Meinung

Kühne kritisiert den HSV - na und...?!?

Zwei Jahre lang war er ruhig, jetzt wurde er angesprochen und hat geantwortet. „Beim HSV wird herumgewurstelt wie eh und je. Im vorigen Jahr setzte man auf ältere Spieler, die…

Kühne kritisiert den HSV - na und...?!?

Zwei Jahre lang war er ruhig, jetzt wurde er angesprochen und hat geantwortet. „Beim HSV wird herumgewurstelt wie eh und je. Im vorigen Jahr setzte man auf ältere Spieler, die aus unterschiedlichen Gründen nach einem Jahr wieder abgewandert sind. Jetzt will man der Jugend den Vorrang geben und verpflichtet zusammengewürfelte unbeschriebene Blätter – ich kann es nicht fassen und möchte keine weiteren Kommentare abgeben.“ Das sagt Klaus Michael Kühne über den HSV, den er weiter Spiel für Spiel verfolgt.

Kühne kritisiert HSV-Vorgehen als "Herumwursteln"

Nicht mehr so emotional wie vor einigen Jahren noch. Aber immer noch als Fan. Also genau so, wie er in diesem Abendblatt-Interview auch geantwortet hat. Und wisst Ihr was? Das ist sein gutes Recht. Worüber echauffieren sich hier und anderswo denn die Leute? Hat er nicht sogar Recht? Nein, dass Kühne irgendwann mal wieder etwas über den HSV sagt, war klar. Das sollte man eher positiv sehen, da es bedeutet, dass Kühne noch ein Mindestmaß an Interesse hat. Immerhin.

https://open.spotify.com/episode/4jBtrJdxd24L1Sz91xmlkQ?si=vwYxTe_lQiGpSZLu-ky28w&dl_branch=1
https://soundcloud.com/user-36211795/mi-08-09-2021-kuehne-wird

Und der HSV ist es auch, der eine ganze Menge Arbeit vor sich hat. In den nächsten Wochen und Monaten will das neue Präsidium des Hauptanteilseigners HSV e.V. die Aktionäre zusammenholen. Dabei sollen die Zielsetzungen bis 2025 angerissen werden und die aktuelle Saison fußballerisch wie strukturell besprochen werden. Der frisch wiedergewählte HSV-Präsident Marcell Jansen suchte zuletzt und sucht aktuell den näheren Schulterschluss zu den Aktionären (neben dem HSV e.V und Kühne halten die vier Kleinaktionäre Helmut Bohnhorst, die Margaritoff-Erben, Familie Burmeister und die AMPri Handelgesellschaft zusammen weitere 3,89 Prozent an der HSV Fußball AG) sowie zu den großen Wirtschaftsunternehmen der Hansestadt Hamburg.

Aber zurück zum Sport: Einer dieser jungen Spieler, die Kühne anspricht, soll morgen zum Team dazustoßen: Tommy Doyle. Und ich hatte es hier ein paar Tage schon vorgehabt und immer wieder aufgeschoben. Heute werde ich die vergleichsweise kurze Analyse (es gibt einfach noch nicht genug Daten über den 19-jährigen Engländer) aber wie angekündigt reinstellen. Meine Freunde von Cteatefootball.com haben sich dennoch alle Mühe gegeben, möglichst viel herauszufinden. Aber lest selbst: 

Liebe HSVer,

der zweite späte Transfer neben Mario Vuskovic ist der von Thomas Glyn genannt „Tommy“ Doyle. Der Engländer ist U21-Nationalspieler seines Landes und entstammt aus der renommierten Akademie von Manchester City. Interessanterweise war bereits sein Großvater Fußballprofi und ging ebenfalls aus der damals noch rustikaleren ManCity-Jugend hervor. Tommy Doyle ist 19 Jahre alt und durchlief bislang sämtliche U-Nationalmannschaften der Three Lions. 

