Analyse

Matchday! Was dürfen wir vom HSV heute erwarten?

Heute ist Matchday! Und wie die allermeisten von Euch habe auch ich mächtig Bock darauf. Deshalb werde ich auch hier jetzt nicht auf Klaus Michael Kühne eingehen, sondern auf…

Matchday! Was dürfen wir vom HSV heute erwarten?

Heute ist Matchday! Und wie die allermeisten von Euch habe auch ich mächtig Bock darauf. Deshalb werde ich auch hier jetzt nicht auf Klaus Michael Kühne eingehen, sondern auf den Fußball bzw. einen Kommentar von Euch, der sich mit Fußball (im weitesten Sinne) beschäftigt hat. Diesmal ist es „Bahrenfelder“, der sich mit Worten an mich gewendet hat, die ich gern kommentiere. Sein Post im fettgedruckten, meine Reaktion darunter:

Neun Punkte bis zur Winterpause sind das Ziel hat TW in der PK nicht gesagt. Er hat wieder mal darauf hingewiesen, dass das nächste Spiel (Regensburg) das wichtigste ist.

In keiner Zeile – weder im Text noch in der Überschrift – ist von mir der Zusammenhang hergestellt worden, dass mein Titel ein Zitat des Trainers ist. Vielmehr ist es schlichtweg logisch, dieses Ziel zu haben. Ich behaupte sogar, das haben alle 18 Zweitligateams vor diesem Spieltag gehabt. Bei dem einen Team ist es sicher etwas realistischer als bei dem anderen – aber dieses Ziel haben alle. Auch der HSV, den ich wiederum (auch im Text erklärend) zu den Teams zähle, die dieses Ziel als realistisch bezeichnen dürfen. Meine Begründung dafür habe ich im Text mehr als deutlich beschrieben. Denn der HSV braucht diese neun Punkte, wenn er den Anschluss an die Tabellenspitze halten will. Siehe Darmstadt… 

Neun Punkte bis zur Winterpause sind das Ziel mit einem TW als Hintergrund erzeugen somit einen völlig falschen Eindruck.

Aha. Das ist allerdings zuallererst einmal Deine Interpretation. Abgesehen davon, dass Walter als HSV-Trainer gefühlt jede Woche einmal auf dem Titelfoto erscheint, eine Frage: Hätte ich hinter der Zeile lieber einen HSV-Fan zeigen sollen? Oder das Stadion? Oder Kühne? Oder einfach ein schönes Landschaftsbild? Ganz im Ernst: Für Deine Interpretation kann ich nichts. Für mich ist Walter der Kopf der Mannschaft, die eben diese neun Punkte MEINER Meinung nach als Ziel haben sollte.

Übrigens: Genau diese Interpretation aus Deinem Kommentar kann ich nur sehr bedingt ernst nehmen, da du wie viele andere im Nachgang bei einer Niederlage gegen Regensburg, Fürth oder Sandhausen davon sprechen wirst, dass das ja nicht der Anspruch des HSV sein dürfte. Was also ist der Anspruch? Und was ist falsch daran, diese Neun Punkte für die letzten drei Spiele bis zur Winterpause als Ziel zu setzen – ohne sie auch nur mit einem Wort als „erwartungsgemäß“ darzustellen. Im Gegenteil, ich schreibe sogar, wie schwer schon das Spiel gegen Regensburg würde und das drei Siege keine Selbstverständlichkeit sind. Oder anders formuliert: Du selbst akzeptierst Niederlagen gegen Rostock und Co. selbst nicht – was genau abgesehen von Siegen akzeptierst Du im Umkehrschluss also?

Nein, so einseitig funktioniert das wirklich nicht Bahrenfelder. Zumal ich schreibe, dass diese neun Punkte nur „das Ziel“ sind. Du erwartest wie sehr, sehr viele andere auch fast 34 Siege, zumindest gemessen an Deiner Reaktion auf Niederlagen. Und noch mal: Auch das ist normal als Fan, der an seine Mannschaft glaubt.

Aber okay, in solchen Kommentaren steckt ein Stück weit dessen, was Außenstehende von „schwarz-weiß“-denkenden HSVern sprechen lässt. Selbst bei Siegen jubeln - und die Mannschaft unmittelbar darauf bei Niederlagen verdammen. Dazu kommt dann natürlich, dass man sich über die „bösen Medien“ echauffiert, weil diese den HSV kritisieren und eh an allem Schuld sind. Womit wir gleich zu dem Populismus kommen, den ich in Deinem Kommentar kritisieren möchte:


Journalismus in Reinkultur – wir müssen ja später auch noch was zu schreiben haben.

