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Lässt HSV-Trainer Walter im DFB-Pokal gegen Nürnberg rotieren?

In Nürnberg ist man gut drauf. Zurecht nach dem klaren 4:0-Heimsieg vom Wochenende gegen den eigentlich starken 1. FC Heidenheim und dem vierten Tabellenplatz. Grund genug…

Lässt HSV-Trainer Walter im DFB-Pokal gegen Nürnberg rotieren?

In Nürnberg ist man gut drauf. Zurecht nach dem klaren 4:0-Heimsieg vom Wochenende gegen den eigentlich starken 1. FC Heidenheim und dem vierten Tabellenplatz. Grund genug jedenfalls für Trainer Robert Klauß, gegen den HSV den Torhüter zu wechseln. Der FCN-Trainer vertraut im Zweitrundenduell wieder Neuzugang Carl Klaus. Der im Sommer vom SV Darmstadt verpflichtete Schlussmann ersetzt im Duell der Zweitligakonkurrenten den formstarken Stammkeeper und Ex-HSVer Christian Mathenia. Weil man den HSV zu leicht nimmt? „Er ist dran und hat sich das verdient“, begründete Fußballlehrer Klauß am Montag den Wechsel im Tor. „Wir vertrauen dem Carl komplett. Ich sehe da überhaupt kein Risiko.“ 

Hintergrund: Klaus durfte auch schon das Erstrundenspiel gegen den SSV Ulm (1:0) bestreiten. Es handele sich aber um keine Grundsatzentscheidung, sagte Trainer Klauß. „Ich halte wenig von Versprechungen und den Leuten im Voraus Einsatzzeiten zuzugestehen, weil es dreht sich so schnell wieder.“ Der „Club“ will sich quasi ins Achtelfinale Mitte Januar wechseln. „Wir haben Bock drauf“, sagte Klauß über das ersehnte Weiterkommen. „Es ist sicherlich ein schweres Los, aber wir haben ein Heimspiel und darauf freuen wir uns.“ Letztmals erreichten die Nürnberger 2018/19 das Achtelfinale, sie schieden damals mit 0:1 aus. Gutes Omen: Es passierte beim HSV…

Der 1. FC Nürnberg rotiert - der HSV auch?

Zuletzt in der Zweiten Bundesliga hatten die noch immer ungeschlagenen Franken ein 2:2 beim HSV geholt. „Es ist ein sehr schweres Spiel, der HSV ist immer in der Lage zu gewinnen, das zeigen sie an jedem Spieltag. Sie sind in der Liga punktemäßig sicher noch nicht so unterwegs, wie sie es sich selber auch vorstellen, aber das kann noch kommen. Ich sehe enormes Potenzial in der Mannschaft“, sagte Klauß über das Team von Trainerkollege Tim Walter und sein Kapitän Enrico Valentini räumte ein: „Der HSV ist schon stark. Die wissen aber auch, dass sie erstmal ein Brett bespielen müssen.“

Und ja, das wissen sie beim HSV. Aber sie wissen nicht erst seit dem vergangenen Freitag, dass sie auch Spiele über die gesamten 90 Minuten gut spielen können. Dass sie immer in der Lage sind, ein Tor zu erzielen bzw. sich die Hundertprozentigen dazu herauszuspielen – das ist schon lange klar. Dennoch unterschätzt niemand bei. HSV die Schwere der Zweitrundenpartie beim FCN. Sie lassen defensiv nicht viel zu und sind offensiv gefährlich. Am vergangenen Wochenende haben sie vier Tore gegen Heidenheim geschossen, davor hat oft auch ein Treffer zum Sieg gereicht“, lobt Tim Walter den Gegner von morgen und führt aus: „Im Hinspiel haben wir gut gestanden, die Nürnberger waren aber im Gegensatz zu uns sehr effektiv. Da gilt es anzusetzen. Wir müssen noch konsequenter agieren und das Glück auf unsere Seite ziehen.“

https://open.spotify.com/episode/1XT9zz2L2nEwJEbm2Rjxag?si=690b3de44a6d413a

So, wie am Freitag, wo man auch in der Nachspielzeit noch mal alles versuchte. Tommy Doyle wurde da zum gefeierten Mann und ich hatte den Trainer dafür gelobt, dass er offenbar ein gutes Gespür hatte bei seinen Einwechslungen. Und im Hinblick auf Faride Alidou, der ein starkes Spiel machte, will ich das auch gar nicht relativieren. Bei Doyle aber muss dazu gesagt werden, dass der Engländer gar nicht mehr eingewechselt werden sollte und sich nach dem Warmmachen schon auf der Bank wiederfand, um seine Jacke wieder anzuziehen, als Sonny Kittel Beschwerden anmeldete und Walter – zumindest jetzt – sein Goldenes Händchen bewies und mit Doyle den Siegtorschützen einwechselte.