Eine sportliche Einschätzung ist in diesem Fall selbst für uns Datenanalysten nicht ganz einfach. Doyle spielte bislang nur 22 Minuten in der Premier League beim 5:0-Heimerfolg der Citizens gegen Newcastle. Diese lassen sich logischerweise nicht als Maßstab nehmen, folglich ziehen wir sämtliche bereits geleistete knapp 3.000 Spielminuten zurate, die bei unserem Datendienstleister Wyscout verfügbar sind: Doyle ist mit 1.72 Metern ein kleiner Spieler für den die Spielintelligenz von enormer Bedeutung ist. Er geht nicht unverhältnismäßig oft ins Dribbling, ist dennoch viel auf dem Spielfeld unterwegs und bewegt sich enorm gut in Räumen. Der HSV bekommt einen Mittelfeld-Allrounder, der für eine gute Balance im Spiel sorgt. Interessant ist dabei, dass Doyle zu Abschlüssen neigt, wenn sich die Gelegenheit bietet. Zusammen mit Ludovit Reis ergäbe sich ein spannendes Duo auf der 8, der mit 1.78 Metern Körpergröße ebenfalls klein ist, was auch für die weiteren Optionen Suhonen (1.75 Meter) und Kittel (1.79 Meter) gilt. Ein physisch starker Sechser hinter ihnen wird unerlässlich sein, hier könnte bei einer kleinen Umschulung David Kinsombi ein Thema werden, der grundsätzlich Anlagen eines Sechsers besitzt und dort seine 3.5 Mio. € Ablöse rechtfertigen. Doyles Qualitäten im Passspiel sind durchaus vorhanden, neben vielen lateralen Pässen stechen insbesondere seine 1.5 Torschussvorlagen pro 90 Minuten ins Auge. Man darf gespannt sein, in welche Richtung sich Doyle weiterentwickelt, er ist ein waschechter Allrounder im zentralen Mittelfeld, kann nach Wahl defensiv, ausgewogen oder offensiv eingesetzt werden.

Fazit: Eine reelle Leistungsbewertung wird erst nach einigen Pflichtspielen für den HSV möglich sein. Als HSV-Fan bleibt zu hoffen, dass der Spieler diese Chance überhaupt erhält. Die vergangenen UK-Importe Amaechi (2.5 Mio. €) und David Bates (ablösefrei) kamen auf 3 bzw. 25 Zweitligaeinsätze für den HSV…

Doyle und Vuskovic gegen Sandhausen noch nicht dabei

Dass Doyle schon bis zum nächsten Spiel am Sonnabend gegen den SV Sandhausen zur Alternative wird, schließe ich aus. Er wird erst am morgigen Mittwoch das erste Mal zur Mannschaft stoßen und sich das erste Mal überhaupt orientieren. Ebenso gegen Sandhausen noch nicht dabei sein wird der andere Youngster vom DeadlineDay, Mario Vuskovic. Trainer Tim Walter sagte heute: „Er braucht schon noch eine Weile. Ich glaube, dass er durch die vielen Spiele, die er gehabt hat, ein bisschen überspielt war. Er braucht noch Zeit, um sich zu adaptieren, braucht die Abstimmung mit den Jungs. Mario hat noch nicht den Fitness-Zustand, dass ich sage, dass wir das ad hoc gleich angehen können.“ Es bleibt also spannend, ob und inwieweit die neuen Jungen diesem HSV bei seinem Ziel, das weiterhin den Erstliga-Aufstieg vorsieht, helfen können.

In diesem Sinne, bis morgen. Da dann wieder ab 7.30 Uhr mit dem MorningCall und am Nachmittag mit dem neuen Communitytalk. Bis dahin!

Scholle

P.S.: So ungern ich es auch wahrhaben mag, aber Kühne hat mit der Aussage Recht, dass der FC St. Pauli aktuell den besseren Fußball spiel. Deshalb ärgert mich aich hier weniger die Aussage als die Tatsache.

Anzeige · Partner

Zeig deine Farben

Unsere Freunde von HANDS OF GOD setzen ikonografischen Momenten und Legenden der Vereinsgeschichte ein künstlerisches Denkmal.

Alle Hamburg-Motive bei HANDS OF GOD

Wir sind Partner von HANDS OF GOD und bekommen eine Provision, wenn du über diese Links kaufst — für dich ändert sich am Preis nichts. Gezeigt werden nur Motive, die wir selbst aufhängen würden.

Diskussion

0 Kommentare

Diskutier mit!

Registriere dich kostenlos — dann kannst du unter den Beiträgen mitdiskutieren, antworten und liken.

Jetzt kostenlos registrierenAnmelden
DU
Bleib fair — wir moderieren mit Augenmaß.
Noch keine Kommentare — sei der/die Erste.
Lies weiter Meinung HSV-Blamage- Die Taktik war das geringste Problem Ein Tag nach der Pleite sitzt der Frust tief. Neben taktischen Mängeln fehlte vor allem eins: die Bewegung und der Wille, den Ball zu fordern. Das Problem war viel tiefer als die reine Herangehensweise Weiterlesen