Meinung

Kühnes Angebot, Zoff im Aufsichtsrat, aber: vergesst den Fußball nicht!!

Auf Euch ist Verlass. Das wird nicht erst in dieser Diskussion wieder deutlich. Denn obwohl ich definitiv anderer Meinung bin als der Großteil von Euch, erachte ich diese…

Kühnes Angebot, Zoff im Aufsichtsrat, aber: vergesst den Fußball nicht!!

Auf Euch ist Verlass. Das wird nicht erst in dieser Diskussion wieder deutlich. Denn obwohl ich definitiv anderer Meinung bin als der Großteil von Euch, erachte ich diese Diskussion als in sich sehr konstruktiv. Es werden Argumente ausgetauscht, teilweise auch Überzeugungen bewirkt. Aber eines wird klar: Nahezu ALLEN hier geht es zuallererst um den HSV und dessen Zukunft. Und allein damit haben wir allen Beteiligten beim HSV schon eine ganze Menge voraus. 

Ich bin heute nicht hier, um die Diskussion aus meiner Sicht weiterzuführen. Dazu werde ich in den nächsten Tagen und Wochen noch mehr Gelegenheiten haben, als es mir Recht sein wird. Und dem werde ich mitnichten verschließen. Aber heute möchte ich, weil alle drei ungefragt geschickt haben, drei Leuten hier die Bühne geben. Drei sehr schlauen Menschen, die sich zuletzt mit Gastbeiträgen hier schon eingebracht haben – und die genau das heute wieder machen. Nicht alle sind dabei einer Meinung – aber alle Meinungen haben aus meiner Sicht eine sehr klare, nachvollziehbare Grundlage ohne anmaßend zu sein und sich als die einzige Wahrheit zu verstehen. Denn die gibt es in diesem Fall nicht. Das ist klar. 

Alle drei Ausarbeitungen sind dafür sehr lesenswert und werden die hier bereits laufende Diskussion positiv beeinflussen. Davon bin ich überzeugt. Aber seht bzw. lest selbst:

Meine Gedanken zum Angebot Kühnes

Von Olaf Ringelband

Die erste Frage ist, ob das Angebot, über eine Kapitalerhöhung mit gleichzeitiger Neuordnung der Anteile zusätzliche 25% der Anteile zu erhalten (aus den bisherigen 15% von Kühne werden 40%) ein fairer Preis ist - Kühne ist bereit, dafür € 60 bis € 80 Mio. zu zahlen? Das würde bedeuten, dass der “Unternehmenswert” des HSV, wenn man von €70 Mio. ausgeht, € 280 Mio. betragen würde. 

Nun ist es bei Fußballvereinen nicht einfach, einen “objektiven” Unternehmenswert zu bestimmen. Die klassischen Methoden zur Wertermittlung greifen beim HSV nicht, denn normalerweise ist der Gewinn, den ein Unternehmen macht, die Basis für eine Wertermittlung. Kurz gesagt, ist der Wert eines Unternehmens ein gewisses Vielfaches des Jahresgewinns (in der Hoffnung, dass der Gewinn stabil bleibt) - der HSV hat aber schon lange keinen Gewinn mehr gemacht. An Substanzwerten haben Fußballvereine nicht viel zu bieten - die Transfersummen der verpflichteten Spieler sind ein viel zu volatiler Kennwert als dass sie wirklich zur Wertermittlung nutzbar sind. Der wesentliche Wert von Spielern ist nicht der potenzielle Verkaufspreis (der bei jedem Spieler irgendwann lebensalterbedingt Null ist), sondern deren “Nutzwert”, d.h. ob sie dem Verein helfen, erfolgreich zu sein. Ein Spieler wie Modeste hat zum Beispiel so gut wie keinen Transferwert mehr wenn sein Vertrag im nächsten Jahr ausläuft, aber einen hohen Nutzwert, das heißt, er hilft dem BVB - und das ist dem BVB € 6 Mio. wert.

