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Macht Walter aus Kittel den neuen Zehner beim HSV?

„Freitagabends haben wir schon tolle Schlachten geschlagen. Als Spieler und Trainer habe ich teilweise Unfassbares gesehen“, frohlockt Erzgebirge Aues Interimstrainer Marc…

Macht Walter aus  Kittel den neuen Zehner beim HSV?

„Freitagabends haben wir schon tolle Schlachten geschlagen. Als Spieler und Trainer habe ich teilweise Unfassbares gesehen“, frohlockt Erzgebirge Aues Interimstrainer Marc Hensel und erinnert an ein Spiel gegen den VfB Stuttgart vor zwei Jahren. Das endete 0:0 – und Trainer der Schwaben war seinerzeit ein gewisser Tim Walter. Also der, der am Freitag wieder abends zu Gast im Erzgebirgsstadion ist. Diesmal allerdings mit dem HSV – und ausreichend Respekt im Gepäck. Vom  Tabellenstand des FC Erzgebirge Aue werde er sich jedenfalls  nicht blenden lassen, so Walter.

Die Sachsen sind vor dem neunten Spieltag am Freitag Tabellenletzter und warten noch auf den ersten Sieg. Zuletzt verloren sie gar fünf Spiele in Folge. „Ich glaube, die Tabelle ist nie aussagekräftig“, meinte der 45 Jahre alte Walter am Mittwoch bei der Medienrunde vor der Auswärtspartie. „Ich glaube, dass jede Mannschaft, die in der 2. Liga agiert, gewisse Qualitäten hat.“ Es gebe sicherlich auch Momente, „die im Verein nicht so gut laufen. Aber wir wissen um die Stärken des Gegners und werden ihn nicht unterschätzen.“ Zumal man selbst gerade gut drauf sei, so Walter: „Wir werden immer unsere eigenen Stärken ins Spiel bringen. Und da haben wir einige.“

Ein wenig Kopfzerbrechen bereitet Walter der kürzliche Trainerwechsel in Aue. Marc Hensel übernahm interimsweise den Posten des zuvor freigestellten Cheftrainers Aliaksei Shpileuski. „Es macht es immer schwierig, wenn du nicht weißt, was auf dich zukommt“, sagte Walter, um dann doch relativ deutlich die Rolle des favorisierten Teams am Freitag anzunehmen, sie sogar zu beanspruchen: „Grundsätzlich hat Aue aber nicht ganz die fußballerischen Möglichkeiten, um dann das Spiel so zu gestalten, dass sie dann mit uns mitspielen.“

https://soundcloud.com/user-36211795/do-30-09-21-handball?si=b1ac0ccc3b34480fbd53d10a29f7a114

Wobei das beim HSV mit dem Spielerischen so eine Sache ist. Kämpferisch, läuferisch und vom Einsatz her ist dieser Mannschaft nullkommanichts mehr vorzuwerfen. Von der ersten bis zur letzten Sekunde der Nachspielzeit geht der HSV sein höchstes Tempo und ackert. Und wenn dann dazu noch der eine oder andere Schnittstellenspieler einen guten Tag hat – dann kann es auch spielerisch richtig gut aussehen. So, wie in der Anfangsphase gegen Werder Bremen und in der Schlussphase gegen den 1. FC Nürnberg.

Ein ganz wesentlicher Faktor dafür ist Sonny Kittel. Der ebenso launisch, wie technisch begabte Kicker nimmt bei Walter inzwischen die Rolle des Zehners ein. Das bedeutet fürs System eine Umstellung von 4-3-3 auf ein verkapptes 4-3-1-2, wenn man Jatta als Stürmer rechnet. Wichtiger als das aber ist, dass Kittel in guten Momenten nicht nur den Unterschiedsspieler gibt, sondern auch das HSV-Spiel massiv verändert. Genau was er im Moment macht. Mit seiner defensiv klaren Struktur, die er auch sehr gut umsetzt, das ist ganz wichtig für ihn und unser Spiel, damit er mit Ball in die Situationen kommt, die ihn ausmachen. Und das macht er. Er bereitet sehr viel vor, er initiiert unglaublich viele Dinge, er läuft sich sehr gut frei. Und er hat ein unglaublich gutes Raumgefühl. Das brauchen wir.“

Sonny Kittel wird nach etlichen Versuchen  unter Walters Vorgängern also doch noch zum echten Zehner beim HSV? Walter sagt ja. Laut Aufstellung sei Kittel das momentan eh. Und er als Trainer wolle Kittel auch genau dort sehen. Insgesamt will Walter Kittel sogar zum Führungsspieler formen. „Wir brauchen ihn, dass er noch mehr Verantwortung übernimmt.“ Dass das in en letzten Jahren meist schiefgegangen ist, es stört Walter nicht. Er hat dafür sogar seine eigene Erklärung: „Vielleicht lag es dran, dass er in den letzten Jahren immer etwas im Schatten andrer stand. Es tut ihm gut. So, dass er jetzt etwas auftaut. Es macht sehr viel Spaß mit ihm zu arbeiten, weil er auch total akribisch ist. Auch in der Nachbereitung des Trainings und davor.“

