Moritz Heyer geht - ein neuer Außenstürmer ist da
Es passiert doch noch etwas. Kurz vor dem Ende der Transferperiode gab es heute gleich drei Personalien. Moritz Heyer verlässt den Hamburger SV und wechselt innerhalb der 2.…

Es passiert doch noch etwas. Kurz vor dem Ende der Transferperiode gab es heute gleich drei Personalien. Moritz Heyer verlässt den Hamburger SV und wechselt innerhalb der 2. Fußball-Bundesliga zu Aufstiegskonkurrent Fortuna Düsseldorf mit Ex-Trainer Daniel Thioune, der Heyer seinerzeit auch mit zum HSV gelotst hatte. Wie die Rheinländer mitteilten, hat der 29 Jahre alte Verteidiger seinen Vertrag beim HSV aufgelöst und wechselt ablösefrei vom Spitzenreiter zum Tabellen-Siebten.
Bei der Fortuna trifft Heyer auf seinen Ex-Trainer: „Daniel Thioune kenne ich aus gemeinsamen Zeiten in Hamburg und Osnabrück. Der Kontakt zwischen uns ist nie wirklich abgerissen. Das war auch ein Punkt, der es mir extrem leicht gemacht hat, hier herzuwechseln.“ Für den HSV bestritt Heyer 126 Pflichtspiele und galt als Allrounder, was erst einmal positiv klingt. De facto wurde ihm das aber zum Verhängnis, da man ihm im Gegenzug auf keiner Position als Spezialisten ansah.
Heyer wechselt ablösefrei nach Düsseldorf - geht auch Perrin
Auch nicht auf der Position des Innenverteidigers, die Heyer mehrfach spielen musste. Deshalb verpflichtete der HSV im Sommer Lucas Perrin, den wir hier schon vor der Unterschrift zusammen mit unserem Datenanalysten Mats Beckmann analysierten und ihn damals schon für nicht geeignet beurteilten. Ein halbes Jahr und drei sieglose Startelfeinsätze später ist erst einmal wieder Schluss für den Franzosen in Hamburg – zumindest deutet sich das an. Dem Vernehmen nach sollen sich zwei belgische Erstligisten um ein Leihgeschäft bemühen.

Wobei die erste belgische Liga für den HSV auch aus anderer Sicht sehr interessant zu sein scheint. Der HSV hat seinen Ersatz für den am Sprunggelenk verletzten Flügelstürmer Bakery Jatta gefunden. Vom belgischen Erstligisten KVC Westerlo kommt der 20-jährige Adedire Mebude auf Leihbasis bis Saisonende. Was der Spieler kann, lässt sich schwerlich sagen. Sicher ist, dass der schottische U21-Nationalspieler in der Jugend von Manchester City ausgebildet wurde, dort sogar unter Pep Guardiola trainieren durfte, und 2023 nach Belgien wechselte. In der laufenden Spielzeit erzielte er bei 17 Erstligaeinsätzen für Westerlo zwei Tore und bereitete einen weiteren Treffer vor. Zudem kommt der Spieler vor allem über seine Schnelligkeit gepaart mit einer vernünftigen in Technik für Eins-gegen-Eins-Situationen. Ich bin gespannt, ob das die erhoffte Verstärkung wird.
Dass die HSV-Verantwortlichen überzeugt sind, liegt in der Natur der Sache. „Mit der Leihe von Adedire Mebude können wir die Kernkompetenzen auf dieser Position ersetzen, zudem sehen wir in ihm großes Entwicklungspotenzial“, erklärt Sportvorstand Stefan Kuntz, und Direktor Sport Claus Costa ergänzt: „Adedire ist mit seiner Explosivität und Schnelligkeit sowie seinen Stärken im Umschaltspiel und seinen Tiefenläufen ein Spieler, der uns in vielen Spielphasen helfen kann und unsere anderen Flügelprofile ideal ergänzt.“
Der junge Außenstürmer „Dire“ soll Tempo machen
Der Spieler selbst würde am liebsten schon am Sonntag gegen Hannover 96 sein Debüt für den HSV feiern. „Ich bin sehr glücklich, jetzt ein Teil des HSV zu sein und dieses Stadion, für das ich kaum Worte finde, nun mein Zuhause nennen zu dürfen“, sagt „Dire“, wie er gerufen wird. „In einem Heimspiel hoffentlich mein Debüt geben zu können, das wäre fantastisch.“ Welche Qualitäten er mitbringt und wie er dem HSV helfen möchte? „Dire“ ist noch zurückhaltend: „Ich möchte immer meine Mitspieler in Position bringen und den Fans Freude bereiten, darum geht es. Und darum, dass der HSV sein großes Ziel erreicht. Dazu möchte ich meinen Teil beitragen und dafür mein Bestes geben.“
Herzlich Willkommen, Adedire!
Dass man sich parallel hierzu jetzt offenbar gegen eine Verpflichtung eines weiteren Stürmers entschieden hat, das hat einen sehr erfreulichen Grund: Davie Selke, der ebenso wie Bakery Jatta frisch und erfolgreich operiert worden ist, soll schon binnen zwei Wochen wieder voll einsteigen und spielen können. Zumindest ist das sein Wunsch - und wohl auch der Plan des HSV. Helfen soll dabei eine bereits in Auftrag gegebene spezielle Maske, die Selke so lange tragen soll, bis der Jochbeinbruch komplett verheilt ist. Bis dahin wird Ransford Königsdörffer, in der laufenden Saison mit neun Treffern nur zwei Tore hinter Selke, den verletzten Angreifer im Sturmzentrum ersetzen. Mit dem jungen Otto Stange als Backup.
Kein Selke-Ersatz, stattdessen Hoffnung auf schnelles Comeback
Schwieriger zu ersetzen ist aus meiner Sicht die Position hinten links in der Viererkette, wo Miro Muheim ob seiner fünften gelben Karte gegen Hannover 96 am Sonntag gesperrt fehlen wird. Hier läuft es darauf hinaus, das Silvan Hefti seine Chance bekommt. Ein Spieler, der zuletzt zweimal nur für wenige Minuten in der Schlussphase eingewechselt wurde. Inwieweit ja matchfähig ist und den stabilen Muheim ersetzen kann, vermag ich nicht zu sagen. Aber zugegeben: hier hoffe ich mehr darauf, dass er es hinbekommt, als dass ich davon überzeugt bin. Aber das soll nichts bedeuten, im Gegenteil: Ich würde mich sehr freuen, wenn ich mich hier irre.
In diesem Sinne, Euch allen noch einen schönen Abend und nach dem Willkommensgruß an Abedire Mebude geht auch noch ein ganz besonders herzlicher Gruß raus an Mo Heyer, den ich persönlich nicht abgegeben hätte. Aber, es ist jetzt so und wir wünschen Mo alles erdenklich Gute bei der Fortuna, solange diese hinter dem HSV bleibt…
Also: Mach‘s gut, Mo Heyer!
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