Nartey, Vuskovic, Thommy - wer kommt noch zum HSV?
Die Crunchtime der Transferphase läuft. Und der HSV hofft noch immer, am Ende einen oder zwei richtig gute Neue (auf Zweitliganiveau berechnet) dazu zu bekommen. Dass dafür…

Die Crunchtime der Transferphase läuft. Und der HSV hofft noch immer, am Ende einen oder zwei richtig gute Neue (auf Zweitliganiveau berechnet) dazu zu bekommen. Dass dafür andernorts erst Spieler wechseln müssen um dieses Domino so in Bewegung zu setzen, dass hinten etwas für den HSV runterfällt – es sollte allen bekannt sein. Große finanzielle Schritte machen kann der HSV aktuell nicht. Nach meinen Informationen stehen nicht einmal die zuletzt immer wieder kolportierten drei Millionen Euro zur Verfügung. Ergo: Das von vielen hier als Nichtstun bewertete Verhalten der sportlich Verantwortlichen scheint tatsächlich ein Pokern auf das Schnäppchen zu sein.
Klar ist aber auch, dass sowohl Sportdirektor Michael Mutzel als auch Sportvorstand Jonas Boldt sicher gern die finanziellen Mittel der letzten HSV-Jahre zur Verfügung hätten, um bei den Wunschspielern mitzubieten. Aber die Realität ist eine andere. Dieser HSV kann nur noch mit seinem Namen und der Aussicht, dass alles irgendwann mal wieder groß sein könnte locken. Aber das zieht bei den wenigsten Spielern wirklich. Das liebe Geld regiert. Und auch damit müssen sich beim HSV alle abfinden. Lange Zeit war es ja sogar das große Plus des HSV. Aber um das hier gleich klarzustellen: Es beschwert sich beim HSV auch keiner der Verantwortlichen. Alle wussten, worauf sie sich eingelassen hatten, als sie beim HSV unterschrieben – und das sagen sie selbst…
Meine Frage: Warum ist die Erwartungshaltung so, wie sie ist? Zu hoch nämlich. Und meine Antwort darauf: Weil der HSV es nicht schafft, seine Fans auf einem anderen Weg mitzunehmen.
Dass das möglich ist, behaupte ich schon lange. Ich gehe dabei von mir aus und wäre froh, wenn ich endlich mal mit einem klaren Plan konfrontiert würde. Diese Mischung aus „Wir haben den Anspruch aufzusteigen - aber nicht die Mittel, um zu holen, was wir dafür brauchen“ nervt mich zunehmend. Es sei in Hamburg bei dem Umfeld nicht möglich, die Ansprüche abzusenken, heißt es oft. Und das halte ich für Blödsinn. Viel schlimmer finde ich den schleichenden Prozess, der derzeit läuft. So zu tun, als sein man größer als man in Wirklichkeit ist war mir aber noch nie sympathisch. Und es führt unweigerlich zu immer weiteren Enttäuschungen.
Einfach mal in die Runde gefragt: Was würde passieren, wenn Jonas Boldt verkündet, dass man in diesem Jahr einen Kader zusammenstellt, den man perspektivisch aufbauen und zu einem Aufstiegskandidaten entwickeln wolle – OHNE den Anspruch zu haben, dieses Jahr aufzusteigen? Ich behaupte: Nichts! Im Gegenteil: Viele würden sagen, dass das endlich mal ein realistischer Weg sei. Sie wären neugierig auf Spieler wie Jonas David, Maxi Rohr, Josha Vagnoman und Anssi Suhonen, ohne von ihnen zu viel zu erwarten. Wenn ich jetzt aber lese, dass Jonas David selbst nach einem Spiel wie in Heidenheim kritisiert wird, fehlt auch mir der Glaube daran, dass man hier in Hamburg wirklich in Ruhe etwas aufbauen kann.