Kittel wird erwachsen beim HSV. Der Lustspieler soll zur Konstante erwachsen – und mich würde es tierisch freuen für Kittel, dessen Spielweise eine Augenweide ist. Auch gegen Nürnberg, wo er sich zwar phasenweise noch etwas zurückhielt, in den wichtigen Szenen nach vorn aber immer sehr initiativ und vor allem auch kreativ war. Selbst hatte er zwei Tore auf dem Fuß, das 2:2 bereitete er dann mit seiner Flanke selbst vor.

Dass da noch mehr drin ist, weiß wohl jeder. Und alle hoffen darauf. Ich aber bin jetzt erst einmal sehr gespannt, ob Kittel seine gute Form noch etwas steigern – und dann vor allem konservieren kann über Wochen. Bis jetzt ist Kittel sicher nicht der Mann, der jeden Angriff initiiert. Diese balltreibende Rolle übernimmt derzeit eher Jonas Meffert. Dennoch kann Kittel gerade im Verbund mit dem spielstarken und eher etwas defensiveren Meffert ein Duo im Mittelfeldzentrum ergeben, dass jedes HSV-Spiel gefährlich macht. Diese Aufteilung würde eh besser zum aktuellen HSV passen

Ich meine damit, dass nicht wie in den letzten Jahren einzelne Spieler herausragen oder besonders enttäuschen, weil alle Last auf ihren Schultern abgelegt wurde. Es würde zu dieser HSV-Mannschaft von heute eh besser passen, wenn sich wie hier Meffert und Kittel gegenseitig stärker machen. Zumindest meine ich, dass diese mannschaftliche Geschlossenheit das größte Plus ist, das ich in dieser Saison beim HSV ausgemacht habe.

https://soundcloud.com/user-36211795/do-30-09-21-handball?si=b1ac0ccc3b34480fbd53d10a29f7a114

Ein Plus, das mich sogar hoffen lässt, dass auch so schwierige Spiele wie jetzt bei den sieglosen Erzgebirglern nicht wieder 3:3 ausgehen, sondern am Ende gewonnen werden. Eben gerade weil JEDER im Team Verantwortung übernehmen soll. Aber vielleicht kann ich unseren Blogfreund Olaf Ringelband ja noch einmal dazu bewegen, sich diesem Thema anzunehmen…

In diesem Sinne, ansonsten gab es heute beim HSV eben personellen (alle gesund) auch für die Fans noch gute Nachrichten. Zum Spiel gegen Fortuna Düsseldorf stellt der HSV komplett auf 2-G-Regelung um. Ein negativer Test reicht nicht mehr aus. Mit 3G waren zuletzt gegen Nürnberg 25 000 Zuschauer zugelassen, nun dürfen mehr Fans in die Arena. Wie viel genau, muss noch geklärt werden. Fest steht aber: Gegen Düsseldorf wird erstmals nach 19 Monaten auch die Nordtribüne mit ihren Stehplätzen geöffnet. Mindestabstände müssen nicht mehr beachtet werden, es herrscht keine Maskenpflicht und es gilt kein Alkoholverbot mehr. „Für uns ist dies der nächste vorübergehende Schritt auf dem Weg zurück zur Normalität und gleichzeitig die Möglichkeit, wieder ein Stadionerlebnis zu ermöglichen, wie es sich alle HSV- und Fußballfans nach dieser langen Zeit herbeisehnen“, sagte Finanzvorstand Frank Wettstein. „Diese Entscheidung ist für uns inhaltlich und wirtschaftlich alternativlos.“

Wettstein bedauerte, dass Teile des Stadions nicht nach dem 3G-Modell geöffnet werden können. Dies sei durch behördliche Vorgaben aber nicht erlaubt. Dem Verein sei bewusst, „dass wir mit der 2G-Regelung leider nicht allen HSV-Fans den Stadionbesuch ermöglichen können. Das ist natürlich nicht unser Wunschzustand und hoffentlich nur vorübergehend erforderlich.“ Aber es ist eben den aktuellen Bedingungen angemessen.

In diesem Sinne, bis morgen Da melde ich mich wieder um 7.30 Uhr mit dem MorningCall bei Euch. Allerdings nicht, ohne an dieser Stelle noch den Tagessieger in unserer Blog-internen Tipprunde bekanntzugeben. Denn das war diesmal Herner1887 mit starken 24 Punkten! Herzlichen Glückwunsch dazu, Herner! Wir werden Dich in den nächsten Tagen anschreiben, um mit Dir die Preisübergabe zu arrangieren! Und für alle anderen gilt: Macht mit! Die Tipprunde ist für alle geöffnet, die sich bei uns im Blog angemeldet haben. 

Bis morgen!

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