Meißner und Onana fallen aus - so ist Schalke zu bezwingen
So ein sch… Saisonbeginn für zwei Youngster des HSV. Denn der muss für längere Zeit ohne Robin Meißner auskommen. Der 21 Jahre alte Stürmer hat sich im Training einen…

So ein sch… Saisonbeginn für zwei Youngster des HSV. Denn der muss für längere Zeit ohne Robin Meißner auskommen. Der 21 Jahre alte Stürmer hat sich im Training einen Innenbandanriss im rechten Knie zugezogen. Meißner, der in den letzten drei Punktspielen der vergangenen Saison durch drei Tore auf sich aufmerksam gemacht hatte, war Anfang der Woche während einer Einheit am Volksparkstadion bei einem Zweikampf im Rasen hängen geblieben und hatte hinterher über Schmerzen geklagt. Eine MRT-Untersuchung gab nun Aufschluss über die Schwere der Verletzung und die Zwangspause für Meißner. Ob auch Amadou Onana länger ausfällt, blieb dagegen noch offen. Der 19 Jahre alte defensive Mittelfeldakteur aus Belgien musste die Abschlusseinheit heute abbrechen und verließ den Platz mit einem bandagierten rechten Knie.
Ärgerlich, wobei ich bei Onana ein unbestätigtes, aber schlechtes Bauchgefühl habe. Ich befürchte, dass der Defensive Mittelfeldspieler seine Zeit beim HSV gern beenden würde – Stand jetzt. Zum einen, weil der HSV ihm klargemacht hatte, dass man ihm im Falle eines passenden Angebotes keine Steine in den Weg legen würde. Zum anderen, weil er eh nicht erste Wahl ist derzeit. Letzteres ist allerdings angesichts seiner Corona-Zwangspause zuletzt nicht wirklich unerwartet… Aber, wie so vieles zuletzt ist auch das Spekulation. Mir war einzig Onanas Auftreten zuletzt auf dem Platz ein wenig so vorgekommen, als wäre er unzufrieden.
Und weil ich auf dieses Spekulieren so gar keinen Bock mehr habe, halte ich mich lieber an die Fakten. Und die sehen auch die Ausfälle von Josha Vagnoman und Sonny Kittel vor, die beide heute noch individuell trainierten, während Jeremy Dudziak sogar noch gar nicht dabei war. Fünf bittere Ausfälle also gleich zu Beginn gegen die vermeintlich stärkste Mannschaft der Liga. Oder nicht?
Um bei den Fakten zu bleiben, habe ich von unserem Blogfreund Mats heute noch so einige zugeschickt bekommen, was den HSV-Gegner betrifft. Da ihm heute die Zeit fehlte, diese in einen Text zu gießen, werde ich das übernehmen. Dafür schon einmal vielen Dank an Mats und das gesamte Team von CREATEFOOTBALL stammen. Dafür an dieser Stelle schon einmal vielen Dank!
Schalke 04 im Faktencheck:
Beide Testspiele aus 2021-2022 wurden in einer 3-5-2 Formation gespielt, es resultierten zwei 0:0-Unentschieden gegen Zenit und Shakthar Donezk daraus. In beiden Spielen hatte S04 deutlich weniger Ballbesitz als der Gegner (rund 40%), was angesichts des Klasseunterschiedes nicht unerwartet war. Dennoch ließ man in beiden Spielen keinen einzigen Konterangriff zu. Eine verbesserte Konterabsicherung war wohl auch das Hauptaugenmerk. Gegen Zenit hätte Schalke objektiv betrachtet sogar gewinnen müssen.
Gegen Donezk gab es ein Spiel ohne nennenswerte Chancen, die Torwahrscheinlichkeit lag bei beiden Teams nur bei rund 0.3. Schalke hatte dafür 10 „Deep completed passes“, das sind ungewöhnlich viele. Wobei Donezk dem HSV durchaus als Beispiel dafür dienen kann, wie man effektiv das Schalke-Spiel nicht nur stören, sondern auch weitgehend chancenlos machen kann. Denn es gelang dem Champions-League-Teilnehmer, die Passquote der Schalker ins letzte Drittel gering zu halten (57.5%).
