Meffert ist für diesen HSV unentbehrlich - oder?
Der nächste Talk mit Cornelius steht für nächsten Dienstag an, wenn er aus dem Urlaub zurück ist. Und stattdessen wollte ich in dieser Woche mal wieder einen Communitytalk…

Der nächste Talk mit Cornelius steht für nächsten Dienstag an, wenn er aus dem Urlaub zurück ist. Und stattdessen wollte ich in dieser Woche mal wieder einen Communitytalk aufnehmen. Im Ergebnis habe ich einen Kompromiss gemacht und mir heute einen Post aus dem Forum herausgepickt und ihn etwas ausführlicher beantwortet, wie, er sich um ein Thema dreht, das hier immer wieder aufkommt: Jonas Meffert. Ein Spieler, den ich im internen Ranking ganz weit oben ansiedele, der aber hier im Forum eher weniger gut gelitten ist. Aber lest selbst, was „InLike Flynn“ (festgedrücktes) geschrieben hat und was ich dazu antworte:
Moin Scholle, Jatta und Dompé hast du zurecht abgefrühstückt (wobei ich RYK und Öztunali fast noch schlimmer fand – Seelerenkel ist kein Freifahrtschein für defensive Arbeitsverweigerung),
Das sehe ich sehr ähnlich. Königsdörffer und Öztunali waren völlig wirkungslos und haben das Offensivspieler mit schlechten Laufwegen eher behindert als beflügelt. Dompé durchgehend und Jatta teilweise haben wenigstens diese Wege gemacht, sie dann aber im Abschluss fahrlässig vergeben. Dieser Chancenwucher war wie eine Reihe vergebener Matchbälle, teilweise sogar wie Elfmeter ohne Torwart. Und letztlich war dieser Chancenwucher ein ganz wesentlicher Faktor, weshalb der HSV nicht sechs, sondern nur vier Punkte auf dem Konto hat.
aber: Warum wieder kein einziges Wort zum „Meffo“? Das ist seit Monaten ganz dünn, was der Junge anbietet- auf einer nicht sooo unwichtigen Position.
Abgesehen von einigen Ausnahmen will und werde ich Dir in diesem Punkt widersprechen. Gegen den KSC stimme ich Dir für den ballaktiven Part zu. Sobald Meffert am Ball war, wurde es langsam. Er spielte zwar 89 Prozent ankommende Pässe, aber er verschleppte immer wieder mögliches Tempo. Zum einen, weil er selbst zu gedankenlahm war, zum anderen, weil er vorn einfach keinen Anspielpunkt hatte, da neben den beiden Außen auch Pherai einen schwachen Tag erwischte. Was Meffert aber auch in diesem Spiel wieder gut machte und was ihn für mich unentbehrlich macht in der Zweiten Liga, war sein Stellungsspiel. Meffert ist eben nicht der balltreibende Spieler, sondern der „Cleaner“. Er macht Lücken zu, bügelt Fehler seiner Mitspieler auf und er organisiert das Mittelfeld. Mal schlechter (wie in Karlsruhe), aber zumeist sehr gut. Dass der HSV ohne ihn kaum gewinnt, hat definitiv seine Ursache in seinem Spiel.
Nebenbei lässt er mit seinem pomadigen, schlafmützigen Spiel (über die Mittellinie kommt er zum Glück kaum, dort würde er nur Gegners nächsten Konter einleiten) auch die Kette noch schlechter aussehen, als sie ohnehin schon ist.
Das kommt vor, definitiv. Wie bei jedem Spieler. Auch Meffert hat schlechte Tage – wie in Karlsruhe. Aber Deine pauschale Beurteilung entspricht einfach nicht den Fakten.
Was im Übrigen die Leistung von Ambrosius in HZ 2 nochmals bemerkenswerter macht: er weiß genau, wann er rausrücken muss, um Torheiten des Meffo oder des selbst mit der Morgentoilette überforderten Heyer auszubügeln.
Ambrosius ist ein reiner Abräumer, ein so genannter Vorstopper, wenn Du das auch no9ch kennst. Er hat im direkten Zweikampf seine Stärken, aber eher nicht im Antizipieren. Das wiederum kann Sebastian Schonlau außergewöhnlich gut (bitte immer bedenken: ALLES relativ gesehen zum Zweitliganiveau), daher stimme ich Dir zu, dass sich diese beiden sehr gut ergänzen könnten.
Ambrosius und Schonlau wären ein starkes, komplementäres IV-Duo.
Korrekt!
Hadzikadunic und Ramos werden dennoch auf ihre Einsätze kommen – die Saison ist lang.
Ebenfalls korrekt. Aber GENAU DAS macht mir Angst, da beide keine Abwehrchefs sind und beide zuletzt Schwächen offenbarten, die der jeweils andere eben nicht kompensieren kann. Mir fehlen beim HSV in der Innenverteidigung die Faktoren Sprinttempo und Antizipation. Letzteres ist enorm wichtig, weshalb ein Schonlau trotz seiner offensichtlichen Sprintschwäche so unentbehrlich macht. Ehrlich gesagt bringt sogar nur Schonlau das Maß an Antizipation mit, das ein Abwehrchef braucht. Und: Einen Abwehrchef braucht jedes Team! Problem beim HSV: Schonlau fällt weiterhin aus.
Aber wenn Ambrosius nicht endlich die verdiente Wertschätzung erfährt, kann ich Walter noch weniger ernst nehmen als ohnehin schon.
Da bin ich komplett bei Dir. Ihn nach der Vorgeschichte wieder ins Team zu integrieren, war eine stabile Leistung von Walter und seinem Team. Ambrosius hatte das Vertrauen in Walter letzte Saison komplett verloren, da dieser absolut nichts mit hm anfangen konnte. Ambrosius erlebte seinerzeit in ungefähr das, was jetzt Jonas David erfährt. Dass Ambrosius dann aber nach dem Schalke-Sieg für Hadzikadunic raus rotiert ist, obgleich der Neuzugang erst wenige Tage zuvor wieder mittrainieren konnte, dürfte Ambrosius seinen Stellenwert wieder relativieren lassen. Und der HSV wird Ambrosius noch brauchen, glaube ich…
Aber jetzt hätte ich gerne mal eine Meinung zum „Meffo“.
Ich halte Meffert weiterhin für einen der spielintelligentesten HSVer. Ich sehe ihn in der Zweiten Liga als Führungsspieler – und für die Erste Liga als zu langsam. Selbst jetzt hat Meffert am Ball Tempodefizite, die er mit seinem sehr guten Stellungsspiel wieder ausgleichen kann. So ist er für diesen HSV aktuell noch unentbehrlich, was auch die krasse Bilanz der Spiele mit vs. die Spiele ohne Meffert erkennbar wird. Letztlich ist der Wert eines Spielers für seine Mannschaft nicht allein an seinen Ballaktionen zu bemessen, sondern auf seine Gesamtwirkung. Und hier ist Meffert – trotz vorkommender schwacher Partien wie zuletzt – aus meiner Sicht noch unentbehrlich.
Ich hoffe, das reicht Dir so weit als Antwort.
Übrigens: Auch heute konnte Sebastian Schonlau noch nicht mit der Mannschaft mittrainieren. Der Kapitän übte individuell. Ebenso wie Ludovit Reis, dessen Einsatz sich wohl auch noch eine Weile verzögert.
Euch allen eine gute Nacht!
Scholle
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