Ich habe immer etwas zu schreiben. Und dabei gehöre ich nicht zu denen, die sagen: „Der HSV liefert ja auch immer Schlagzeilen“. Diese liefert auch jeder andere Klub. Problem ist in diesem Fall, dass Du Deine Interpretation als einzig richtige siehst - oder vielleicht sogar tatsächlich glaubst, dass Journalismus so funktioniert. Dabei ist ja schon die Frage zu stellen: Was genau ist denn Journalismus? Meinst Du wirklich, dass alle Medien gleichgestellt sind und sich ggf. sogar noch abstimmen? Das kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen. Und Journalismus funktioniert so auch nicht. Nicht mal ansatzweise. Es arbeiten alle unterschiedlich, wie in vielen Themen zu erkennen ist.

Auch ich hier unterscheide mich zu meiner Zeit beim Hamburger Abendblatt maximal. Weil ich hier als einzelne Person in einem ganz anderen Format schreibe. Ich lasse hier alle sachlich-orientierte Meinungen zu, meistens sogar unkommentiert, wie Du sicher bestätigen kannst. Diesmal reagiere ich auf Deinen Post, weil ich dieses „Mit dem Finger auf die anderen zeigen“-Prinzip nicht hinnehmen will. Denn völlig losgelöst davon, dass es als Journalist nun mal meine Aufgabe ist, Ist-Zustände in schönen wie schlechten Tagen korrekt zu beschreiben, darf ich mir in diesem Blog zusätzlich noch eine eigene Meinung/Wertung der Sachstände erlauben, weil ein persönlicher Blog eben diesen Kommentarstatus innehat. In Zeitungen müssen solche Artikel mit „Kommentar“ gekennzeichnet werden. Und: Genau deswegen schreibe ich diesen Blog übrigens. 

Bezogen auf meine Überschrift und vor allem auf den Inhalt des Blogs bedeutet das wiederum, dass ich glaube, der HSV kann diese neun Punkte realistisch holen. Solltest Du da anderer Meinung sein, ist das für mich überhaupt kein Problem. Dann schreibe das gern so auf. Aber bitte hör auf, künstlich Drama zu erzeugen oder gar anzuklagen. Denn das steckt wirklich in keiner einzigen Zeile des von Dir kommentierten Blogbeitrages drin. Ganz im Gegenteil…

Trotzdem noch einmal vielen Dank insbesondere an Bahrenfelder aber eben auch an alle anderen, die hier so fleißig diskutieren. Darum geht’s hier. Und da ich leider nicht auf alle Kommentare sofort reagieren kann, picke ich mir zwischendurch immer mal welche heraus, die ich als stellvertretend für gewisse Themen sehe. Diesmal war Bahrenfelder, das nächste mal ist es eben jemand anderes.

Wobei ich mir sicher bin, dass alle hier daran glauben, dass der HSV dieses Spiel gegen Regensburg gewinnen kann. Mit Rückkehrer Sebastian Schonlau in der Viererkette sollte defensiv wieder etwas mehr Stabilität vorhanden sein. Und der Rest hat zuletzt in Paderborn ja schon ganz ordentlich performt. Mein Tipp für heute ist ein 3:0-Heimsieg, weil ich daran glaube, dass der HSV von heute sportlich sehr realistisch durch die Welt läuft. Da sitzt kein Trainer, der vom HSV als Maß der Dinge in der Zweiten Liga spricht, der aber sehr wohl den Maßstab an seine Mannschaft beim Maximum ansetzt. Und das Beste daran: Die Spieler gehen diesen Weg voll mit. Für den Moment bedeutet das, dass alle wissen, dass die letzten Wochen holprig waren und dass sich vor allem defensiv vieles verbessern muss.

Diese HSV-Profis sind bodenständig genug, um zu wissen, dass sie zuletzt sowieso aber gerade in Heimspielen nicht geglänzt haben. Von Daniel Heuer Fernandes über Glatzel bis hin zu allen Einwechselspielern wissen und äußern das sogar alle, was sie schon zu vielen Mannschaften der letzten Zweitligajahre unterscheidet. Sie sind alle darauf aus, das zu ändern. Daher ist heute nichts anderes als ein Sieg das erklärte Ziel – aber für niemanden eine Selbstverständlichkeit. Weder für Bahrenfelder, noch für den Trainer, noch für die Spieler oder mich. Vielleicht können wir uns alle ja darauf heute alle einigen…?

