Analyse

Mit Mut nach Leipzig: HSV trotzt Widrigkeiten und zeigt Geschlossenheit

Der HSV reist mit Respekt, aber auch mit wachsendem Selbstbewusstsein nach Leipzig. Drei Spiele in Folge ist der Aufsteiger ungeschlagen – und Cheftrainer Merlin Polzin hat…

Mit Mut nach Leipzig: HSV trotzt Widrigkeiten und zeigt Geschlossenheit

Der HSV reist mit Respekt, aber auch mit wachsendem Selbstbewusstsein nach Leipzig. Drei Spiele in Folge ist der Aufsteiger ungeschlagen – und Cheftrainer Merlin Polzin hat seiner jungen Mannschaft in den vergangenen Wochen sichtbar Stabilität und Überzeugung eingeimpft. Nun wartet mit RB Leipzig eine Topmannschaft der Liga, doch Angst? Fehlanzeige. „Wir wissen, was auf uns zukommt, aber wir wissen auch, was wir können“, sagte Polzin vor dem Duell am Sonn Sonnabend.

Mut macht dem HSV dabei nicht nur die eigene Entwicklung, sondern auch die Geschlossenheit, die sich quer durch den ganzen Verein zieht. Am Donnerstag traten Männer- und Frauentrainer gemeinsam vor die Presse – Seite an Seite, mit klarer Botschaft: Der HSV ist ein Club, der zusammenhält. Liése Brancão, Trainerin der HSV-Frauen, die zeitgleich im Volkspark gegen Carl Zeiss Jena spielen, brachte es auf den Punkt: „Cool ist das nicht, dass wir parallel spielen müssen. Aber wir stehen füreinander ein.“

Diese Haltung zieht sich bis zur Bundesliga-Mannschaft. Polzin, selbst erst 34, lebt Teamgeist vor. Sogar bei seinem Kapitän Yussuf Poulsen, für den die Partie gegen seinen langjährigen Ex-Club emotional besonders ist, setzt der Trainer auf Vertrauen und gemeinsames Arbeiten. „Yussi hat natürlich viel zu erzählen, er kennt RB in- und auswendig. Und wir hören zu – weil er seinen Jungs helfen will“, erklärte Polzin. Poulsen wird nach überstandenen Oberschenkelproblemen wohl zunächst auf der Bank sitzen, ist aber als Joker eine Option. Immerhin....

Während Leipzigs neuer Trainer Ole Werner von einer „Topmannschaft der Liga“ spricht, die sich nach dem Fehlstart längst gefangen habe, sieht Polzin in seiner Elf ein Team, das „in der Liga angekommen“ ist. Acht Punkte aus sechs Spielen, zuletzt zwei überzeugende Heimsiege gegen Heidenheim (2:1) und Mainz (4:0) – der Trend zeigt klar nach oben.

Sorgen macht dem Coach einzig Giorgi Gocholeishvili, der sich beim Training am Kopf verletzte. Auch Daniel Peretz, Israels Nationaltorwart, sorgte jüngst für Schlagzeilen – doch Polzin bremst jede Unruhe. „Daniel verhält sich im Training absolut vorbildlich“, stellte der Coach klar. Im Tor steht in Leipzig erneut Daniel Heuer Fernandes.

Und während bei den HSV-Frauen Abwehrspielerin Sophie Profé nach einer Fußverletzung wohl länger ausfällt, bleibt die Stimmung insgesamt optimistisch. Brancão setzt auf Larissa Haidner im Tor und glaubt an den ersten Heimsieg im Volkspark.

So reisen die HSV-Teams in verschiedene Richtungen, aber mit derselben Haltung: als Einheit. Es ist diese neue, ruhige Entschlossenheit, die beim HSV derzeit wächst – und die selbst vor großen Namen nicht Halt macht. „Wir wollen Leipzig alles abverlangen“, sagt Polzin. Wenn seine Mannschaft so mutig auftritt, wie sie zuletzt gespielt hat, dann darf sie das auch.

Bis morgen! Da meldet sich Tom wieder bei Euch!
Scholle

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