Neue Konkurrenz auf der Außenbahn des HSV
Der HSV hat weiterhin einen Rechtsverteidiger im Visier. William Mikelbrencis heißt der französische U-Nationalspieler, der aktuell noch beim FC Metz unter Vertrag steht. Und…

Der HSV hat weiterhin einen Rechtsverteidiger im Visier. William Mikelbrencis heißt der französische U-Nationalspieler, der aktuell noch beim FC Metz unter Vertrag steht. Und der Poker um ihn läuft auf Hochtouren. So zumindest die Berichterstattung. Gerade heute erst kam die Meldung auf, dass der finanziell extrem potente Premier-League-Klub Leeds United, der bereits 100 Millionen Euro in diesem Transferfenster ausgegeben hatte, in den Poker einsteigt. Bitter für den HSV – oder? Mitnichten. Denn dieser Vertragspoker ist ein Beispiel für das, was in den allermeisten Fällen passiert: Es werden Meldungen lanciert, um den Verhandlungsverlauf zu beeinflussen.
Reiche Klubs spielen dabei immer eine Rolle. Denn sie treiben den Preis für den Spieler in die Höhe. Steigen sie mit ein, erscheint dem Außenstehenden ein hoher Kaufpreis nicht mehr unwahrscheinlich. Das macht es für den Kaufinteressenten auf den ersten Blick natürlich schwerer, mit seinen vergleichbar begrenzten finanziellen Mitteln zu punkten. Aber: Nicht selten wird dieses Stilmittel übrigens auch vom Kaufinteressenten selbst gespielt. Soll heißen: Es wird von großer Konkurrenz im Kampf um den Spieler berichtet. So kann man selbst erklärten, warum man plötzlich doch mehr Geld ausgegeben hat. Und wenn der Spieler woanders hingeht, kann man immer noch sagen, dass man diese Preistreiberei nicht mitgehen wollte. Und auch dafür erntet man in aller Regel großes Verständnis.
Kurioserweise überschneiden sich bei Mikelbrencis gerade die Meldungen. Während die einen schreiben, Leeds würde alles erschweren, berichtet „Lé Republicain Lorraine“, dass der FC Metz dem HSV einen entscheidenden Schritt entgegengekommen sei. Demnach habe der Ligue-1-Absteiger zwar zwei erste Offerten des HSV über angeblich 400.000 und 600.000 Euro abgelehnt, sei inzwischen aber bereit, Mikelbrencis abzugeben, sobald der HSV die Millionengrenze knackt – also jene Summe, die bislang als Schmerzgrenze der Hamburger gehandelt wurde. Bisher war stets von einer Metz-Forderung über zwei Millionen Euro die Rede. Aber das nur nebenbei für all diejenigen, die den Berichten immer sehr gespannt folgen. Nicht alles ist so spannend, wie es scheint.
Nach Dompés Verpflichtung steht Opoku vor dem Wechsel
Rund zehn Millionen Euro hat der HSV bereits für neue Spieler sowie Abfindungen abwandernder Spieler ausgegeben. 3,7 Millionen Euro soll man im Gegenzug für Josha Vagnoman eingenommen haben. Jetzt könnte noch einmal rund eine Million für den jungen Rechtsverteidiger Mikelbrencis dazukommen. Sein Marktwert wird auf zwei Millionen Euro taxiert (Quelle: Transfermarkt.de) – klingt erst einmal gut. Und: Einen Rechtsverteidiger braucht der HSV ganz dringend noch. Und hier gehe ich auch voll mit, während ich beim Außenstürmer schon kritischer war. Jean-Luc Dompé ist es letztlich geworden. Ein 27-jähriger ehemaliger französischer U20-Nationalspieler, der zuletzt lange in der zweitklassigen belgischen Jupiler League 1 gespielt hatte. In der vergangenen Saison 2021/22 markierte der 1,70 Meter große Rechtsfuß für Zulte Waregem zwei Tore und 14 Assists in der ersten belgischen Liga.