Gleiches gilt übrigens auch für den Fußball, den Trainer Tim Walter spielen lässt. Auch hier scheint noch kein Schulterschluss gefunden zu sein. Im Gegenteil: Wenn ich nach Heidenheim die Adjektive „überragend“ höre, habe ich das Gefühl, dass der Trainer hier bewusst in dem Maße übertreibt, wie es andere zu negativ beurteilen. Und auch das kann nicht gesund sein. Dann ist das zum Scheitern verurteilt.
Wenn ich die Beteiligten frage, warum man die eigenen Anhänger nicht tiefer mit in seine Überlegungen einbindet und für den Weg sensibilisiert, den man gehen will, heißt es immer nur: „Das funktioniert bei einem Klub wie dem HSV nicht.“ Und wieder antworte ich: Blödsinn! Solange man es nicht probiert hat – und das hat bisher noch keiner in den letzten Jahren – kann man es nicht wissen. Ich jedenfalls bleibe dabei, dass das größte Problem des HSV seine fehlende Selbsteinschätzung ist. Man tut einfach so, als wäre man groß – und steigert damit unnötig die Fallhöhe. Und hierbei werde ich in den nächsten Tagen auf einen interessanten Post eingehen, den „Meaty“ unter den letzten Blogbeitrag gesetzt hat.
Aber okay, das nur so nebenbei, denn heute soll es hier noch mal um die gehen, die noch kommen sollen. Und tatsächlich scheint sich hier etwas zu tun. Neben vielen anderen Namen tauchte auch der von Mario Vuskovic auf. Der kopfballstarke Innen-Verteidiger (1,89 Meter) stand kürzlich bei der U21-EM in allen Partien in der kroatischen Startelf und soll von Hajduk Split auf Leihbasis zum HSV wechseln. Dass die Kollegen der BILD berichten, Celtic Glasgow sei zuletzt mit einer Offerte über vier Millionen Euro abgeblitzt, macht es schwerer zu glauben, dass der 19-Jährige tatsächlich zum HSV kommt. Aber rein vom Profil her wäre Vuskovic spannend, zumal er mit seinen jungen Jahren schon über viel Erfahrung (42 Erstligaspiele) verfügt.
Sucht der HSV beim VfB Stuttgart nach Verstärkung?
Fakt ist, dass der HSV weiter an Verpflichtungen bastelt. Auch für die Defensive, in der Toni Leistner definitiv nicht mehr spielen wird, wie ich heute gehört habe. Unabhängig davon, ob er noch den Verein wechselt oder nicht, ist die Tür für den Publikumsliebling bei den Profis zu. Und dabei klang es so, als habe sich Leistner intern lange nicht nur Freunde gemacht. „Spannend“ wäre eine Verpflichtung von Vuskovic dagegen in Hinblick auf Jonas Davids zukünftige Rolle im Team.
Zwei schon länger gehandelte Namen sind die von HSV-Dauer-Kandidat Erik Thommy sowie der von Nikolas Nartey. Beide sind beim VfB Stuttgart unter Vertrag und kommen nicht so zum Zuge, wie sie es wollen. Thommy ist links im Mittelfeld zuhause, Nartey eher im zentralen Mittelfeld. Letztgenannter war 2017 aus Dänemark zum 1. FC Köln gewechselt, ging von dort 2019 nach Stuttgart und wurde von dort in den letzten beiden Jahren zuerst zu Hansa Rostock du dann zum SV Sandhausen verliehen. Mit Leihgeschäften kennt sich der 21-Jährige also schon mal aus. Und auch wenn die Statistik des Mittelfeldspielers (zuletzt 25 Spiele, drei Assists) nicht darauf schließen lässt: dass der HSV zentral noch einen Kreativen für das Mittelfeld braucht, ist unbestritten.
In diesem Sinne, morgen geht es weiter. Dann werden wir wissen, ob der HSV auf dem Transfermarkt tatsächlich noch einmal tätig wird/geworden ist. Und bis dahin wünsche ich Euch erst einmal einen schönen Montagabend. Bleibt gesund!
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