Ich melde mich dann nach Spielschluss mit der Einzelkritik sowie dem Blitzfazit aus dem Stadion. Bis später!

Scholle

DAS nenne ich mal eine richtig gute Nachricht! HSV-Topspieler Ludovit Reis verlängert seinen Vertrag beim HSV vorzeitig bis 2026! Die Pressemitteilung dazu im Wortlaut:

DER NIEDERLÄNDISCHE TOP-SPIELER VERLÄNGERT SEINEN VERTRAG BEIM HSV VORZEITIG. VORSTAND JONAS BOLDT: „EIN PARADEBEISPIEL FÜR DEN VON UNS EINGESCHLAGENEN WEG.“ 

Der Hamburger SV hat den Vertrag mit Mittelfeldspieler Ludovit Reis (22) vorzeitig bis Sommer 2026 verlängert. Der Club bindet damit einen absoluten Leistungsträger der Rothosen und Top-Spieler der 2. Liga weiter an sich. „Ludo ist ein Paradebeispiel für den von uns eingeschlagenen Weg, entwicklungsfähige Spieler für uns zu gewinnen und sie in unserem System besser zu machen. Wir haben damals bei seiner Verpflichtung vielfältige Potenziale in seinem Spiel erkannt und Ludo hat sie gemeinsam mit unserem Trainerteam nach und nach entfaltet, befindet sich diesbezüglich aber noch immer in einem fortlaufenden und spannenden Prozess“, erklärt Vorstand Jonas Boldt. „Ich freue mich sehr, meinen Vertrag beim HSV vorzeitig verlängert zu haben. Ich fühle mich hier heimisch und die vergangenen anderthalb Jahre haben mich als Sportler und Mensch bereits enorm weitergebracht. Ich will auch in Zukunft, das Beste aus mir herausholen und dem Team, dem Club sowie seinen einzigartigen Fans beim Erreichen der gemeinsamen Ziele helfen“, sagt Ludovit Reis. 

Glücklich über die Vertragsverlängerung: Vorstand Jonas Boldt, Mittelfeldspieler Ludovit Reis und Scouting-Leiter Claus Costa.
Glücklich über die Vertragsverlängerung: Vorstand Jonas Boldt, Mittelfeldspieler Ludovit Reis und Scouting-Leiter Claus Costa. 

SPÜR- UND SICHTBARE ENTWICKLUNG 

Ludovit Reis wechselte im Sommer 2021 mit der Empfehlung von 105 Profispielen (drei Tore, fünf Assists) für den FC Groningen, VfL Osnabrück und FC Barcelona B aus Katalonien an die Elbe und entwickelte sich daraufhin schnell zu einem unangefochtenen Stammspieler im Team von Trainer Tim Walter. Die Vision des HSV, den sehr aktiv verteidigenden Box-to-Box-Player vor allem in der Offensive noch besser zu machen, indem man ihn in torgefährliche Räume bringt und an seiner Finalität sowie Effizienz im Abschluss arbeitet, ist mit acht Toren und vier Assists in 55 Pflichtspielen für die Rothosen bisher erfolgreich zur Entfaltung gekommen. Darüber hinaus zählt der Niederländer mit slowakischen Wurzeln zu den laufstärksten (155,3 zurückgelegte Kilometer, Rang 7), dribbelstärksten (16 gewonnene Dribblings, Rang 8) und widerstandsfähigsten (1.246 gespielte Minuten, Rang 15) Mittelfeldspielern der 2. Liga und hat sich als 15-facher U21-Nationalspieler der Niederlande auch auf internationalem Niveau behauptet. 

Entwicklungsreserven besitzt der am 1. Juni 2000 in Haarlem nahe Amsterdam geborene und beim SV Hoofddorp (bis 2015) und FC Groningen (2015-17) ausgebildete Mentalitätsspieler nicht zuletzt aufgrund seines noch jungen Alters von 22 Jahren weiterhin. Dass der umworbene Mittelfeldspieler diese auch in Zukunft weiter beim HSV ausschöpfen möchte, spricht für die Detailarbeit des Trainerteams und die personelle Philosophie im Bereich der Lizenzmannschaft. Die HSV-Fans dürfen sich also weiterhin auf robust geführte Zweikämpfe in der Defensive, technisch anspruchsvolle Dribblings durchs Zentrum und gefährliche Abschlüsse im letzten Spieldrittel seitens des U21-Nationalspielers freuen. 
 

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