Weitere Substanzwerte gibt es vermutlich beim HSV auch nicht mehr viel, da vieles bereits veräußert wurde (Stadion). 

Der Kaufpreis ist also im wesentlichen “Goodwill”, das heißt, ein immaterieller Nutzen, der irgendwo zwischen reine Emotionalität und der Nutzung der Marke HSV liegt. Das ist übrigens bei den meisten Fußballvereinen so und für die meisten Vereine gibt es Schätzungen der Größe dieses “Goodwills”. Schauen wir uns einmal die Bewertungen anderer Vereine an. Diese liegt zwischen 3-4 Mrd. US$ bei den beiden großen spanischen Vereinen (eine Zahl, die übrigens die vermeintlich großen Schuldenberge dieser Vereine stark relativiert) und rund US$ 400 für einen Traditionsclub wie Ajax Amsterdam. Nun ist der HSV ähnlich traditionsreich wie Ajax, aber eben kein internationaler Spitzenverein mehr. Von daher erscheint mir eine Bewertung von um die € 300 Mio. durchaus ein fairer Preis.

Dabei muss man Bedenken, dass Herr Kühne zwar als Investor auftritt, seine Rolle aber eher die eines Mäzens ist. Zwar hätte er sein Verkaufsangebot durchaus an einer höheren Bewertung des HSV orientieren können, aber sein Geld formal keine Spende oder Schenkung sondern ein Anteilskauf ist, muss er sich in gewissem Maß an wirtschaftlichen Aspekten orientieren - auch wenn das nicht seine primäre Motivation ist. Außerdem kommt zu dem Geld, was im Rahmen der Kapitalerhöhung an den HSV fließt noch das Geld für die Namensrechte hinzu, so dass das Gesamtpaket aus meiner Sicht mehr als fair und angemessen ist.

Natürlich möchte Kühne für das Geld auch stärkeren Einfluss. Sein Motiv ist dabei weniger “Macht” (anders als bei anderen handelnden Personen), sondern der Wunsch, die Dinge in die richtige Richtung steuern zu können - zum Wohle des HSV. So finde ich die Bedingungen für den Verkauf (€ 25 Mio. in Stadionausbau, € 20 Mio. in Schuldenabbau, € 20 Mio in den sportlichen Erfolg) sehr gut weil dadurch eine klare Richtung für die Entwicklung des Vereins vorgegeben wird.

Dennoch liegt hier sicherlich ein gewisses Risiko, denn auch wenn Herr Kühne zweifellos lautere Motive hat, so war sein Einfluss auf den Verein nicht immer positiv. Dazu ist Kühne zu sehr Fan, dass heißt er lässt sich (anders in seinen sonstigen geschäftlichen Entscheidungen) mitunter zu sehr von Emotionen leiten und das führt zu mitunter erratischen Entscheidungen. 

Hier enthält Kühnes Konzept einen nachvollziehbaren Vorschlag: der “Arbeitsausschuss”, der die Entwicklungen in allen Bereichen steuert und überwacht. Die Idee dahinter ist es, einerseits eine starke lenkende und koordinierende Institution zu haben, andererseits aber den direkten Einfluss der Anteilteilseigner - auch von Kühne selbst - zu reduzieren. Wie gesagt, die Idee ist gut, aber gleichzeitig sehe ich den “ständigen Arbeitsausschuss” als den schwächsten Punkt des Konzepts. Aus meiner Erfahrung ist selten gut, bei unklaren Verantwortlichkeiten eine neue Rolle in einer Organisation zu erschaffen, die für Klarheit sorgt, Meistens führt das eher zu einer noch größeren Verantwortungsdiffusion - etwas, das der HSV schon zur Genüge hat.