Und nachdem Dompé am vergangenen Freitag in einem extrem zerfahrenen, hektischen Spiel einen ordentlichen ersten Auftritt hinlegte, stand er heute in einer Presserunde Rede und Antwort. „Wir sind denkbar schlecht in die Partie gekommen, haben es dann aber geschafft, uns mit zunehmenden Spielverlauf zu steigern. Die Rote Karte hat dann leider den Flow etwas zerstört. Insgesamt können solche Spiele mit vielen Roten Karten im Fußball passieren. Das hat mich nicht wirklich beeinflusst“, gab sich Dompé heute unerschüttert, während Trainer Tim Walter bereits andeutete, dass es schon am Sonnabend in Nürnberg zu einer Startelfnominierung des Franzosen reichen könnte: „Jean-Luc ist fit und kann über 90 Minuten gehen. Es spricht nichts dagegen, dass er von Beginn an spielt. Man hat gesehen, dass er uns in jedem Fall weiterhilft“, sagte Walter gestern.
Zu hoffen ist es. Denn der HSV wird Kreativität im Eins-gegen-Eins dringend brauchen, wie die ersten, wenig überzeigenden Saisonauftritte verdeutlicht haben. Zumal die bislang dafür vorgesehenen Spieler wie Sonny Kittel und Laszlo Benes noch nicht funktionieren. Aber ist das Dompé? „Das Eins-gegen-eins ist definitiv eine Stärke von mir. Der Trainer möchte auf dem Flügel kreative Spieler, die Lösungen in solchen Situationen finden. Genau dafür hat man mich geholt“, sagte Dompé heute. „Diese Perspektive haben mir die sportlich Verantwortlichen vor dem Transfer immer wieder aufgezeigt. Ich fühle mich auf der linken Außenbahn am wohlsten.“ Also dort, wie zuletzt Kittel spielte.
Zumindest wird der Konkurrenzkampf ein wenig angeheizt. Auch auf der anderen Seite, wo Bakery Jatta nach seiner langen Verletzungspause wieder zurück ist und wo mit Aaron Opoku (bekam heute für seine Rote Karte fünf Spiele Sperre) genau das passiert, was ich zu Beginn der Vorbereitung schon geschrieben hatte: Er wird gehen müssen, sobald ein Neuer für die Außenbahn gefunden ist. Aktuell soll der 1. FC Kaiserslautern Interesse an einer Verpflichtung Opokus haben. Inwieweit Dompé letztlich dieser Neue ist, der Opoku und/oder Kittel verdrängen kann, werde ich Euch morgen hier in Form einer ausführlichen Analyse meiner Freunde von Createfootball.com herausarbeiten. Bis dahin wünsche ich Euch jetzt erst einmal einen schönen Rest-Dienstag.
Scholle
Zeig deine Farben
Unsere Freunde von HANDS OF GOD setzen ikonografischen Momenten und Legenden der Vereinsgeschichte ein künstlerisches Denkmal.
Shirt HAMBURG ALLSTARS
Eine Startelf aus Hamburger Legenden, großflächig auf dem Rücken.
39 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Print HAMBURG ALLSTARS
Dieselbe Startelf als Fine-Art-Print — A3 oder 50 × 70.
40 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Print COMEBACK DES DINOS
Mai 2025, das 6:1 — nach sieben Jahren zurück in der Bundesliga.
40 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Print UNS UWE
Uwe Seeler nach dem verlorenen Wembley-Finale 1966.
40 €
Bei HANDS OF GOD ansehen ↗
Wir sind Partner von HANDS OF GOD und bekommen eine Provision, wenn du über diese Links kaufst — für dich ändert sich am Preis nichts. Gezeigt werden nur Motive, die wir selbst aufhängen würden.
Lies weiter
Meinung
HSV-Blamage- Die Taktik war das geringste Problem
Weiterlesen

Diskussion
0 KommentareDiskutier mit!
Registriere dich kostenlos — dann kannst du unter den Beiträgen mitdiskutieren, antworten und liken.
Jetzt kostenlos registrierenAnmelden