Spielbericht

Leblose Darbietung in Elversberg - „Darüber müssen wir reden.“

Nur eine Woche nach dem Spiel gegen den 1. FC Magdeburg, in dem man alles zeigte, was man für den Aufstieg braucht, legt der HSV eine absolute Minusleistung hin und verliert…

Leblose Darbietung in Elversberg - „Darüber müssen wir reden.“

Nur eine Woche nach dem Spiel gegen den 1. FC Magdeburg, in dem man alles zeigte, was man für den Aufstieg braucht, legt der HSV eine absolute Minusleistung hin und verliert gegen den taktisch wie spielerisch deutlich stärkeren SV Elversberg mit 2:4. So sah es auch HSV-Trainer Steffen Baumgart, der fast sprachlos war, ob dieser Leblos-Darbietung seiner Mannschaft: „Das hat hinten und vorne nicht gepasst. Das muss man deutlich sagen. Wir gehen als verdienter Verlierer vom Platz. Aus meiner Sicht haben wir die letzten sechs, sieben Wochen sehr viele gute Spiele gemacht und eine Entwicklung genommen, und das reißen wir uns dann wieder mit dem Arsch ein. In der zweiten Halbzeit habe ich nicht mehr viel davon gesehen.“

Ansonsten ist das Spiel schnell erzählt: Frühe Führung, danach defensiv bis zum 1:1 ordentlich – danach katastrophal. Oder wie Davie Selke es sagte: „Das darf uns nicht passieren, darüber müssen wir reden.“ 

JA! BITTE MACHT DAS!!

Die Einzelkritiken: 

Daniel Heuer-Fernandes: Beim ersten, dritten und vierten Gegentor war er machtlos, beim zweiten nicht.Note: 4

Noah Katterbach (bis 62.): Starker Beginn, vernünftige erste Halbzeit – und dann passt er beim zweiten Gegentor nicht auf. Note: 4

Fabio Baldé (ab 63.): Er ist noch nicht so weit, in solchen Spielen den Spielverlauf entscheidend zu verändern. Und das ist völlig okay. Nicht okay war seine Passivität beim dritten Gegentreffer. Ihn verschone ich mit einer Note.

Lucas Perrin: War eigentlich gut im Spiel – bis zum Stellungsfehler beim zweiten Gegentreffer. Danach ging er mit unter. Note: 5

Daniel Elfadli: Er löst seine Aufgaben gut. Aber als Abwehrchef muss er auch sortieren und seine Mitspieler stellen. Das gelang heute nach dem ersten Gegentreffer überhaupt nicht mehr. Note: 5

Miro Muheim: Was war denn das heute? Er hatte gefühlt 100 Prozent Ballverluste, er stand defensiv schlecht, fand offensiv nicht statt. Da rettet auch ein Assist nicht viel. Denn viel weniger geht gar nicht... Note: 6

Jean-Luc Dompé (bis 73.): Starke Vorarbeit zum 1:0-Treffer von Selke, danach war aber auch er komplett aus dem Spiel genommen. Note: 4

Immanuel Pherai (ab 73.): Sollte Schwung bringen, wollte Schwung bringen – aber damit war er fast allein auf dem Platz. Note: 4

Jonas Meffert: Schwacher Auftritt. Anstatt das Zentrum dicht zu machen und selbst das Aufbauspiel einzuleiten, spielte er quer, quer und zurück. Er begleitete den Gegner bei der Vorbereitung des dritten Gegentreffers nur. Und die Gelbrote Karte war das i-Tüpfelchen seines desaströsen Auftrittes. Note: 6

Ludovit Reis (bis 73.): Schade. Er konnte seine gute Leistung aus der Vorwoche nur sehr partiell einbringen. Anstatt die Mannschaft anzutreiben, lief er nur mit. Note: 4

Moritz Heyer (ab 73.): Er sollte stabilisieren, was ihm nicht gelang. Wie er sich vor dem 4:2 auf der Torauslinie düpieren ließ – ganz schwach! So kommt man nicht ins Team zurück. Note: 5

Marco Richter (bis 62.): Er ist auf dem Platz, aber man merkt es kaum. Vielleicht erklärt der Trainer ja irgendwann mal, welche Idee ihn treibt, Richter immer wieder von Beginn an zu bringen… Er passt für mich mit seiner Spielweise weiterhin nicht ins HSV-Spiel. Note: 5

Lukasz Poreba (ab 63.): Seine erste Aktion war ein verlorener Zweikampf, der entscheidend den dritten Gegentreffer einleitete. Konnte keine Werbung für mehr Einsätze machen. Wobei: Schwächer als Meffert und/oder Richter war er nicht. Note: 5

Ransford Yeboah Königsdörffer (bis 62.): Extrem unglückliches Spiel. Er ackerte, er forderte Bälle – aber er konnte sie heute nicht verarbeiten und verlor selbige zu oft im eigenen Spielaufbau. Note: 5

Adam Karabec (ab 63.): Ich bleibe dabei: Er deutet nur an, was er kann. Aber er zeigt zu wenig. Note: 5

Davie Selke: Er hat die Qualität, Spiele zu entscheiden. Deshalb wurde er geholt. Heute hat er zweimal getroffen, was erstmal gut ist. Aber um die Tore herum fand er nicht statt, machte kaum Bälle fest. Obwohl er insgesamt auch viel zu wenig Bälle bekam, weil der HSV offensiv fast nicht stattfand. Note: 4

Trainer Steffen Baumgart: Zwischen stabiler, kontrollierter Defensive und falscher Passivität ist nur ein schmaler Grat. Und so sehr er sich am vergangenen Wochenende nach dem starken Sieg gegen Magdeburg freuen durfte, so sehr muss ihm die Leblosigkeit seiner Mannschaft heute nach dem 1:0 und noch mehr nach dem 1:1 zu denken geben. Null Aufbäumen aus der Mannschaft heraus! Und von außen konnte er keine Impulse setzen. Note: 5

DAS SPIEL IN ZAHLEN: 

SV Elversberg: Kristof - Baum, Pinckert, Rohr, Neubauer - Petkov (80. Feil), Fellhauer, Sickinger, Damar (87. Stock) - Schnellbacher (87. Schmahl), Asllani

HSV: Heuer Fernandes - Perrin, Elfadli, Muheim - Katterbach (62. Balde), Reis (74. Reis), Meffert, Dompe (74. Pherai), Richter (62. Poreba) - Selke, Königsdörffer (62. Karabec)

Tore: 0:1 Selke (6.), 1:1 Asllani (41.), 2:1 Asllani (53.), 3:1 Schnellbacher (63.), 3:2 Selke (83.), 4:2 Fellhauer (90.+6)

Zuschauer: 9.502 (ausverkauft)

Schiedsrichter: Dr. Robert Kampka (Köln)

Gelbe Karten: Kristof / Reis, Baumgart, Heyer, Karabec

Gelb-Rote Karten: - / Meffert, Polzin 

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