Klarer Blick - der HSV ist zurück im Alltag Zweite Liga
Es fällt mir wirklich schwer, jetzt schon über Szenarien zu sprechen, die sich mit der Erstligasaison beschäftigen. Denn der Weg dorthin ist für den HSV noch sehr, sehr weit.…

Es fällt mir wirklich schwer, jetzt schon über Szenarien zu sprechen, die sich mit der Erstligasaison beschäftigen. Denn der Weg dorthin ist für den HSV noch sehr, sehr weit. Und hart. Allein die Partie am Sonnabend beim FC Magdeburg wird für den HSV nach dem spektakulären Szenario rund um das Stadtderby schwer. Und das hat nichts mit mangelnder Professionalität zu tun, sondern ist völlig normal. Denn diese ausverkauften Stadtderbys sind Ausnahmesituationen und schwer bis gar nicht vergleichbar mit anderen Partien. Ergo: Trainer Tim Walter muss den Fokus der Mannschaft unter der Woche komplett neu justieren. Bei dem einen mehr – bei dem anderen weniger. Aber: Es muss allen klar sein, dass jetzt wieder Alltag herrscht. Und Magdeburg wird alles andere als ein Selbstgänger.
Aber um noch mal auf meinen Ausgangspunkt zu kommen: Von Seiten der Mannschaft und auch in der Öffentlichkeit sollte sich der HSV nicht zu weit herauswagen. Da sollte – und das macht bislang auch niemand – nicht über Zugänge für die Erste Liga gesprochen werden. Dass man sich in der aktuellen Situation mit beiden Ligen beschäftigen muss – logisch. Aber bitte: Es MUSS IMMER klar erkennbar sein, dass sich dieser HSV mit dem einen, nächsten Spiel beschäftigt. Noch fünf- oder gegebenenfalls sieben Mal!
Dass im Hintergrund gearbeitet und vorbereitet wird – selbstverständlich und korrekt. Dass Klaus Michael Kühne dabei wieder eine größere Rolle einnimmt – auch erwartungsgemäß. Was aber viele nicht für möglich gehalten haben: Kühne bleibt dabei, obwohl der HSV standhaft geblieben und eben nicht auf seine Forderungen eingegangen ist. Ich erinnere noch genau, wie Marcell Jansen seinerzeit öffentlich dafür angegangen wurde, dass er das 120-Millionen-Angebot von Kühne ablehnte.
Auch ich fand das damals alternativlos angesichts der mit dem Geld einhergehenden Forderungen Kühnes, der sich mehr Macht sichern wollte. Und dieser Meinung bin ich weiterhin. Dass sich Kühne jetzt dazu bereiterklärt, Zahlungen so zu leisten, werten die einen als „einknicken“. Dass er dem HSV nachhaltig helfen will, ohne diese Förderungen mit Forderungen zu verbinden – es klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Fakt ist aber: Jansens Haltung seinerzeit, sich nicht um jeden Preis auf Kühnes Forderungen einzulassen, war nicht nur alternativlos, sie hat den HSV auch vor einem großen Verlust bewahrt. In diesem Fall hat der HSV tatsächlich einmal nicht das schnelle Geld genommen, sondern Haltung bewiesen. Und er wird dafür offensichtlich belohnt. Denn Kühne bleibt. Und er will helfen. So heißt es.
Sportlich war heute nicht allzu viel los, abgesehen davon, dass Bakery Jatta auf dem Nebenplatz individuell trainieren konnte und damit weiter zu hoffen ist, dass er am Sonnabend in Magdeburg dabei sein kann. Jean Luc Dompé, der sich gegen St. Pauli mit einer erneuten Minustleistung ins Abseits geschossen hatte sowie der Sonnabend gesperrte (und heute geschonte) Jonas Meffert fehlten derweil. Aber dazu erfahrt Ihr morgen früh um 10 Uhr mehr, wenn Cornelius seinen Trainings- und U21-VLOG hier veröffentlicht. Und der wird super, behaupte ich jetzt schon zu wissen...!
Denn Cornelius war heute beim Spiel der U21 gegen Phönix Lübeck, dass ähnlich spannend und ähnlich erfolgreich für den HSV war wie das Derby am vergangenen Freitag… Mein Glückwunsch dafür an Trainer Pit Reimers und sein Team zur Tabellenführung (bei einem Spiel mehr hat die U21 jetzt drei Punkte mehr als der Verfolger VfB Lübeck).
In diesem Sinne, bis morgen!
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