Angesichts des durchaus riskant-offensiv ausgelegten HSV-Spiels, das schon Basel zu Kontern einlud, scheint der HSV dem FC Schalke potenziell zu liegen. Andererseits wissen auch die HSV-Analysten wie auch Trainer Tim Walter um die oben genannten Zahlen und Kennzeichen im Schalke-Spiel, das unter Grammozis deutlich passiver geworden ist, wie die folgenden vergleichenden Kennzahlen verdeutlichen:
Schalke hatte 20/21 unter Grammozis im Vergleich zu dem Saisonpart vor Grammozis vs. Schalke 20/21 vor Grammozis weniger Schüsse (6 gegenüber 8.3 vorher). Man agierte erkennbar zurückhaltender und ließ die Gegner kommen, was sich in weniger Ballbesitz (42.8% gegenüber 45.7%) sowie in weniger gespielten Pässen (346 statt 373) wiederspiegelte. Dass darunter entsprechend auch das Offensivspiel in Form von weniger Flanken (die dazu prozentual auch noch ungenauer kamen) litt – erklärbar. Aber eben auch genauso kennzeichnend wie der gestiegene Wert an gewonnenen Defensivzweikämpfen und vor allem: Mehr Punkten.
Dass das alles nicht rein zufällig ist, sondern durchaus auch mit der Personalie Grammozis zusammenhängt, machen dessen Daten aus der Vorsaison deutlich, wo er als Cheftrainer des SV Darmstadt 98 sehr erfolgreich agierte. Auch hier hatte man auffällig wenig Ballbesitz (46,9%) und den höchsten PPDA-Wert der Liga. Das heißt, keine andere Mannschaft ließ dem Gegner so viel Platz und setzte auf Abwehrpressing (nur drei Mannschaften bekamen mehr Gegentore) wie Darmstadt unter Grammozis.
Fakt ist aber auch, dass Schalke letzte Saison in der Ersten Liga ebenso wie Darmstadt in der Saison zuvor in der Zweiten Liga zu den Teams zählte, die nicht von vornherein Favorit waren. In dieser Saison wird Schalke einen Großteil der 34 Spieltage auf Gegner treffen, die sie kommen lassen und nicht selten vor dem Anpfiff wahrscheinlich mit einem Punkt zufrieden wären. Von daher bin ich gespannt, wie Grammozis diese Schere hinbekommt. Wobei ich noch gespannter darauf bin, wie der HSV diese Werte taktisch ins eigene Spiel einfließen lässt. In Sachen Startelf gehe ich davon aus, dass die Startelf aus dem Spiel gegen den FC Basel aufläuft. Und die sah so aus:
Heuer Fernandes, Gyamerah, Schonlau, David, Leibold, Meffert, Kinsombi, Reis, Wintzheimer, Jatta, Glatzel.
Hierbei wurde in den Halbzeiten zwischen einem 4-4-2- und einem 4-3-3-System variiert, wobei ich den HSV im 4-4-2-System stärker sehe. Ich hoffe, dass der HSV nicht den Fehler macht und Grammozis mit Offensivpressing in die Karten spielt. Aber das werden wir morgen sehen – dann hoffentlich zusammen. Denn wir werden hier wieder mit der Auswärtscouch beginnen. Diesmal sind wir zu fünft, da zwei aus unserem Team berufs- bzw. urlaubsbedingt nicht dabei sein können und unser Special Guest in der Berichterstattung für den WDR vom Hochwasser live vor Ort berichtet – und das mit einer sensationellen Empathie hinbekommt, wie ich finde: mein Freund Christian Hoch. Eigentlich wollte er übers Wochenende nach Hamburg zu Besuch kommen – aber sich im Hochwassergebiet verdient zu machen, ist zweifellos wichtiger.
Nichtsdestotrotz werden wir morgen Abend ab 20 Uhr live über unseren Youtube-Kanal „MoinVolkspark“ bei Euch sein und hoffen, dass wir zusammen den/die ersten Punkte zu feiern haben.
In diesem Sinne, bis morgen!
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