Spielbericht

Mit knapp 20.000 „Jungs und Mädels“ ins Spitzenspiel

Wenn man wissen will, welche Bedeutung das Spiel am Freitag bei Fortuna Düsseldorf hat, muss man eigentlich nur einmal bei der Fortuna vorbeifahren und genauer hinhören. „Wenn…

Mit knapp 20.000 „Jungs und Mädels“ ins Spitzenspiel

Wenn man wissen will, welche Bedeutung das Spiel am Freitag bei Fortuna Düsseldorf hat, muss man eigentlich nur einmal bei der Fortuna vorbeifahren und genauer hinhören. „Wenn wir in dieser Saison nochmal den Finger heben wollen, dann ist es wichtig, dieses Spiel zu gewinnen“, sagte Trainer Daniel Thioune vor dem Spiel am Freitag (18.30 Uhr/Sky) in der mit 51.200 Zuschauern erstmals seit 2019 wieder restlos ausverkauften Merkur-Spiel Arena. Die Fortuna hat nach dem 5:2 in Rostock als Vierter sieben Punkte Rückstand auf den HSV und könnte diesen auf vier Zähler verkürzen.

Die Pressekonferenz mit Tim Walter

Dabei kann sich der HSV beim nächsten Auswärtsspiel bei Fortuna Düsseldorf voll auf seine Fans verlassen. Bis zu 17.000 HSV-Anhänger, so heißt es, werden in der Merkur-Spiel-Arena erwartet. Ich hatte sogar von 20.000 HSV-Fans gehört, die in einer Sternfahrt in die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt reisen wollen. Anlass ist neben dem Spitzenspiel vor allem der 30. Geburtstag des Supporters Clubs (Herzlichen Glückwunsch auch von dieser Seite!). „Es gibt uns einfach einen Schub.“ Die „Jungs und Mädels“, so nennt Walter die eigenen Fans, dürfen sich erneut auf ein Spektakel freuen. Glaubt der HSV-Coach. „Das ist das, was das Ganze ausmacht. Und darum sind sie da und unterstützen uns letztlich.“

Fehlen wird bei diesem Spektakel zweier offensiv ausgerichteter Teams erneut Sebastian Schonlau. Leider. Der Kapitän, der sich im ersten Spiel nach seiner Verletzung gegen Kiel gleich die fünfte Gelbe Karte eingehandelt hatte, wird sicher erneut schwer zu ersetzen sein. Auch wenn Walter heute Optimismus zu versprühen versuchte: „Wir werden das hinkriegen im Verbund.“

Aber okay, was soll er auch sagen? Der Trainer vertraut seinen anderen Spielern. Zumindest öffentlich. Wobei er hierfür auch gar keine andere Wahl hat. Das Testspiel gegen Braunschweig vergangene Woche indes dürfte ihn nicht allzu optimistisch gestimmt haben. Dennoch beteuert er: „Das Entscheidende ist, dass man von dem überzeugt ist, was man hat.“ Und obwohl ich es bezogen auf die Viererkette nicht bin, gibt sich Walter so. Zweckoptimismus, der sich hoffentlich in positive Energie für die Spieler auswirkt, die hier gemeint sind. Voraussichtlich Montero und David.

Zurück sind dafür die Nationalspieler von ihren Länderspielreisen in den vergangenen anderthalb Wochen. Und das zum Glück unverletzt, wobei Noah Katterbach heute im Training noch fehlte, weil er gestern noch für die U21-Auswahl gegen Rumänien gespielt hatte. Und während viele Trainer über Länderspielpausen klagen, stören Walter die Abstellungen seiner Spieler für ihre jeweiligen Nationalmannschaften nicht. Im Gegenteil: „Ich weiß nicht, wann der HSV das letzte Mal neun Nationalspieler hatte. Das ist für die Spieler ein schönes Erlebnis.“ Selbst Ransford Königsdörffer, der 15.000 Flugkilometer in den Knochen hat, ohne dabei eine einzige Spielminute für Ghana bekommen zu haben.  Walter weiter: „Und mit der Euphorie kommen sie zurück. Die haben total Bock, haben total Freude, für diesen Verein zu spielen.“

Und während der HSV aus den letzten beiden Spielen nur einen Punkt holte und so vom zweiten Rang auf den Aufstiegsrelegationsplatz drei rutschte, haben die Fortuna samt Ex-HSV-Coach Thioune hat vor dem 26. Spieltag als Vierter immerhin noch sieben Zähler Rückstand.  „Mittlerweile ist Düsseldorf ein gefestigter Zweitligist. Mit großen Ambitionen. Ich glaube, sie sind momentan extrem in Lauer-Stellung. Ich weiß ziemlich sicher, dass sie angriffslustig sind und ihre Chancen durchaus wittern“, sagt HSV-Sportdirektor Daniel Costa. Der ehemalige Mittelfeldspieler absolviert von 2006 bis 2011 ganze 188 Partien für Fortuna Düsseldorf.  Für Costa ist klar, dass es „ein spannendes Spiel“ wird am Freitag in der Merkur-Spielarena.

Fehlen werden den Gastgebern die Mittelfeldspieler Jorrit Hendrix und Elione Fernandes Neto sowie Ersatztorwart Raphael Wolf. Bei Innenverteidiger André Hoffmann, der schon als fixer Ausfall gehandelt worden war und die Fortuna in etwa so treffen würde wie Schonlaus Ausfall den HSV, besteht noch Hoffnung auf einen Einsatz. „Es gehört zum Trainerleben, dass man mit Ausfällen umgehen muss“, sagte Thioune, der aber wohl wieder auf Toptorjäger Dawid Kownacki, zurückgreifen kann. Thioune: „Das Spiel hat eine immense Bedeutung. Es ist das erste Mal seit 2019, dass wir ein ausverkauftes Stadion haben. Wir haben uns Kredit erspielt in den letzten Wochen.“

Gemeint sind vier Spiele ohne Niederlage, die die Fortuna derzeit vorzuweisen hat. Gegen den HSV plant Thioune, flexibel zu agieren. Der ehemalige HSV-Trainer kennt das HSV-System, wie alle anderen Zweitligisten inzwischen auch. Er wisse um den Ballbesitzfußball und wolle dementsprechend „risikobewusst in das Spiel“ gehen. Thioune: „Wir haben fünf, sechs Offensivkräfte, die im Zentrum spielen können. Ich freue mich, dass ich in jeder Phase des Spiels reagieren und Veränderungen vornehmen kann. Wir müssen schauen, was zum HSV passt.“

Sicher ist, dass das Spiel in Düsseldorf für den HSV ein Fingerzeig für die nächsten Wochen wird. Wie wahrscheinlich alle Spiele in dieser Saisonphase. Allerdings braucht der HSV dringend einen Dreier, um an Tabellenführer Darmstadt sowie Heidenheim als Zweiten dranzubleiben. Darmstadt muss ebenfalls am Freitag ran in Nürnberg, während Heidenheim beim FC Kaiserslautern das Samstagabendspiel.

Und wir werden am Freitag wieder von der Auswärtscouch aus vom Spiel berichten.

In diesem Sinne, Euch allen einen schönen Mittwochabend!

Scholle 

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