Der HSV braucht einen starken CEO, der die Richtung vorgibt, der nach außen und innen sichtbar ist. Dahinter braucht es einen starken und kompetenten Aufsichtsrat, dessen Mitglieder als Persönlichkeiten stark genug sind, dass sie im Hintergrund bleiben, aber dem Vorstand als Coach und Berater zur Seite stehen. Ein “ständiger Arbeitsausschuss” würde den Vorstandsvorsitzenden zum reinen ausfüllenden Organ des Ausschusses degradieren und die Rolle noch schwächer machen, als sie im Moment schon ist. 

Kurzum: ich verstehe Kühnes Gedanken hinter der Schaffung des Ausschusses, aber seine Absicht kann auch innerhalb der bestehenden Struktur (Aufsichtsrat - Vorstand) umgesetzt werden.

Zu guter Letzt noch eine andere Perspektive: was ist denn die Alternative zu dem Angebot von Kühne? Weitermachen wie bisher? Hoffen, dass die Stadt nicht auf die Idee kommt, das Geld für die Stadionrenovierung zurückzufordern? Darauf warten, dass Tesla oder Apple als Sponsor einsteigen? Oder Geld bei den Fans zusammenbetteln um wenigstens die Renovierung durchführen zu können? Und darauf hoffen, dass es mit einer Mannschaft, die zwar die teuerste der zweiten Liga ist, aber offenbar immer noch nicht gut genug ist, irgendwann mal mit dem Aufstieg klappen wird? 

Kurzum - ich finde das Angebot von Kühne, fair, attraktiv und es bietet tatsächlich die Chance für einen Neuanfang, der Professionalisierung des Vereins auf allen Ebenen.

Kühnes Angebot an den HSV

von Frank Ockens

Herr Kühne stellt 120 Millionen Euro für den HSV in Aussicht und verbindet dieses Geld mit einem 10 Punkte Plan. Das hat ca. 24 Stunden vor einer eh schon brisanten AR Sitzung, eingeschlagen wie eine Bombe und die Kommentare in den Foren zeigen wie emotional, aber auch gespalten die HSVer darüber sind. Interessant sind die extremen Unruhen und sehr weit auseinanderliegenden Positionen der Kommentatoren deshalb, da ja eigentlich alle das gemeinsame Ziel haben: Einen erfolgreichen und starken HSV, der gut geführt ist und uns Freude bringt.

Liest man sich die Kommentare durch, so kann man bei neutraler Betrachtung für viele Einträge, völlig egal welchen Standpunkt sie vertreten, durchaus Zustimmung finden, denn der beschriebene Weg verspricht ja einen positiven Ausgang. Die Wege sind halt nur völlig anders, die einen sagen etwas überspitzt „Alle Macht dem Investor, er ist professionell und weiß schon was er tut“ – die anderen sagen „Er hat schon bewiesen, dass er es nicht kann, es geht ihm nicht um unseren Verein und wir verkaufen dann unsere Seele!“ Beiden Aussagen kann man erst einmal folgen.

Mir fehlt in den Diskussionen allerdings eine wichtige Frage: Gibt es auch eine Möglichkeit beide Wege, zumindest ein wenig, zusammenzuführen? Und da sage ich ganz klar: JA! Bevor wir hier über %-Anteile, Eurosummen, Macht und Positionen sprechen, sollten wir uns einmal fragen, ob die momentane Rechtsform, sprich die Struktur des HSV dafür geeignet ist, Traditionalisten und Investoren zusammenzuführen (übrigens brauchen wir beides im HSV) und ich sage ganz klar: NEIN!

Aus diesem Grund ist die Diskussion über Herrn Kühnes Angebot verfrüht und momentan leider nicht zielführend, da alle Argumente ein pro und Contra haben. In der Form einer GmbH & Co. KG aA – könnte man die Interessen der Traditionalisten bewahren und die Interessen eines Investors bedienen. Insofern lasst uns den HSV für die Zukunft aufstellen, aber Schritt für Schritt, denn vorher werden wir mit unserer Diskussion keinen Konsens finden und der Verein wird weiter gespalten.

