Neuer Millionenvertrag für den HSV - Pherai kehrt zurück
Die Diskussion stellt sich an diesem Wochenende noch nicht. Denn am Sonnabend gegen den SC Paderborn wird Matheo Raab im Tor stehen, weil Daniel Heuer Fernandes noch nicht…

Die Diskussion stellt sich an diesem Wochenende noch nicht. Denn am Sonnabend gegen den SC Paderborn wird Matheo Raab im Tor stehen, weil Daniel Heuer Fernandes noch nicht wieder gesund ist. Wer die Nummer eins sein wird, sobald Heuer Fernandes wieder fit ist? Ich finde, dazu hat sich Trainer Steffen Baumgart deutlich genug geäußert und betont, nicht immer diese Diskussion führen zu wollen. Es sei denn, es kommt zu einer längeren verletzungspause/Ausfall der aktuellen Nummer eins, wie es in der Sommervorbereitung durch die Lungenentzündung bei Raab der Fall war.
Und ich finde, genau so ist es auch richtig. Und das sage ich nicht, weil ich Raab nicht mag. Im Gegenteil, ich mag ihn als Torwart. Denn obwohl ich seine fußballerischen Qualitäten als nicht ausreichend erachte, sehe ich ihn auf der Linie und in der Luft als stärker an, während Heuer Fernandes im Gesamtpaket für mich klare Vorteile hat. Vor allem aber gehört bei der Nummer eins immer auch eine große Portion Vertrauen dazu, um den Keeper zu stützen. So, wie Baumgart es vor der Sommerpause mit Raab machte – und so, wie er es jetzt mit Heuer Fernandes macht bzw. machen wird.
Auch ansonsten hat HSV-Coach Baumgart keine großen personellen Nöte. Mittelfeldspieler Jonas Meffert wurde im Training zwar geschont, ist aber eine Option für die Partie gegen Paderborn. Ob dann auch Jean-Luc Dompé nach seinem starken Auftritt in Kaiserslautern für die Startelf infrage kommt, ließ Baumgart offen. Hier wird er sich wieder zwischen Fabio Baldé und dem „unzähmbaren Außenstürmer“, wie Baumgart Dompé nannte, entscheiden. Bakery Jatta war zuletzt zwar wieder bei den Einheiten dabei, aber eine komplette Rückkehr des Offensivspielers in das Mannschaftstraining ist erst in der kommenden Woche vorgesehen. Ich gehe daher davon aus, dass Baumgart hier nichts riskiert und Jatta auch in Düsseldorf (6.10.) noch nicht bringen muss und ihm so zusätzlich noch die Länderspielpause zur Regeneration gibt.
Angesichts der aktuellen Form seiner Konkurrenten besteht aktuell ja auch keine Not… Zudem dürfte Immanuel Pherai, der zuletzt wegen einer leichten Grippe nicht bei 100 Prozent gewesen sein soll, wie Baumgart erklärte, auch wieder in den Kader rücken. Nach einer komplett gesunden Trainingswoche stünden seine Chancen sehr gut, gegen Paderborn wieder dabei zu sein, so Baumgart heute.
Das Spiel am Sonnabend wird voraussichtlich nicht ganz ausverkauft sein. Aktuell rechnet der HSV mit 55.000 Zuschauern, darunter etwa 1.250 Gästefans. Fest steht aber schon jetzt, dass am Sonnabend zum 34. Mal in Serie mehr als 50.000 Zuschauer bei einem HSV-Heimspiel im Volksparkstadion sein werden. Wahnsinn! Aber dieses Thema hatten wir ja schon häufiger. Solange das keiner der Verantwortlichen damit gleichsetzt, dass hier alles richtig gemacht wird, spricht das einfach nur für die Loyalität der HSV-Anhänger.
Auch Steffen Baumgart lobte die Treue der eigenen Fans heute noch mal ausdrücklich. Für ihn ist es am Sonnabend gleich doppelt schön. Zumindest denkt der HSV-Trainer noch immer sehr gern an seine Zeit beim SC Paderborn zurück. Vier Jahre lang stand er verantwortlich an der Seitenlinie des SCP, den er in der Saison 2018/19 direkt aus der 3. Liga am HSV vorbei in die Bundesliga geführt hatte. „Paderborn war die wichtigste Station, die ich hatte“, sagte Baumgart heute und machte im nächsten Satz deutlich: „Aber das ist Vergangenheit.“
In der Gegenwart steht dem HSV mit dem Tabellenvierten eine schwierige Aufgabe auf bevor. Nicht nur, weil die Hamburger in der vergangenen Saison beide Spiele verloren haben und der Gegner in dieser Saison in Pflichtspielen bislang unbesiegt ist. „Der SC Paderborn spielt in den letzten drei Jahren im oberen Drittel mit. Das zeigt die Entwicklung des Vereins und die gute Arbeit des Trainers“, sparte Baumgart nicht mit Lob für seinen Ex-Club und honorierte auch das Schaffen seines Nachfolgers Lukas Kwasniok. Der 43 Jahre alte Coach der Paderborner könne „jeden Gegner lesen. Er findet die Stärken und Schwächen des Gegners.“ Generell werde in Paderborn gut und akribisch gearbeitet.
Ein Beispiel für das gute Scouting beim SCP hatte Baumgart auch gleich parat: Ilyas Ansah. Vor zwei Jahren hatten die Paderborner den Angreifer aus der Jugend der Sportfreunde Siegen verpflichtet. Zuletzt erzielte der 19-Jährige mit seinem schon dritten Saisontor den Siegtreffer beim 2:1 über Hannover 96. Ansah hatte laut Baumgart „niemand so richtig auf der Rechnung“, inzwischen steht der Linksaußen im Kader der deutschen U20-Nationalmannschaft. Ein Weg, den der HSV auch gehen muss. Wobei: Mal sehen, wie weit es der HSV und Baldé in den nächsten Monaten noch bringen.
Geld, um seine Scoutingabteilung weiter zu verbessern, hat der HSV auf jeden Fall im Bereich Vermarktung gemacht. Heute wurde bekanntgegeben, dass der Vertrag mit Hauptsponsor Hanse Merkur bis 2028 verlängert wird. Normalerweise lief der Kontrakt noch bis Ende dieser Saison. Und statt der bislang 3 Millionen Euro kassiert der HSV künftig knapp vier Millionen Euro. Im Falle eines Aufstiegs würde HanseMerkur sogar bis auf acht Millionen Euro pro Saison aufstocken. Und: Der Hauptsponsor und Anteilseigner (5%) zahlt auch weiterhin für die HSV-Frauen, die E-Sportler und den Nachwuchs. Dass sich die anderen Aktionäre zuletzt darüber aufregten, dass HanseMerkur als Anteilseigner einsteigt, erschließt sich mir immer weniger…
Aber das ist jetzt eher zweitrangig. Am Sonnabend geht es endlich wieder sportlich im Volkspark weiter. Nach zuletzt zwei besseren Heimspielen – allerdings auch gegen zwei Aufsteiger - kommt diesmal ein echter Prüfstein. Gut daran ist, dass der SCP mitspielen wird. Ich bin mir auf jeden Fall sicher, dass wir am Sonnabend ein zumindest sehr attraktives Zweitligaspiele zu sehen bekommen.
In diesem Sinne, Euch allen einen schönen Abend!
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