Muheim könnte Spielpraxis sammeln fürs Kiel-Spiel

Angesichts der Belastung von drei Spielen in acht Tagen könnte man meinen, der HSV würde ebenso wie Nürnberg ein wenig durchwechseln. Aber wenn man Walter so hört, scheint das eher nicht sein Plan zu sein: „Das Kiel-Spiel habe ich aber noch gar nicht im Hinterkopf, weil wir morgen in Nürnberg antreten und dort gewinnen wollen. Das ist unser erster Anspruch, danach beschäftigen wir uns wieder mit der Liga.“

Spielen kann auf jeden Fall Tim Leibold wieder. Der Linksverteidiger hatte am Freitag eine allergische Reaktion und musste in der Halbzeit ausgewechselt werden. Für ihn kam Miro Muheim, der den ob seiner fünften Gelbe Karte gegen Kiel gesperrten Leibold am Sonnabend vertreten soll. Ob das eine Überlegung ist, Muheim in Nürnberg schon ein wenig Spielpraxis zu geben? Walter: „Das sind alles Überlegungen. Für uns ist wichtig zu sehen, wer alles spielen kann. Und das haben alle nachgewiesen. Wir haben einen qualitativ guten Kader, jeder kann theoretisch spielen. Das ist für uns auch sehr wichtig. Dennoch können wir uns noch weiterentwickeln. Und das Kiel-Spiel ist noch egal.“

https://soundcloud.com/user-36211795/mo-251021-mysteriose-allergie-bei-leibold-boldt-hofft-auf-mehr-doyle-vor-kohle-duell-beim-fcn?si=97ea3db0a242461cb7e8f21c96e4dc9d

Walter ist gerade. Das ist einwandfrei. Nicht immer einfach zu nehmen, aber berechenbar klar. Zumindest lässt er sich von nichts beeinflussen. Auch nicht von der wachsenden Erwartung an Tommy Doyle, der auch morgen in Nürnberg wohl noch nicht von Beginn an spielen wird. Tim Walter freut sich über die Entwicklung des von Manchester City ausgeliehenen Mittelfeldspielers – aber er ist noch lange nicht zufrieden mit diesem:  „Die Spieler müssen im Training an ihre Grenzen gehen und mir zeigen, dass sie spielen wollen. Die Zahlen und Daten passen bei Tommy, aber es gibt auch noch Bereiche, an denen er arbeiten muss. Die Intensität gegen den Ball ist in der Zweiten Bundesliga ist extrem wichtig, da muss er immer wach und bereit im Gegenpressing sein. Das macht er immer mehr und belohnt sich deswegen auch in der Offensive.“

Wer jetzt von mir hier eine Startelf erwartet, der darf sich gern selbst ransetzen und sich eine ausdenken – denn diesmal ist alles drin. Ich persönlich glaube, dass der HSV mit der Startelf aus dem Paderborn-Spiel starten sollte – exklusive Leibold, der am Sonnabend eh gesperrt fehlt. Für ihn sollte Walter zusehen, Muheim Spielpraxis zu geben. Zumal dieser nach einem sehr wackeligen Beginn in Paderborn zum Ende hin sicherer - wenn auch längst noch nicht sicher - wurde. Der Schweizer Leihspieler dürfte diese Spielzeit dringend brauchen.

In diesem Sinne, bis morgen! Dann übrigens ohne Auswärtscouch, dafür aber mit Blog und Blitzfazit nach dem Spiel. Und: Wer Fragen für den neuen Communitytalk hat, der kann diese wieder per Email an [email protected] schicken oder selbige via Instagram (ab morgen 12 Uhr)  stellen. Ich freue mich jedenfalls  auf sehr spannende Tage!

Bis morgen!

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