Was Kühnes Angebot für den HSV bedeutet

Von Robert Hoyer

Zugegeben der Zeitpunkt hätte für Klaus Michael Kühne hätte kaum passender sein können. Es scheint fast so, als hätte er auf diese Kombination aus Ereignissen gewartet. Ein Vorstandsstreit und ein gespaltener Aufsichtsrat, der es keinem, weder Boldt noch Wüstefeld erlaubt, als starker Gegenpart zu Kühne das Angebot abzuwehren. Ein marodes Stadion, welches im Hinblick auf die nahende EM 2024 dringend für viel Geld renoviert werden muss. Und schließlich der Tod der größten Vereinslegende, die Kühne ausnutzt, seinem Angebot noch eine emotionale Abrundung zu geben. Im Folgenden möchte ich die 10 „Forderungen“ Kühnes einmal genauer beleuchten und auf Wirkungen untersuchen, die auf den ersten Blick vielleicht verborgen bleiben.

Die erste Forderung ist ein ständiger Arbeitsausschuss, der sowohl unternehmerische Aufgaben (Befassung mit der strukturellen, finanziellen und sportlichen Entwicklung sowie die Erarbeitung von Zielsetzung) als auch kontrollierende Aufgaben (Überwachung der Umsetzung und entsprechende Besetzung der Gremien) haben soll. Dieser Aufsichtsrat Plus muss somit als zentrales Machtorgan in der neuen Struktur verstanden werden. Der Vorstand der AG wäre letztlich nur ein Handlanger dieses Gremiums ohne eigene Gestaltungsmöglichkeiten. Die Funktion des eigentlichen Aufsichtsrates ist zumindest unklar, faktisch wahrscheinlich auf ein Abnickgremium reduziert. Aufgrund der Fülle an Macht ist es wenig verwunderlich, dass Kühne trotz seiner anteilsmäßigen Minderheit gegenüber dem e.V. Parität in diesem Gremium anstrebt. Das Konstrukt mit einem „Schlichter“ mag funktionieren, zumal es ein Schlichter sein müsste, der Herrn Kühne genehm wäre. Wer zahlt, schafft an, heißt es. Kühne zahlt und will damit nachhaltigen Einfluss, im Grunde die Alleinherrschaft über den HSV. Eine nicht sehr gesunde Struktur.

Die zweite Forderung klärt die Verwendung von Kühnes Investition. Gegen die Stadionsanierung (25 Mio) und den Schuldenabbau (20 Mio) ist nichts einzuwenden. Fraglich bleibt, inwieweit die 20 Mio für den sportlichen Erfolg lediglich für Neuverpflichtungen genutzt werden sollen. Sowohl der HSV nach HSV Plus als auch kürzlich Hertha BSC haben gezeigt, dass das kurzfristige Aufpumpen einer Mannschaft weder kurzfristigen noch langfristigen Erfolg garantiert. Diesen Fehler noch einmal zu machen und die 20 Mio direkt in teure Spieler zu stecken wäre fatal. Besser wäre es die Strukturen im Scouting und Nachwuchs auszubauen und zu verbessern, sodass der Verein langfristig von seinen Investitionen profitiert. Ob Kühne dafür die Geduld hat, wage ich zu bezweifeln.

