgeblich. Siehe HSV, der den besten Zuschauerschnitt der Zweiten Liga hat. Selbst jetzt am Sonntag gegen Regensburg werden wieder mehr als 49.000 Zuschauer erwartet. Aber: Die Corona-Maßnahmen mit Geisterspielen hätten diese These noch einmal bestätigt: Mit Fans gewinnt die Heimmannschaft 45 Prozent der Spiele, ohne Fans 43 Prozent. Bei der Auswertung von mehr als 40.000 Partien aus zehn Spielzeiten in sechs europäischen Topligen trat zutage: Auswärts wird fast überall zurückhaltender, zögerlicher und unsicherer als zu Hause agiert, wo man alles kennt.
Das soll gegen Regensburg anders werden. Nein: Das muss gegen Regensburg anders werden. Zumal die Oberpfälzer auswärts bislang vergleichsweise erfolglos agieren. Mit lediglich sechs erzielten Toren bestätigen sie die wissenschaftliche These vom Fremdeln in anderen Stadien. „Wir haben auch zu Hause schon sehr gute Spiele gemacht“, sagt HSV-Trainer Tim Walter. Zudem gebe es immer Dinge, die nicht zu erklären seien. „Auswärts und daheim gibt es immer nur drei Punkte. Am Ende zählt die Gesamttabelle, und die gucken wir uns nach dem 34. Spieltag an.“ Dennoch wird auch Walter längst versucht haben, die Ursachen ehrauszufinden und dabei auf die Problematik gestoßen sein, dass sich der HSV mit tief stehenden Mannschaften unvermindert schwertut.
Ein Thema, dass sich durch die gesamte Zeit Walters beim HSV zieht – und auch vorher bei seinen Vorgängern schon ungelöst blieb. Und vielleicht ist es auf Sicht mal wieder ein Grund für Walter, seine Taktik ein wenig nachzujustieren. So, wie er es eine Weile schon versucht hatte, indem er schnelle, lange Bälle nicht nur guthieß – sondern sie offenbar sogar taktisch einforderte. Oder er überrascht einfach mal mit etwas anderem. Zumindest hoffe ich sehr darauf…
Und ja, noch haben Mannschaftskapitän Sebastian Schonlau und Co. sowie die HSV-Fans Zeit. Drei Partien stehen bis zur Winterpause noch an. Allesamt binnen sieben Tagen. Theoretisch wären das neun Punkte für den HSV – in der Praxis sind es Spiel für Spiel sehr schwierige Aufgaben. Zumal zwei der drei Spiele zuhause sind – angefangen mit dem Tabellen-Neunten SV Jahn Regensburg, der eventuell ohne den noch kranken Cheftrainer kommt. „Die Heimbilanz des HSV ist kein Thema für uns, denn wir sehen ganz klar die Stärken des HSV. Das ist eine Mannschaft mit einer extrem großen Dominanz im Ballbesitz, die über sehr starke Einzelspieler verfügt“, sagte Jahn-Co-Trainer Sebastian Dreier. Dennoch sehen die Gäste ihre Chancen in Hamburg. Logischerweise. „Wir brauchen eine große Portion Jahn Mentalität, um dort bestehen zu können. Da orientieren wir uns an uns, wie wir diese Mentalität auf den Platz bringen, damit wir dem HSV Paroli bieten können.“
Ich hoffe, dass ich bis Sonntag wieder fit bin und dann dabei sein kann, wenn der HSV Regensburg empfängt. Dann mit einem Ransford Königsdörffer, der nicht nur mit neuer Frisur besticht, sondern auch beflügelt auftreten wird. Denn der Ghanaer wurde heute für das ghanaische WM-Aufgebot berufen. Zumindest für das 55 Mann starke, vorläufige Aufgebot aus dem am Ende 26 Spieler ausgewählt werden. Da dürfte die Motivation nahe dem Maximum sein…
In diesem Sinne, den Umstand, dass Klaus Michael Kühne mal wieder Veränderungen personeller Natur fordert („Jansen muss weg!“), lasse ich heute noch außer Acht. Ich werde früh genug darüber berichten müssen – aber heute habe ich darauf schlicht keine Lust. Es ist und bleibt ein Endlosthema…
Scholle
Zeig deine Farben
Unsere Freunde von HANDS OF GOD setzen ikonografischen Momenten und Legenden der Vereinsgeschichte ein künstlerisches Denkmal.
Shirt HAMBURG ALLSTARS
Eine Startelf aus Hamburger Legenden, großflächig auf dem Rücken.
39 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Print HAMBURG ALLSTARS
Dieselbe Startelf als Fine-Art-Print — A3 oder 50 × 70.
40 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Print COMEBACK DES DINOS
Mai 2025, das 6:1 — nach sieben Jahren zurück in der Bundesliga.
40 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Print UNS UWE
Uwe Seeler nach dem verlorenen Wembley-Finale 1966.
40 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Wir sind Partner von HANDS OF GOD und bekommen eine Provision, wenn du über diese Links kaufst — für dich ändert sich am Preis nichts. Gezeigt werden nur Motive, die wir selbst aufhängen würden.
Lies weiter
Meinung
HSV-Blamage- Die Taktik war das geringste Problem
Weiterlesen

Diskussion
0 KommentareDiskutier mit!
Registriere dich kostenlos — dann kannst du unter den Beiträgen mitdiskutieren, antworten und liken.
Jetzt kostenlos registrierenAnmelden