Last-Minute-Ekstase: Tom's erster Tag auf der HSV-Pressetribüne – und was der Sieg bedeutet
der Tag danach und ich fühle mich immer noch, als hätte Viera den Ball erst vor 5 Minuten eingenetzt. Aber es geht ja direkt weiter mit dem nächsten Heimspiel am Mittwoch gegen…

Moin zusammen,
der Tag danach und ich fühle mich immer noch, als hätte Viera den Ball erst vor 5 Minuten eingenetzt. Aber es geht ja direkt weiter mit dem nächsten Heimspiel am Mittwoch gegen Kiel, da ist kaum Zeit für Entspannung. Was genau den HSV erwartet, lest ihr natürlich wie immer morgen, einen Tag vor dem Spiel. Und nach gestern habe ich richtig Bock auf Mittwoch. Flutlicht, ausverkauftes Haus, Nord-Duell. Viel mehr geht eigentlich nicht, außer natürlich das Nordderby, welches am Sonntag ansteht.
Meine ersten Erfahrungen auf der Pressetribüne
Für mich gab es gestern eine Premiere. Ich durfte das erste Mal auf der Pressetribüne für euch direkt am Geschehen dabei sein. Wer den Blog gestern genau gelesen hat, hat vielleicht gemerkt, dass ich diesen geschrieben habe. Und ich muss sagen, auf der Pressetribüne ist das Erlebnis natürlich nochmal etwas anders.
Man sitzt auf Höhe der Mittellinie, B-Rang, unterste Reihe. Also die Sicht ist definitiv sehr gut und man hat auch, was die Atmosphäre angeht, einen guten Überblick über die Fans beider Vereine. Da fällt einem noch mehr auf, wie krass die Stimmung im Volksparkstadion wirklich ist. Anders ist aber natürlich auch die Sicht auf das Spiel. Während man als normaler Fan meistens situationsbedingt aufs Spiel schaut, muss man auf der Pressetribüne jeden Spieler beobachten, sowohl am Ball als auch abseits des Balles. Das ist natürlich eine Herausforderung, aber man blickt nochmal aus einem anderen Blickwinkel auf das Spiel. Das war schon eine neue Erfahrung.
Anders ist auch das Agieren und jubeln bei den wichtigen Situationen. Auf der Pressetribüne ist das alles logischerweise sehr verhalten, und auch ich musste mich ein wenig zurückhalten. Beim 1:0 fiel das schon schwer. Immerhin kommt Glatzel rein und erzielt gleich ein wichtiges Tor. Beim 2:1 konnte auch ich mich dann nicht mehr zurückhalten. Während alle gespannt schauten, was passiert, schrie ich nur: „Lauf! Lauf!“ Und als Vieira dann tatsächlich einschob, war es dann um meine Zurückhaltung geschehen. Da war es mir dann ehrlicherweise auch völlig egal, was andere denken, denn das Ding war so geil und so wichtig.
Ich würde von mir selbst behaupten, dass ich die Sachen beim HSV schon von allen Seiten betrachten kann, ehrlicherweise gelingt mir das aber nur unter der Woche. Denn am Spieltag da bin ich einfach Fan durch und durch. Sowohl im Stadion als auch auf der Pressetribüne.
Das Highlight, welches man als Fan sonst nicht erlebt, sind natürlich die Momente in der Mixed Zone. Interviews mit den Spielern führen, Fragen stellen und den ganzen Prozess der Matchday-Interviews mal live erleben. Gestern natürlich mit dem Zusatz, dass der HSV in den letzten Sekunden ein Top-Team der Bundesliga geschlagen hat.
Und dann auch die Pressekonferenz nach dem Spiel. Wobei man sagen muss, dass gewisse Trainer, die nicht jede zweite Woche im Volkspark spielen, eher weniger Bock hatten. Zumindest aus meiner Sicht. Aber gut, so ist das halt, wenn man gegen den HSV verliert.
Schreibt doch mal gerne, was ihr am gestrigen Spieltagsblog gut bzw. schlecht fandet, damit ich bzw. wir wissen, was nächstes Mal noch geändert werden kann. PS: Heuriger Start wurde geändert ;)
An dieser Stelle nochmals Danke an Scholle für die Möglichkeit hier und auf der Pressetribüne!
Was nehmen wir mit?
Ich habe es ja gestern schon kurz angesprochen, aber würde es hier gerne nochmal mitnehmen. Der HSV hat im Spiel nach vorne in letzter Zeit seine Probleme gehabt. Immer wieder hat man den Ball lang auf Königsdörffer geschlagen und dieser verlor das Kopfballduell. Mit Robert Glatzel in der Spitze hat man gestern mehr Variabilität ins Spiel bekommen. Man wechselte immer wieder zwischen Bällen ins Zentrum auf Glatzel und langen Bällen in die Tiefe, auf die Flügelspieler. Das hat mir gut gefallen. Und man hat tatsächlich gemerkt, dass diese Variabilität nach Glatzels Auswechslung nicht mehr so vorhanden war. Vor allem, weil Königsdörffer meiner Meinung nach gestern weniger gemacht hat als in den vorherigen Spielen.
Nun trifft man mit Kiel auf einen Gegner, der sich tendenziell etwas tiefer stellt. Hier hätte man einen Glatzel gebraucht, um einen Abnehmer für die Flanken zu haben. Und selbst wenn Kiel gegen den HSV so auftritt, wie sie es früher taten, hätte ich nach dem Spiel gestern für Glatzel plädiert. Denn Kiel läuft den HSV auch gerne hoch an.
Mit Glatzel hätte man ähnlich wie gestern die Bälle im Zentrum festmachen können, um von da das Spiel zu gestalten. Denn Glatzels Präsenz ist tatsächlich Philippe und Mickelbrencis zugutegekommen. Philippe rückt ja gerne mal mit ins Zentrum und so hatte man gestern jemanden, der die Bälle festmacht oder gegebenenfalls verlängert, und jemand, der dem HSV Tiefe gibt und so noch mehr den Raum für den rechten Schienenspieler öffnet. Das hat schon sehr gut ausgesehen.
Ich hoffe, dass Glatzel jetzt schnellstmöglich wieder auf dem Platz steht und fit ist. Es hörte sich gestern nicht nach einem Faserriss an, vielleicht ist er schnell wieder fit. Und das wäre wichtig. Vor allem im Spiel gegen Bremen, auch wenn meine Hoffnungen da sehr klein sind, bringt Glatzel mit seiner Emotionalität nochmal ein Element ins Spiel, was für ein Derby ausschlaggebend ist.
Tom
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