Die dritte Forderung umfasst die Anteilsverteilung der AG. Der e.V. behält 50,1%, Kühne erhält 39,9%, die restlichen 10% an sonstige Gesellschafter. Kühne erhält so eine Sperrminorität, da sein Anteil auf über 24,9% aufgestockt wird. Diese Aufteilung hat jedoch auch eine weitere Konsequenz: Der HSV wäre ausverkauft. Die durch 50+1 ermöglichte Veräußerung von Anteilen wäre ausgeschöpft. Der HSV kann durch eben solche Verkäufe kein weiteres Geld mehr generieren. Entscheidend für eine Beurteilung ist die Einschätzung, ob der HSV sich bereits in einer solchen prekären Lage befindet, dass er auch sein letztes Tafelsilber abgeben muss. Darüber hinaus ermöglicht die Verteilung keine strategischen Partnerschaften, wie sie z.B. der FC Bayern etabliert hat. Einen Sportausrüster so langfristig zu binden und auf die gleiche Interessenseite zu ziehen schafft Sicherheit. Gleiches könnte für den Vermarkter oder einen Gesundheitspartner gelten. Diese Unternehmen helfen dem HSV nicht nur finanziell, sondern auch strukturell. Auch ein regionaler Partner aus Hamburg könnte einer von drei Partnern sein, die an der AG beteiligt sind. 40% an Kühne zu vergeben verbaut diese Chance endgültig.

Die vierte Forderung soll die Voraussetzung dafür schaffen, dass diese Anteilsverkäufe möglich werden. Auf einer schnellstmöglich einzuberufenden Mitgliederversammlung soll dieser Weg freigemacht werden. Satzungsmäßig ist dem nichts entgegenzustellen. Gespannt darf man wohl auf den Wahlkampf sein, der den HSV hoffentlich nicht zerreißt. Die Prognose, dass es hier zu einer Zustimmung kommen könnte, ist schwierig. Auf jeden Fall liegt in diesem Punkt eine der größeren Unsicherheiten in den Planungen von Herrn Kühne.

Auch die fünfte Forderung eines gemeinsamen Wertgutachtens ist in Ordnung und dem Anliegen entsprechend sinnvoll. Zu einer Verringerung der Summen scheint es nicht führen zu können, da Kühne in Punkt 6 die Gelder garantiert und sogar die Tür für weitere Investoren öffnet. Inwieweit die Verringerung Kühnes Beteiligungsquote, die von ihm in Punkt 1 erklärten, Strukturen ändert, verrät das Papier nicht. 

Forderung 7 befasst sich mit den Namenrechten des Stadions. 3-4 Millionen Euro wäre Kühne bereit zu zahlen, welche zu einer Änderung von Volksparkstadion in „Uwe-Seeler-Stadion“ führen. Eine schöne Idee, welche die durch Uwe Seelers Tod emotionalisierte Stimmung aufgreift. Ich nehme an, dass Seelers Familie in die Entscheidung mit einbezogen wird. Die Mitglieder wären aktuell sicher mehrheitlich auch dafür. Mit etwas Abstand mag sich die Einschätzung durchsetzen, an dem ehrwürdigen Namen Volksparkstadion festzuhalten und aus der Sylvesterallee eine Uwe-Seeler-Allee zu machen. Fraglich ist, ob eine Ablehnung des gesamten Angebots auch dazu führt, dass Kühne nicht weiter für die Namensrechte zahlen will. Dann bräuchte es Alternativen, die einen ähnlich hohen Betrag zahlen und zudem auf eine entsprechende Erwähnung im Stadionnamen verzichten – oder man behält eben die Möglichkeit einer Umbenennung der Arena, wie es sie ja schon gegeben hat und würdigt Uwe auf eine andere Art. Die Unsicherheit über die Veräußerung der Namensrechte wird sich aber sicher unabhängig von der Gestaltung der Anteile der Anteilseigner lösen lassen.

Forderung 8 beauftragt ein Gutachten, welches die Strukturen des HSV untersuchen und entsprechende Vorschläge zur Veränderung einbringen soll. Solche Analysen sind wichtig, gerade weil der HSV seine Kostenstrukturen optimieren muss. Inwieweit es um eine unabhängige Untersuchung oder ein Gefälligkeitsgutachten handeln wird, hängt von der zu beauftragenden Beratungsgesellschaft und ihrer Seriosität ab. Was im Anschluss aus den Ergebnissen gemacht wird, steht auf einem anderen Blatt.

Forderung 9 fordert zusammengefasst eine kompetente Führung. Eine Forderung, die unterschwellig dem aktuellen Vorstand Inkompetenz vorwirft. Denn welches Unternehmen setzt vorsätzlich inkompetente Leute ein? Außerdem wird die Besetzung des Aufsichtsrates beschrieben, welcher jedoch durch den ständigen Arbeitsausschuss faktisch obsolet sein wird. Die Verteilung von unternehmerischen und kontrollierenden Funktionen zwischen Arbeitsausschuss, Vorstand und Aufsichtsrat wird durch das Papier nicht klar. Vielleicht braucht es dafür erst noch ein Gutachten.  

Forderung 10 fasst die Wünsche von allen HSVern zusammen. Kompetenz, Integrität, Vertrauen, Aufstieg. Ob das mit Kühnes Angebot erreicht werden kann, wage ich zu bezweifeln. Kühne erhielte eine Fülle an Macht. Die vergangenen Jahre haben jedoch gezeigt, dass Kühne vom Sportlichen nicht viel versteht und immer auf den schnellen Erfolg aus war (siehe Blogartikel zum Scheitern des HSV).. Ob der HSV am Ende dennoch auf dieses Angebot eingehen muss, kann man nur nach einem Blick auf die genauen Zahlen beurteilen. Auch Herr Wüstefeld will ja einen Rettungsplan vorstellen, den man dagegenhalten müsste. All dies müsste im Vorwege der MV transparent dargelegt werden. Dort sollen die Mitglieder schließlich entscheiden, ob der HSV sich völlig in die Hände von Herrn Kühne begeben muss. Oder ob es einen eigenständigen Weg geben kann. Ich hoffe schon. 

Vielen Dank Euch Dreien!!!

Da von Seiten der Aufsichtsratssitzung noch nichts zu hören war (Stand 20.38 Uhr), möchte ich den Sport nicht schon wieder gänzlich außen vor lassen. Daher hier noch mal im Telegramm-Stil, was heute passiert ist:

Kostic wechselt zu Juve und bringt HSV weitere Zusatzeinnahmen

Filip Kostic wechselt zu Juventus Turin. Die Ablösesumme beläuft sich nach Angaben von Juventus auf zwölf Millionen Euro, mit Boni kann sie auf bis zu 15 Millionen Euro steigen. Beim Verkauf an Eintracht Frankfurt im Sommer 2018 (6 Millionen Euro Ablöse) wurde eine Klausel im Vertrag von Kostic vereinbart, wonach die Hamburger mit fünf Prozent am Transfergewinn bei einem Weiterverkauf beteiligt werden. Von der Summe, die über den sechs Millionen Euro Ablöse von damals liegt, bekommt der HSV fünf Prozent (also bis zu 450.000 Euro).

Bielefeld will Mut gegen HSV beweisen

Noch ist Arminia Bielefeld mit seinem neuen Trainer Uli Forte sieglos – drei Niederlagen gab es zum Start. Das soll sich nun aber gegen den HSV ändern. „Der Hamburger SV hat einen besseren Start erwischt als wir – das kann man sagen“, erklärte Forte vor der Partie. „Wir hoffen, dass wir ihre nicht so guten Phasen am Wochenende ausnutzen können. Was das Technisch-Taktische angeht, nimmt der HSV das Spiel gerne in die Hand. Das kommt uns gerade entgegen.“ Die Pressekonferenzen beider Trainer in ganzer Länge:

In diesem Sinne, Euch allen ein schönes Wochenende. Ich melde mich morgen nach dem Spiel natürlich wieder an dieser Stelle mit der Einzelbewertung und dem Blitzfazit und hoffe, dass ich mich dann über ein erfreuliches, erfolgreiches Auswärtsspiel unterhalten darf. Denn bei allem, was im Momente den HSV thematisch steuert, gilt: Vergesst den Fußball nicht!

Scholle

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